Re: Von der Schwierigkeit, das von außen gesteuerte zu beenden

Geschrieben von Helena am 12. Dezember 2010 23:04:48:

Als Antwort auf: Re: Von der Schwierigkeit, das von außen gesteuerte zu beenden geschrieben von Molly am 12. Dezember 2010 19:11:45:

>Liebe Helena,
>wie schaffst du es von deinen Emotionen nicht mehr eingenommen zu werden?
>Meine sind einfach immer stärker als ich.
>Gruß
>Molly

Hallo Molly,

es hört sich vielleicht etwas merkwürdig an, meine Emotionen nehmen mich deshalb nicht mehr ein, weil ich sie zulasse. Sie haben in meinem Leben nun Platz. Das heißt nicht, daß ich z.B. meine Wut, die ich spüre, in irgendeiner Weise an anderen Menschen auslebe. Aber da wo ich sie wahrnehme, ist auch der Ansatz, sie zu hinterfragen, nicht den Menschen, der sie bei mir auslöst. Genauso ist es mit der Angst, eine Emotion, die vieles außer Kraft setzt. Mit der Häufigkeit meiner Angstattacken hat sich aber auch für mich die Sicherheit entwickelt, daß sie vorbeigehen. Hatte sich alles beruhigt, versuchte ich das WAS herauszufinden. Was war vor der angstmachenden Situation, welches Gefühl herrschte vor, was habe ich gemacht, gesagt, gefühlt. So bin ich dem Trigger näher gekommen. Für mich war und ist sehr wichtig, den Auslöser für ein Gefühl benennen zu können, darüber sprechen zu können oder aufzuschreiben was ist, zu malen, zu weinen. Raus damit, nicht innerlich einzementieren. So ist es möglich, eine Distanz von meinem Leben zu dem anderer Menschen zu bekommen und ich werde nicht überrollt. Es hört sich vielleicht widersprüchlich an, aber durch diese Distanz komme ich anderen Menschen näher, weil ich nicht in deren Gefühlswelt verschwinde und auch nicht in meiner. Und weil ich erkenne, wie Erwartungshaltungen Beziehungen nachhaltig stören und zerstören können. Emotionen sind vielfach an Bedürfnisse gekoppelt und die wiederum erzeugen Erwartungen an andere Menschen, und wenn diese Erwartungen von diesen Menschen nicht erfüllt werden (können), wird die Emotion verstärkt und das Bedürfnis und so weiter....welch ein Teufelskreis! An welcher Stelle dieses Kreises befinde ich mich von Zeit zu Zeit? Die Antwort ist in mir und nur dann kann es mir gelingen, diesen Kreis aufzubrechen.
Dein Satz: "meine Emotionen sind einfach immer stärker als ich" liest sich sehr absolut, Molly. Ist das wirklich so? Emotionen sind stark und möglicherweise stärker, wenn ich ihnen ihren Platz in meinem Leben nicht gebe.

Ich wünsche dir einen guten Wochenstart

Herzlichst Helena




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