Gegenwart annehmen

Geschrieben von kleineRaupe am 04. März 2008 10:45:50:

Hallo zusammen

Gegenwart annehmen, meine erste sehr spontane Reaktion wäre, dass ich das mache, ich lebe im Jetzt und Hier.

Gut, ich hab mich weiter gefragt, was es bedeutet die Gegenwart als solches anzunehmen...heisst das vielleicht, dass ich zwar weiss, dass es da eine Vergangenheit gibt, doch dies prägt mein Leben nicht so sehr, bzw. beeinflusst es nicht?
Die Vergangenheit macht nicht meine ganze Person aus, doch sie prägt natürlich meine Persönlichkeit...was ich daraus aber mache,bzw. in welchem Rahmen sie mich prägt, liegt wiederum in meinen Händen.
Ich kann aus der Vergangenheit auch lernen, vieles mitnehmen und indem ich an meinen noch vorhandenen Grenzen arbeite, diese verändern, verarbeiten und Stärke gewinnen.

Ich mag mich gut erinnern, vor 11 Jahren, wo mir ein Teil bewusst wurde, ich hatte 2 Möglichkeiten, die ich innerlich gesehen habe. Entweder als Opfer verharren, sich also von der Vergangenheit überwältigen zu lassen, stehenzubleiben oder aber eben, aktiv werden, wissen, dass da Dinge geschehen sind, die nie hätten geschehen dürfen und so aber auch in meiner Geschwindigkeit vorwärtsgehen, an mir arbeiten und aus der Opferhaltung raus zur Betroffenen werden, mit dem Ziel, die Vergangenheit zu verarbeiten, in der Gegenwart zu leben und mich auf die Zukunft zu freuen.
Dies wurde in diesen 11 Jahren diverse Male arg getestet und doch bleibe ich meinem Weg treu.

Manch einer kennt sicher, dass die Vergangenheit einem immer wieder in die Gegenwart reinfunkt, und doch, auch dieses Reinfunken, so schwer es manchmal auch sein kann, ist förderlich seine eigenen Grenzen wahrnehmen zu können und daran zu arbeiten. Würde ich es nicht spüren können, so hätte ich auch nicht die Möglichkeit diese zu verändern.

Die Veränderung ansich ist manchmal Knochenarbeit und doch ich habe mir zum Ziel gemacht, dass die Vergangenheit wirklich Vergangenheit werden soll, dass sie mich im Jetzt und Hier nicht mehr beeinflusst.
Ich versorge sie in einer Schublade, wohlwissend, dass sie zwar da ist, dass sie auch zu mir gehört, dass ich daraus aber auch ganz viel gelernt habe, ich im Grunde mich zu dem gemacht habe, was ich heute bin, indem ich an mir gearbeitet habe.
....klingt vielleicht schlimm, absurd oder dumm....aber dadruch, dass ich an mir arbeite und gearbeitet habe, gewinne ich schlussendlich auch ganz viel an Kraft, an neuen Perspektiven und kann diese für meine Ziele wieder einsetzen.

Tja,....ich würde also sagen, die Vergangenheit findet derzeit noch Wege, sich bei mir immer mal wieder netterweise bemerkbar zu machen, doch ich bin froh dass ich es merken kann, weil so habe ich die Möglichkeit daran zu arbeiten.

Nähe....das ist zum Beispiel genau so einen Punkt wo ich mich noch zu sehr in der Vergangenheit bewege, was mir auch vollkommen bewusst ist......und ich im Jetzt grad nicht einfach mal so ändern kann.
Nähe verbinde ich mit dem was ich erlebt habe...ich weiss zwar vom Kopf her, dass dies so nicht stimmt, und doch ich kann nur in kleinen Schritten daran etwas verändern.

Dissoziative Anteile versetzen mich ohne es zu wollen trotzdem immer mal wieder in das Erleben der Vergangenheit .....und doch, im grossen und ganzen sage ich, dass ich die Gegenwart als solches annehme, auch wenn ich weiss, dass ich immer mal wieder "Ausflüge" in eine vergangene Zeit mache.
Ich bin mir aber auch sicher, durch das weitere Arbeiten an mir selber, wird auch das immer weniger werden.

Ich sag mir immer, solange die Richtung stimmt, ist im Grunde alles ok. Pause braucht der beste Wanderer, bevor er weiterklettern kann....so darf man sich selber auch mal Pausen genehmigen.
Manchmal sind da auch kleinere oder grössere Stürme, die auch ein Wanderer aushalten muss, sehen muss, wie er sich am besten im Sturm orientieren kann, damit er sein Ziel der Wanderung dennoch erreichen kann.
Manchmal ist der von ihm gewählte Weg nicht mehr begehbar, dann geht es ein Stück weit zurück, bis er an eine Weggabelung kommt und dann einen anderen Weg geht, der ihn genauso zu seinem Ziel führen wird......

in dem Sinne
mit lieben Grüssen
kleineRaupe




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