Re: wo ist die Grenze?

Geschrieben von Eric am 13. Juni 2008 20:16:27:

Als Antwort auf: Re: wo ist die Grenze? geschrieben von Alina am 12. Juni 2008 20:55:04:

Hallo liebe Alina,

das mit dem "lösungsorientiertem Denken" ist ein Problem für sich.

Eigentlich bedeutet es eine Einschränkung der Freiheit der eigenen Gedanken.
Denn es bedeutet, dass sich die eigenen Gedanken auf das beschränken sollen, was von vorneherein als Lösung vermutet wird.
Wenn diese Vermutung jedoch nicht zutrifft, dann wird diese Art zu denken Teil des Problems, nicht der Lösung.

Da kommen wir jetzt dann wohl doch zu dem Thema, das Sehnsucht schon angeschnitten hat, mit der "westlichen" und "östlichen" Sichtweise.

"Lösungsorientiertes" Denken ist dualistisches Denken.
Man könnte grob vereinfacht sagen, es ist Denken in Gegensätzen, obwohl das die Sache nicht 100%ig trifft.
Diese Gegensätze werden meist durch das Denken erst geschaffen, um die verschiedenen Gegebenheiten besser auseinanderhalten, analysieren und vor allem einordnen zu können.

Es ist die Denkweise, die im Westen spätestens seit der "Äufklärung" als einzige und richtige betrachtet wird.
Um ein Auto oder einen Computer zu bauen ist sie tatsächlich recht hilfreich und leistet gute Dienste.
Aber hast Du noch nie ein Interview mit einem Wissenschaftler gesehen oder gelesen wo dieser dann zugibt, dass mit jeder beantworteten Frage (mindestens) zwei neue, unbeantwortete auftauchen?

Das genau ist der Schwachpunkt dieser Denkweise und viele Menschen sind auf der Suche nach etwas das sie vermissen, das Antworten gibt und von dem sie instinktiv wissen dass es da sein muss.
Auch bei uns hier im "Westen" war das früher fester Bestandteil unserer Kultur, wurde später aber weitgehend abgelehnt und verdrängt.
Es ist das nichtdualistische Denken, das viele Menschen aber wieder entdeckt haben, denn es war und ist immer Teil unseres Selbst.

In den östlichen Philosophien war und ist es immer präsent, aber für einen Menschen, der nur die "westliche" Denkweise kennengelernt hat mutet es auf Anhieb ziemlich exotisch und unverständlich an.
Gerade der Buddhismus setzt sich aber ziemlich systematisch damit auseinander und ich sehe darin auch einen der Gründe, weshalb dieser im Westen so auf dem Vormarsch ist.

Trotzdem kann ich nicht mit (dualistischen) Worten erklären, was nichtdualistisches Denken ist.
Es gibt aber Hinweise und Methoden die da hin führen können.

Eine dieser Methoden ist das innere Ressourcen-Team.
Die Mitglieder dieses Ressourcenteams (insbesondere die "weise Frau") unterliegen nicht den Einschränkungen des dualistischen Denkens und sind daher frei, ALLE Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.
Unser dualistischer Geist, unser dualistisches "Ich" (dabei spielt es keine Rolle ob es eines ist oder mehrere) lässt das zu, denn es ist ja "nur" Phantasie...

Liebe Grüsse

Eric
PS: Bitte nicht verwechseln. Ich möchte hier nicht irgendwelcher Mystik oder Verklärung das Wort reden, denn der Umkehrschluss, dass jegliche Phantasie nichtdualistisches Denken ist, ist nicht korrekt.



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