Re: In welcher Welt leben wir?

Geschrieben von Eric am 13. März 2010 23:54:48:

Als Antwort auf: Re: In welcher Welt leben wir? geschrieben von gummientchen am 13. März 2010 23:10:45:

Liebes Gummientchen,

ich finde diese Diskussion mit Dir ziemlich spannend, zumal wir mit unseren Ansichten gar nicht weit auseinander liegen.

Du schreibst: Wenn ich einfach bin - alles losgelassen habe - auch Wünsche und Vorstellungen - handle ich dann noch? Wo liegt die Grenze zwischen "egal sein" und "darüber stehen"? Gelassenheit und Gleichgültigkeit? Braucht es nicht auch ein gewisses Spannungsfeld, das einen antreibt? Ein Ziel?

Ein vollständiges Loslassen beinhaltet meiner Ansicht nach auch das Loslassen des "ich", also des Ego. Und genau dieses ist es, was in uns immer irgend etwas "will". Es ist der Antrieb unseres konventionellen Bewusstseins. Daher finde ich Deine Frage sehr berechtigt.

Und es gibt so etwas wie absichtsloses Handeln wirklich.

Das klingt erst einmal widersprüchlich und ist es auch, wenn versucht wird, es auf der Ebene des Wollens, also des Ego mit Begriffen des Ego zu erklären. Das ist nämlich schlichtweg nicht möglich, meiner Ansicht nach, weil es nicht nachvollziehbar ist, wenn es nicht selbst erlebt wurde.
Denn es handelt sich um Handeln auf der Ebene des Seins, ohne den Druck und den Zwang, den das Ego ausübt.

Ich denke, unsere Wahrnehmung ist für uns real und somit ersteinmal richtig.

Da hast Du Dich selber gleich wieder in der Interpretationsfalle gefangen, gelle? zwinker
Auf der Ebene des Seins ist Wahrnehmung weder richtig noch falsch, sondern sie IST einfach.
Ich finde es wichtig zu wissen, dass sich meine Wahrnehmung von der anderer Menschen oder überhaupt anderer Wesen unterscheidet, aber sie zu bewerten finde ich nicht wichtig.

Für mich als Nicht-Christ liegt die absolute Wahrheit auch woanders.
Vor allem nicht auf einer Ebene, die sich mit wahr oder unwahr oder richtig oder falsch beschreiben ließe.

Lösen wir dann nicht unser Weltbild und somit die Grundlage unseres Seins auf? Bin ich frei, wenn es keine Grenzen gibt?

Unser Weltbild ist nicht die Grundlage unseres Seins.
Die Vorstellung von einer Grundlage des Seins ist ja selber wieder Weltbild.
Damit würde sich diese Vorstellung im Kreis drehen.

Ich sehe den Gegenstand unserer Diskussion auch nicht als Theorie, sondern als Erfahrung.
Eine Erfahrung, die von unschätzbarem Wert für das Leben und für die eigene Orientierung ist.

Aber Schlussfolgerungen lassen sich daraus nicht ziehen, denn sonst wären wir ja sofort wieder auf der Ebene der Interpretation und hätten uns bevor wir es uns versehen schon gleich wieder in der Interpretationsfalle gefangen. zwinker

Liebe Grüsse

Eric



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