Loslösung von den Eltern ***triggergefahr***

Geschrieben von unruhiges gummientchen am 06. November 2008 08:17:42:

Als Antwort auf: Neues Thema des Monats: Loslösung von den Eltern geschrieben von Eric am 05. November 2008 00:50:51:

Hallo zusammen,

ja, ein wirklich interessantes Thema.
Als ich zur Welt kam war die Ehe meiner Eltern eigentlich schon nicht mehr existent. Trotzdem durfte ich noch 11 Jahre in dieser Scheinwelt, die geprägt war durch gegenseitige Verletzungen, aufwachsen. Den Kontakt zu meinem Vater habe ich abgebrochen. Es holt mich trotzdem immer wieder ein. Eigentlich würde ich gern meinen Frieden mit ihm machen. Nicht mehr und nicht weniger, aber das scheint nicht möglich, da er nicht zuhört und alles nur auf das verfluchte Geld bezieht. Ja, ich habe schon ein paar Anläufe gestartet, weil ich vor allem gern seine Sicht und eine Erklärung für die Dinge von damals hören würde. Aber wie hat es mein 14 Jahre älterer Bruder, der als einziger noch den Kontakt gehalten hat, so treffend gesagt: Wenn man sich mit ihm länger als 10 Minuten unterhält, bekommt man langsam das Messer in den Rücken geschoben. Gut. Noch ein Grund keinen Kontakt zu halten. Trotzdem würde ich gern meinen Frieden zumindest machen, aber geht das überhaupt? Schließlich geht es mir mit der Situation wie sie gerade ist auch nicht wirklich gut.
Zudem beschäftigt mich immer häufiger die Frage, ob nicht doch meine Sicht der Dinge "vorgegeben" ist. Meine Mutter ist bis heute immer sehr bemüht mich an ihrer Leine zu halten. Ich habe zumindest eine räumliche Trennung geschafft, die mir hilft MEIN Leben zu führen...und dann klingelt das Telefon und es ist egal, was ich in dem Moment machen wollte. Eigentlich habe ich ein gutes Verhältnis zu ihr, aber es kommen immer mehr Vorwürfe in mir hoch, weil sie es in erster Linie war die die Scheinwelt aufrecht erhalten hat. Sie hatte schon immer einen sehr guten Verdrängungsmechanismus, somit gab es nie etwas was es nicht geben durfte. Seit ich 12 bin, bin ich ihr Kummerkasten. Ich habe das Gefühl, das sie ein schlechtes Gewissen hat wegen damals...sie hat schließlich nicht eingegriffen und dabei weis' sie noch gar nicht alles, oder vielleicht doch? Auf jedenfall kann ich sie nicht damit konfrontieren, weil sie sonst daran zerbrechen würde.
Also ich hab das richtige Maß an Loslösung, Distanz, Nähe noch nicht gefunden. Der Kopf sagt: Geh' einfach deinen Weg, egal wie's denen damit geht...ihnen war's auch egal wie es dir geht. Aber so kalt bin ich nicht.

Gibt es das richtige Maß?

Liebe Grüße



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