Re: nähe zu mir
Geschrieben von Kyrill am 01. Dezember 2009 16:14:52:
Als Antwort auf: nähe zu mir geschrieben von raschida am 01. Dezember 2009 11:26:08:
Liebe Raschida,
Deine momentane Situation berührt mich; ich habe aktuell mit meiner Familiengeschichte zu tun.
Darf ich Dir hierzu meine Gedanken mitteilen? Sie unterscheiden sich von Deinen. Vielleicht kannst Du ihnen etwas abgewinnen?
Heute war ich bei meinem Arzt (einem Dr. Psych.) und meiner Therapeutin (eine Analytikerin).
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Vorsicht kann triggern!
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Les nur weiter, so Du Dich absolut stabil fühlst!
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Ich habe ihm von meiner aktuellen Lage erzählt. Wieder kehrende Alb**** und so weiter. Im weiteren Gesprächsverlauf sagte er zu mir: "Bei ihrer Familiengeschichte, die zwei Generationen vor ihnen betrifft, wundert mich das nicht. Sie werden damit immer wieder zu tun haben."
Ja, das werde ich und auch mein Kind. Ich weiß; das erfüllt mich auch mit großer Trauer.
Da ich dies nicht zum ersten Mal höre, da war der "Schock" noch ein viel größerer, kann ich ganz allmählich die andere Seite sehen: Was hab ich mich abgerackert. Ich habe um mein Leben gekämpft wie ein Ertrinkender. Da ich zu dieser Zeit gar nicht anders konnte - jetzt aber kann. Jetzt kann ich langsamer ran gehen. Ja, ich habe Alb***** und ja da sind Wund** die ich mein Leben lang trage.
Ja, Raschida ich brauche nicht mehr um mein Leben zu kämpfen. Ich kann mich einfach sein lassen (das gelingt mir nicht immer, bin kein Übermensch). Da gibt es nichts endgültig zu heilen, was ich mir immer wünschte und was mich antrieb, zu weilen, bis ich nicht mehr konnte. Und ich kam in Situationen, die mich komplett überforderten.
"Wie im Innen, so im Außen".
Nun kann ich mit mir freundlicher s e i n . Auch meine Thera bestätigte mir heute, was mein Arzt sagte. Ja es ist mit großer Traurigkeit verbunden. Meine Thera hat mich daran erinnert, meinen Blick zu ändern und da gibt es Chancen. Ich beginne es als meine Lebensaufgabe zu sehen - mit meinen Wunden zu leben - gut zu leben. Und, ja ich stelle mich darauf ein, dass es mir nicht immer gleich gut gelingen kann.
Kinder: liebe Raschi, ich meine lass Deiner Tochter, wenn´s Dir möglich ist ihre Strategie. Vielleicht ist sie sauer, da sie sich von Dir bevormundet fühlt? Wir können nicht das Leben unserer Kinder in "Unschuld" gestalten, so sehr ich mir das für mein Kind gewünscht habe.
Wie kann ich von dem Lebensplan meines Kindes wissen? So ich das nicht weiß, und ich weiß es nicht - vielleicht gelingt es mir zu vertrauen? Vertrauen ins Leben, in seine und meine Lebensführung und -fügung.
Vieles bewegt mich Raschida, in Ruhe ich sein möchte. Bis dem nächst.
Lieben Gruß
Kyrill
>hi,
>die Nähe zu mir nimmt jez stetig zu,......ich fange an zu "leben" habe ich das Gefühl.
>Ich werde aber auch immer konsequenter, und stehe zu meiner Meinung.
>Es geht jez in Fleisch und Blut über,.......dass ich mir etwas zurückholen kann,......auf das ich solange verzichten musste.
>Leider hat aber die Beziehung zu meiner 16 jährigen Tochter massiv gelitten. Sie hebt die Familie genauso in den Himmel,wie ich es einst getan habe.
>Auch sie wird mir genommen, ich weiss das.Das Muster der Familie ist: "Du bist nicht fähig für deine kinder zu sorgen". Da muss ja über Generationen hinweg mächtig was schiefgelaufen sein. Ist das jez die ganze Schuld der Vorfahren,.....die ich von klein an auf mich nahm?
>Ich gebe den Kampf nun auf,..........meine familie kann nun auch mein letztes kind noch "haben". Zumindest habe ich durch das Kontaktverbot erreicht, dass sie in die 11 klasse gelangte und dass sie durch meine "Transparenz" sensibilisiert wurde, wenn sie mal eigene Kinder hat.
>Wenn ich in meinem Innersten danach suche,.....was es rechtfertigt, aufzugeben, dann ist es die Nähe zu mir.
>Unterstützung von seiten der professionellen kann ich nicht erwarten,.....alles ist hoffnungslos überlastet, und Täterfamilien sind oft reich und haben vertrauensvolle Positionen in unserer Gesellschaft.
>So ist es auch in meinem "Fall".Den Loyalitätskonflikt meiner Tochter und potentielle schwerwiegende auf sie zu kommende Störungen werden negiert oder als übertrieben bewertet.
>Ich weiss, dass meine Tochter sich immer gut hat "führen" lassen und dringend professionelle Hilfe benötigt, nicht um ihre eigene geschichte aufzuarbeiten, sondern um im hier und jez unterstützung zu erfahren. Immerhin hat sie noch fast anderthalb jahre bis sie volljährig wird. Aber das interessiert hier niemanden. Es wird niemand an den gemeinsamen "Tisch" geholt.Ich als Mutter habe keinen Zugang momentan zu ihr,.sie blockt,.beschimpft mich,...und provoziert mich. Sie will einfach so tun wie es die Mittäter auch machen: Sich nicht für die Vergangenheit interessieren, an Wiederholungszwänge nicht glauben und so tun, als sei man "normal".
>Dass es aber auch durchaus im Verantwortungsbereich, auch schon einer 16 jährigen liegt, sich mit "Realitäten" auseinanderzusetzen, dass müsste ihr jemand anderes begreiflich machen,.........ich kann es nicht.
>Ich weiss, dass hier echte programmierungsarbeit geleistet wurde und dem setzt niemand etwas entgegen.Wöchentliche Gespräche und ein wenig Familienhilfe würden Wunder wirken,........aber dafür ist meine Tochter nach Aussagen "bereits zu alt"
>Für mich ist das alles unbegreiflich nach einer deartig verwickelten missbrauch dynamik und einem derart grossen Inzestgeschehen in einer Familie.Meiner Meinung nach müssten dringendst, ich nenne es mal, Schiedsstellen eingerichtet werden. Orte, wo Angehörigenarbeit geleistet wird, wo dokumentiert wird und wo geschaut wird, wer, wie reagiert.
>Dies würde Opfer erheblich entlasten, sie hätten Ansprechpartner und fänden auch schneller Hilfe und Trost.
>Vieles würde sich hierdurch von alleine "erledigen".
>
>Die Nähe zu mir macht es mir immer unmöglicher,....näher zu ihr zu kommen.
>
>alles Liebe in der Vorweihnachtszeit von
>raschida
- Re: nähe zu mir raschida 01.12.2009 17:15 (1)
- Re: nähe zu mir Kyrill 02.12.2009 14:01 (0)