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Kommentare:


"Dann ist ja alles gut" ???

Dieser „Brief“ von Bundesjustizministerin Zypries zeigt keine Größe, sondern ist, zumindest in meinen Augen, leider das, was ich erwartet habe: eine beschwichtigende Verdrehung ihrer eigenen Worte.

Bei vielen erreicht der Brief das, was er vermutlich erreichen soll. „Oh, sie hat reagiert und sie hat geschrieben, dass das ja so gar nicht gemeint war.“ Dann ist ja alles gut!
Leider hat sie damit bei der Presse Erfolg, bei mir nicht.

In ihrem (lt. Sender nicht geschnittenen !!!) Interview sagte Frau Zypries wörtlich: „Man kann nie sagen,daß der Besitz von bestimmten Bildern ein Verbrechen ist, denn normalerweise sagen wir in unserem Land, das was man zum Eigengebrauch hat, das ist nicht so strafwürdig, wenn es überhaupt strafwürdig ist.

In ihrem noch nicht einmal persönlich unterschriebenen Antwortschreiben an Ralf Graner (und gleiches an alle anderen Menschen, die eine Beschwerde einreichten), schrieb sie: „Dabei ist offenbar der falsche Eindruck entstanden, ich würde den Besitz kinderpornografischer Schriften nur begrenzt für strafwürdig halten. Das Gegenteil ist der Fall.“

Frau Zypries will also glauben machen, aufgrund ihrer Worte sei lediglich ein falscher Eindruck entstanden, „einfach so“ ... bei über 2000 Menschen? Sogar das Gegenteil sei der Fall, schreibt sie. Was wäre das Gegenteil? Sie hält also den Besitz von kinderpornografischen Schriften doch für strafbar.

Frau Zypries schreibt weiter:
“Nichts anderes wollte ich mit meinem offenbar missverständlichen Vergleich – der im Übrigen im Fernsehbeitrag aus dem Zusammenhang gerissen war – deutlich machen.“
Ich finde nicht, dass die klar ausgesprochenen Worte missverständlich waren, sondern äußert eindeutig. Was ist daran misszuverstehen? Der Beitrag war auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen, denn es wurde nichts geschnitten und selbst wenn, würde das nichts an den gewählten Ausdrücken wie „Eigenverbrauch“ und „Eigengebrauch“ ändern.

Anstatt einer Entschuldigung, geht der Brief dann ins Ablenkungsmanöver:
“Ich bedauere, dass der erhebliche Fortschritt für den strafrechtlichen Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt, den wir durch die Gesetzesverschärfung zum 1. April 2004 erzielt haben, in der jetzigen Diskussion aus dem Blick zu geraten droht.“
Nein, die Gesetzesänderung gerät nicht aus dem Blickfeld, im Gegenteil, aber dem Begriff „erheblich“ kann ich nicht beipflichten. Eine Höchststrafe anstatt einer Mindeststrafe nenne ich keinen erheblichen Fortschritt.

Den Abschluß des Briefes bildet eine beigefügte vertiefende Information über die Änderungen des Sexualstrafrechts. Wie letzteres auf mich wirkt, dazu fehlen mir die Worte.


Dagmar Minor
1. Vorsitzende von Schotterblume e.V.


Ministerin und Gesetze

um es gleich vorneweg zu schreiben: grundsätzlich sind die Gesetzesänderungen bezüglich Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ein Schritt in die richtige Richtung. Ein kleiner Schritt, auf dessen Unzulänglichkeiten ich später noch eingehen werde.

Etwas ganz anderes ist die Art und Weise, wie sich die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zu genau diesen Gesetzen in der Öffentlichkeit äußert. Wenn hier, wie geschehen, der Verdacht aufkommt, die Änderungen seien nur widerstrebend und zähneknirschend auf Druck der Öffentlichkeit erfolgt, wird die Glaubwürdigkeit der Kinderschutzpolitik der Regierung insgesamt erschüttert.

Jemand der niemals Opfer von Gewalt war kann wohl kaum ermessen, was ein ehemaliges Opfer fühlt, wenn durch den Vergleich des "Verbrauchs" von Kinderpornografie mit dem Verbrauch von Drogen indirekt seine Vergewaltigungen mit der Produktion von Kokain verglichen werden, wenn dieser Mensch selbst seinem Empfinden nach mit einer Hanf- oder Mohnpflanze auf eine Stufe gestellt wird. Wenn seine Menschenwürde mit der "Würde" einer Pflanze oder schlimmer noch, mit der von ein paar billigen Chemikalien gleichgesetzt wird.

Und was ist mit dem Glauben dieser Opfer an Gerechtigkeit?
Wenn die Auftraggeber - und Abnehmer sind immer auch Auftraggeber, ob nun direkt oder indirekt - ungeschoren davon kommen sollen? Die eigenen Täter sind vielleicht schon tot oder die Taten verjährt, aber diejenigen, die sich immer noch an den damals angefertigten Bildern und Filmen "ergötzen", die rückwirkend die Ursache für das eigene, lebenslange Martyrium sind, sollen straffrei bleiben oder allenfalls mit einer geringen Geldstrafe davon kommen?

Wie glaubwürdig kann vor so einem Hintergrund die Massen- Antwort (diesen Brief erhielt jeder, der Beschwerde einlegte) einer Justizministerin erscheinen, zudem auf Druck der Öffentlichkeit hin, in der einfach nur ohne Begründung genau das Gegenteil von dem behauptet wird, was jeder im Fernsehen hören konnte? In der von Missverständlichkeit geschrieben wird, wo doch jeder, der das Interview gesehen hat, sich sicher ist, daß es absolut unmissverständlich ist?

Aber in Wirklichkeit ist die Sache noch viel schlimmer, sehr viel schlimmer.
Wie reagiert wohl ein Vergewaltiger, wenn sein Opfer, das Kind das er vergewaltigt hat, endlich den Mut hat, auszupacken, die Wahrheit zu sagen? Der Täter wird ohne auch nur auf die Aussagen des Kindes einzugehen leugnen, die Geschichte des Kindes als erfunden und Lüge hinstellen. Er wird sagen "nein, das war gar nicht so". Ihm wird geglaubt, dem Kind nicht. Jedenfalls oft, viel zu oft. Das Kind ist ohnmächtig, weiß ganz genau was es erlebt hat und dass seine Geschichte die Wahrheit ist.

Er wird genauso reagieren wie die Justizministerin in dem vorliegenden Fall reagiert hat. Und das Opfer? Es fühlt sich durch die Ausführungen von Frau Zypries zurückversetzt in die Zeit des Martyriums. Dieser Mensch wird einen Teil der früher erlebten Ohnmacht und Gewalt wieder erleben, er wird "getriggert".

Was die Justizministerin mit so einer Vorgehensweise einem Menschen antut, der sexuelle Gewalt in der Kindheit erlebt hat empfindet dieser als fast so schlimm wie das, was der Vergewaltiger ihm angetan hat.

Eine Entschuldigung wäre hier das mindeste, was man von der Ministerin verlangen kann, um diese menschliche Schuld zum Teil wieder abzutragen.

Aber wieder zurück zu den Gesetzesänderungen:

Es offenbart ein seltsames Verständnis des Grundsatzes "im Zweifel für den Angeklagten", wenn ein einziges Kinderpornografisches Bild auf der Festplatte eines Computernutzers zu seiner Verurteilung zu mehrjähriger Haft führen kann, während jemand, der solche Bilder absichtlich sammelt mit einer geringen Geldstrafe davon kommen kann.

Wohl gemerkt: ich spreche hier nicht davon, daß eine gewisse Menge von Kinderpornografie erlaubt sein soll, aber wenn ein unbescholtener Bürger ins Gefängnis gebracht werden kann, indem man ihm eine einzige E-Mail mit einem einzigen Kinderporno Bild schickt und ihn gleichzeitig anzeigt, dann stimmt an unserem Rechtssystem etwas nicht. Beim Lesen der Antwort von Frau Zypries erscheint mir diese Befürchtung absolut real.

Sollte hier jemand denken "aber in diesem Fall wird der Richter sicher ein Einsehen haben und erkennen was los ist", erscheint dies vor dem Hintergrund der Skandal- Urteile der jüngsten Zeit als frommer Wunsch, der nichts mit der Realität zu tun hat. Es ist Sache des Gesetzgebers, hier Rechtssicherheit zu schaffen.

Wurde aber festgestellt, dass der Täter sich absichtlich Kinderpornografie verschafft und diese sammelt, ist es absolut unangebracht, hier beim Strafmaß nachsichtig zu sein, wie dies aber auch nach den neuen Gesetzesänderungen zutage tritt. Die Strafen, die verschiedene Richter aussprechen, sind so unterschiedlich, dass ein Minimum an Gerechtigkeit nur durch eine Mindeststrafe erreicht werden kann.

Auch offenbart das neue Gesetz immer noch die Vorstellung, dass es für das Opfer ungefährlichen Missbrauch gibt. Angesichts der Tatsache, dass diese Vorstellung durch die Forschungen und Erfahrungen der letzten Jahre schon lange widerlegt sind, könnten sich Opfer auch dadurch mit Recht verhöhnt fühlen.

In §176a Absatz 2 heißt es:
"Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird in den Fällen des §176 Abs. 1 und 2 mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft, wenn
  1. eine Person über achtzehn Jahren mit dem Kind den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen lässt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind,
  2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird oder
  3. der Täter das Kind durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt."
Anders ausgedrückt: um die nach §176a Abs. 2 vorgesehene Mindeststrafe von zwei Jahren zu vermeiden, ist eine notwendige Bedingung, daß der Missbrauch keine Gefahr einer erheblichen Schädigung der seelichen Entwicklung bringt.

Der Richter wird durch dieses Gesetz vor die unmöglich zu lösende Aufgabe gestellt, entscheiden zu müssen, ob ein Kind mit Sicherheit durch den Missbrauch in 10 oder 20 Jahren keine erhebliche seelische Schäden davontragen wird. Skandalurteile sind durch dieses Gesetz vorprogrammiert.

Legt man die gesicherte Erkenntnis zugrunden, daß die Gefahr eines schweren seelischen Schadens durch den Missbrauch nicht ausgeschlossen werden kann, dann wird §176s Abs 2 komplett überflüssig.
Er kann ersetzt werden, indem in §176 Abs. 1 und 2 generell eine Mindeststrafe von zwei Jahren vorgesehen wird.

Auch an dieser Stelle weist das Gesetz also einen gravierenden Fehler auf, der hoffentlich bald korrigiert wird, denn der gesamte Absatz kann effektiv nur dazu dienen, einem Verbrecher eine milde Strafe zu verschaffen.

Gruß

Eric

Selbst über die Antwort bleibt mir nur ein Kopfschütteln übrig, wie schon über den Rest der Angelegenheit.

Zu was hat man Minister/innen und Gesetze, wenn Sie die Opfer in keiner Weise unterstützen. Ja vielmehr im Stich lassen. Eine halbherzige Aktion soll retten, was die Politik jahrelang verschlafen hat. Eine Überarbeitung des Strafgesetzbuches. Es sollte von allen eine Forderung sein, das Mindeststrafmaß bei diesen Delikten höher anzusetzen. Verjährung sollte es grundstätzlich nicht geben oder zumindest so lange sein wie bei Mord. Denn Tatsache ist, daß alle Opfer ein leben lang unter den Folgen zu leiden haben. Und es sind meist keine "kleinen" Folgeschäden, sondern sehr Massive. Das bedeutet für viele von uns, daß sie kaum in der Lage sind ein normales Leben zu führen. Die Täter kommen in fast allen Fällen mit einem zugedrückten Auge davon, denn es sind ja Bekannte, Freunde, Leute die seit 10 Jahren Nachbarn sind.
Ich hoffe nur sehr, daß sich Frau Zypries darüber klar ist, daß sie und ihre Kollegen in diesem Punkt immer mehr auf die Selbstjustiz der Opfer zufahren. Die Opfer werden zu Tätern werden, denn eine Gerechtigkeit gibt es für Betroffene nicht. Das finde ich sehr sehr traurig.

Und noch eine Frage: Wie viele Kinder muß es noch treffen?? Welcher Minister, welche Regierung übernimmt Verantwortung!

sundown

Hallo,

ich möchte nur einen kurzen Kommentar abgeben:

auf mich wirkt dieser Antwortbrief verharmlosend. "Ach, so hab ich das doch gar nicht gemeint."

Ich war nicht dabei, als der Originalbeitrag aufgezeichnet wurde, hab ihn auch nicht gesehn. Ich weiß also nicht, ob das wirklich "aus dem Zusammenhang gerissen" war.

Aber mein Gefühl sagt: klares Rausreden.

Das Aufzählen der erweiterten Mindeststrafen finde ich peinlich. Ein paar Monate mehr. Ein Jahr mehr..... Kümmert sie sich auch darum, dass wir nur noch 3 Monate bis höchstens 5 Jahre unter den Folgen leiden? Bei sehr schlimmen Ereignissen wären höchstens 10 Jahre Leiden immerhin auch eine Verbesserung!

Eine sehr traurige Entwicklung und die Ent-Täuschung, ein wenig hinter die Fassaden blicken zu dürfen.

MfG

Gabi Wiedemann

Zu den skandalösen Äußerungen der Ministerin Zypris im Hinblick auf den Besitz von Bildern geschundener Kinder von mir folgendes:
Als Vater zweier Töchter, als Kriminalbeamter mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit vergewaltigten, mißhandelten, gequälten Opfern und deren gewissenlosen Tätern, als "normal" denkender und handelnder Mann, und als in einer Demokratie lebender Bürger bin ich entsetzt über die Äußerungen der Ministerin, die ich nicht als gedankenlos und dumm bezeichnen kann, die vielmehr die in dieser Frau vorhandenen Täteranteile darlegen, und sie somit für ein politisches Amt untragbar macht.

Jörg Lehmann

Mich hat der Brief einfach nur traurig gemacht. Ich hatte das Gefühl, sie hat einfach ihrem Untersekretär den Auftrag gegeben, eine Antwort zu formulieren mit den üblichen Floskeln: Richtigstellen (weil wir ja zu blöd sind, ihre Worte im Interview zu begreifen), abstreiten, die Schuld auf andere schieben (Sender oder Redaktionsteam).

Der ausführliche Hinweis auf die Gesetzeslage hat mich nur irritiert. Die Strafe greift ja erst hinterher, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, und auch dann nur, wenn der Fall bekannt wird und es zu einer Anzeige kommt. Das ist nach meiner Meinung der Ausnahmefall. Und was tun wir mit dem Täter, wenn er nach Verbüßen seiner Strafe wieder auf die Kinder losgelassen wird?

Was unternimmt man aber, um diese Verbrechen zu verhindern? Das ist für mich die wichtigere Frage. Auch da weiß Frau Zypries ein klein wenig zu berichten: Man macht eine bundesweite Werbekampagne unter dem verschwommenen Titel: Hinsehen Handeln Helfen. Ein Motto, das schon seit Jahren von der Deutschen Parkinson Vereinigung sowie verschiedenen geriatrischen Einrichtungen genutzt wird. Wenn da jetzt noch gestanden hätte: "Wir fördern Präventionsarbeit mit einem jährlichen Etat von ... Euro" oder irgendetwas Vergleichbares.

Es wäre schön, unter den Politikern im Rampenlicht auch ein paar Vorbilder zu haben, Menschen mit Zivilcourage, mit Rückgrat, die auch mal Fehler zugeben können (wer arbeitet, macht immer auch Fehler). Aber so, wie gesagt, bin ich, was die Politik betrifft einfach nur traurig und mutlos.

Michael

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

ich fange an mich für unser Land zu schämen. Ich schäme mich dafür das mißbrauchte und geschundene Kinder mit Gegenständen verglichen werden und das von unserer Justizministerin. Mich würde interessieren, ob Sie es immer noch "Eigenbedarf" nennen würden, wenn Sie ein Kind hätten, welches bei sexuellen Handlungen mit Erwachsenen, auf Bildern oder Filmen dargestellt würde.
Hier in diesem Land stimmt das ganze Verhältnis nicht mehr. Eine Frau mit 2 Kindern die neben ihrer Sozialhilfe Putzen geht um für sich und ihre Kinder 50 Euro dazu zuverdienen, wird wegen "Schwarzarbeit" kriminalisiert.
Besitzer von Kinderpornos sollen Frei davon kommen, obwohl solche Leute für immer in Sicherheitsverwahrung gehören. Sie sollten wirklich über einen Rücktritt nachdenken, und das Leute machen lassen, die noch einen Sinn für Recht und Unrecht haben.

Thomas Denzin

Zitatanfang:

"Es ist jedoch ein Unterschied, ob ein Täter ein Kind missbraucht und es dabei fotografiert oder ob er ein Bild eines solchen Missbrauchs besitzt.
Beide Taten sind strafbar und werden strafbar bleiben, aber beide Taten haben auch einen unterschiedlichen Unrechtsgehalt."

Zitatende

Ich bin erschüttert, Frau Zypries redet sich gerade um Kopf und Kragen. Und dieser Satz ist sicher nicht aus dem Zusammenhang gerissen, sondern eine ganz klare und deutliche Aussage und dann auch gleich meine Frage: Was gibt es denn daran jetzt bitte falsch zu verstehen?

Hat Frau Zypries denn immernoch nicht begriffen, daß solche Bilder erstmal entstehen müssen? Das eine Person, die diese Bilder im Besitz hat, sich diese erstmal besorgen musste und diese sicher nicht auf dem Krabbeltisch bei Aldi rumliegen? Ein unterschiedlicher Unrechtsgehalt??? Im Übrigen hatte ich diese Sendung dann doch noch gesehen, eine Bekannte hatte es zufällig aufgezeichnet und es war nichts aus dem Zusammenhang gerissen, Frau Zypries.
Sie können jetzt nicht anfangen etwas schönzureden, was es nicht schönzureden gibt. Sie sollten sich schlicht und ergreifend schämen. Eine Frau in so einem Amt sollte sich ihre Worte vorher wirklich überlegen oder zumindestens jemanden haben, der sie da fachkundig berät.

Unterschätzen sie die Meinungen der Bürger nicht, Frau Zypries. Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, was ich in Zukunft nicht mehr wählen werde. Es wäre mal langsam aber sicher an der Zeit, persönlich sich dem Ganzen zu stellen und nicht immer jemanden vorschicken. Wenn ich mir Ihre "Karriere-Leiter" mal so ansehe, dann finde ich es schon erstaunlich, wieviele Ämter sie in den 6 Jahren hatten...und zwar gleichzeitig und nicht nacheinander. War das notwendig, um Bundesministerin der Justiz zu werden?
Armes Deutschland...

Verena
Webmasterin www.mein-freies-leben.de

viele meiner gedanken finden sich in den veröffentlichten kommentaren wieder, daher möchte ich lediglich folgende zwei punkte hinzufügen:
1.wie kann eine justizministerin, deren job es ist dafür zu sorgen, dass in unserem land allgemeine werte durch gesetze verbindlich gesichert werden (zumindest formell), nach derartigen aussagen ihr amt noch behalten dürfen - was mich direkt zu 2. führt: ein skandal ist nur dann ein richtiger skandal mit entsprechenden konsequenzen, wenn er öffentlich ist. es ist ein armutszeugnis für unsere gesellschaft, dass zwar die scheidungsprozesse alter serienschauspieler und das liebesleben mehr oder weniger prominenter stars und sternchen der meistverkauften tageszeitung deutschlands monatelange schlagzeilen wert sind, ganze sender ihr programm nur mit derartigen "news" füllen - aber ein tatsächlicher skandal (und das ist die aussage von frau zypries sicher nicht nur für mich) nur am (presse-)rand stattfindet. wo bleiben die ganz dicken schlagzeilen, entschuldigungs- oder gar rücktrittsforderungen? das von paris hiltons ex-lover gedrehte und veröffentlichte video sorgte wochenlang für (lüsterne) empörung - darüber erhitzten sich von bild bis rtl explosiv die gemüter. hier aber geht es um wirklich verabscheuenswürdigstes verbrechen das von oberster stelle verharmlost wird - wo bleibt der große, öffentliche aufschrei? müssen opfer sexueller gewalt sich erst einen pr-beauftragten holen um eine lobby zu bekommen?

ratloses kopfschütteln + allen engagierten viel kraft und die besten wünsche.

esther mahr

Dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Wir haben eine desolate Regierung, unfähig zu Entscheidungen, Reformen und klaren Worten. Wie kann man da erwarten, dass sich eine Frau, keine Kinder aber Ministerin, ständig im "Streß", sehr gutes Einkommen, ausgeprägtes Selbstbewußtsein und und und mit solchen Problemen befasst? Ich habe Ihren Brief und die Antwort darauf gelesen und es hat sich mir der Magen umgedreht. Es ist zum Kotzen. Ich bin selbst Mutter einer 10-jährigen Tochter, voll berufstätig. Ich fahre meine Tochter jeden Tag zur Schule, hole sie wieder ab und sehe zu, dass sie keine Wege unbeaufsichtigt geht. Ich versuche dadurch, mit meinen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, meine Tochter zu schützen.
Was pssiert denn einem "erkannten" Kindervergewaltiger, Kinderschänder, Kindermörder, Erzeuger und Besitzer von Kinderpornografie usw. - NICHTS Großartiges im Verhältnis zu dem, was die Kinder unvorstellbares erleiden müssen. Und zwar für Ihr ganzes Leben.

Es wird diesen Verbrechern ja noch eine Plattform gegeben, da wird von Menschenrechten gesprochen, psychologische Gutachten eingeholt und vieles mehr. Da versagt es dem normalen Menschenverstand den Dienst. Diese Verbrecher haben keine Rechte mehr, sie haben alle Menschenwürde verspielt und werden dadurch zur "persona non grata".

Der Gesetzgeber versagt hier auf der ganzen Strecke.

Wir sind alle aufgefordert hier endlich die Augen zu öffnen und nicht wegzusehen oder die Verantwortung auf andere zu schieben sondern nachzufragen und in die Öffentlichkeit zu gehen. Und bei der nächsten Wahl unserer "Vertreter" besser hinzuhören. Wir sind der Staat, wir müssen das Programm aufstellen, die Fragen thematisieren um endlich auch verantwortungsvolle Minister zu bekommen denen das Wohlergehen unserer Kinder näher liegt als ihr Einkommen...


Mit freundlichen Grüßen

Doris Berger

Ich habe mich gerade an der Unterschriften-Aktion teilgenommen und muß sagen, dass mich ein solches Unverständnis und eine solche Gefühlslosigkeit den Opfern gegenüber absolut sprachlos macht. Zudem macht mich der halbherzige Antwortbrief noch zusätzlich wütend!
Ich finde es toll, dass es Seiten wie Eure gibt, die sich auch mal für die Rechte der Opfer stark machen.
Der Täter kriegt 6 Monate auf Bewährung, das Opfer jedoch lebenslänglich, ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung!

Doro

Zum Thema: Reaktion von Brigitte Zypries!
BIN ICH ZU DUMM ... UM ZU VERSTEHEN ???
Es gibt also einen Unterschied,ob der T*ter mich persönlich kennt und/oder Bilder von der T*t hat???
Oder ob der T*ter mich gar nicht kannte als diese Bilder gemacht wurden???
Wissen solche T*ter nicht(!) unter WELCHEN Umständen ... solche Taten begangen werden???
BIN ICH WIRKLICH ZU DUMM ... UM ZU VERSTEHEN ??? Oder ist es nicht anders???
Macht mich wütend ! Verletzt!
Verstehe diese Welt schon lange nicht mehr.

Laula

Hallo,

ich bin heute zufällig auf diese Seite gestoßen und habe mir das alles durchgelesen! Und mittlerweile bin ich stinksauer!!

Auch ich bin ein Opfer sexuellen Missbrauch und ich gehöre zur Dunkelziffer Deutschlands!! Aber liebe Frau Ministerin, haben Sie mal überlegt, WARUM die Dunkelziffer so hoch ist?? Gerade die Gesetze in Deutschland sind doch schuld an der hohen Dunkelziffer!! Wenn ein Opfer den Missbrauch anzeigt, wird er ständig wieder zum Opfer gemacht! Das Opfer muß immer und immer wieder erzählen (in allen einzelheiten) was passiert ist, es muß sich Vorwürfe gefallen lassen, das es vielleicht selber Schuld ist (die Kleidung war zu reizvoll, sie hat es doch gewollt, ect.)!!

So, selbst wenn das Opfer all das auf sich nimmt und es evtl. sogar zu einer Verurteilung kommt, was bekommt dann der Täter?? Ein Klaps auf die Finger!!!!! (Bewährung oder 2 - 3 Jahre) Das Opfer hat eine lebenslange Strafe und der Täter?? Er kann nach kurzer Zeit frisch fröhlich weitermachen! Es ist einfach nur Menschenunwürdig, wie die Strafen hier in Deutschland sind!!!

Mit Ihrem Interview haben Sie mir nur wieder bewiesen, das sich die Ansichten bei den Leuten, wo es darauf ankommt, wohl nie ändern werden!!! Frau Zypries, ich wünsche Ihnen wirklich nichts schlechtes, aber ich wünsche Ihnen nur eine Woche mit den Gefühlen und Bildern/Gedanken eines Kindes das auf den Bildern dargestellt wird!!!!!

jessi

Ich habe lange überlegt, wie ich einen Kommentar zu der Äußerung der Zypries verfassen könnte. Ich fühle dieselbe Wut und Ohnmacht eines jeden, dessen Kommentar ich gelesen habe. Ich könnte jedes Wort, was dazu geschrieben wurde als mein eigenes unterschreiben.

Und ich möchte noch etwas als offene Fragen in den Raum werfen.

Ist niemanden aufgefallen, dass die Rechtssprechung auffällig schwerfällig in Kindesmisshandlung und Folter und sog. Kinderpornografie ist? Ist niemanden aufgefallen, dass Richter, Staatsanwälte, Anwälte und auch Gutachter und Polizisten viel zu oft vertuschen? - Und viele diese Lage ausnutzen? Ich möchte nicht sagen, dass jeder dieser Berufsgruppe vertuscht, täuscht und verharmlost. Aber gerade da fällt es auf. Gerade da fällt auf, was niemand aussprechen mag. Wieviele Richter, Gesetzesentwerfer und Ausführer sind selbst verwickelt? Wieviele Polizisten fragen als erstes, ob die 14jährige vielleicht ein zu kurzes Kleid trug? Und wie viel Anwälte demütigen das Opfer, damit es nicht richtig aussagen kann? Warum werden die Sicherheiten bzgl. Opferschutz so klein geschrieben? Warum haben Opfer kein Anrecht auf bedingungslose Therapie, währenddessen Täter als "Auflage" Therapie machen müssen?

Warum ist die Rechtssprechung so schwerfällig? Warum gibt es so viele Täter, die in den Berufen arbeiten, die mit Menschen und auch Politik zu tun haben? Politiker können ihre Taten sehr gut vertuschen, besser noch, als ein kleiner Informatiker es könnte. Menschen in Sozialberufen sitzen an der Quelle der Misshandlung, Erpressung und keiner andere als diese Berufe sind dafür geeignet, Misshandlungen zu vertuschen.

Es gibt so viele Menschen, die diese Berufe aus innerer Überzeugung heraus ausüben, auch ich zähle zu ihnen, wie viele von Euch auch. Aber die andere Seite gibt es auch. Und diese kann sich nirgends besser verstecken, als hinter solchen Aussagen von Zypries. Wie war das? 2 Jahre Höchststrafe? Wissen Sie, was meine Höchststrafe ist? Lebenslänglich.
Ohne Gewähr auf Freilassung wegen guter Führung oder Anrecht auf Therapie. Um eine Therapie zu bekommen, muss ich demütigende Aussagen machen, damit ich ein Anrecht auf das OEG hätte. Die Kraft, die mich das kostet, brauche ich aber dafür, um ein Leben zu gewährleisten. Nur ein Leben - meins.

Irgendwo im Internet gibt es sicher auch Bilder von mir, wo ich als 2jährige zu sehen bin. Und diese Menschen, die sich diese Bilder ansehen werden mit Menschen verglichen, die sich Rauschgift besorgen? Jedes Kind weiß heutzutage, das Rauschgift tötlich ist. Niemand nimmt Rauschgift aus Unwissenheit. Jeder steht am Anfang vor der Entscheidung sich das Leben zu ruinieren oder nicht. Mich aber hat niemand gefragt. Mich hat niemand gefragt, ob mein Leben ruiniert werden darf oder nicht. Mich hat niemand gefragt, ob diese Bilder zu sehen sein dürfen.

Ich weiß sehr genau, wie viele Ärzte und Anwälte und Politiker an dem beteiligt waren, was sie mir vor vielen Jahren angetan haben. Und keiner von ihnen wurde irgendwann belangt. Denn ich kann keine Namen nennen, keine Gesichter erkennen. Nein, Frau Zypries, die Täter haben mir ihre Namen nicht verraten und ihre Gesichter nicht gezeigt. Sie verdienen heute noch Geld an "Bildmaterial".

Ich sehe im Fernsehen, wie entsetzt die Welt ist von den Folterbildern, die die USArmy geknippst hat. Wieso ist die Welt so entsetzt frage ich mich? Ich kenne diese Bilder doch auch! Ich kenne sie aus meinem Leben. Genauso kenn ich diese Bilder und das einzige was dieser Staat tut, ist sich um Diäten zu streiten, lächerliche Kommentare abzugeben und wie ich mit einem geliehenem Auto zum Arzt komme, wo ich kaum das Benzin zahlen kann, das geht nur mich was an ...

Das ist mein Leben. Genauso wie das derer, die auf diesen Bildern zu sehen sind. Bilder, von denen Sie sagen, dass der Besitz nicht so strafwürdig sei … Hinter diesen Bildern stehen Menschenschicksale, die Sie nie begreifen werden. Warum eigentlich? Warum, Frau Zypries? Jeder Mensch ist entsetzt, wenn er so was sieht. Jeder Mensch ist wütend und traurig, wenn er an die Kinderschicksale denkt. Und Jeder Mensch würde alles dafür tun, damit das ein Ende hat. Nur Täter nicht ...

Ameise
www.ameisenburg.de

"Jeder sexuelle Übergriff ist einer zuviel - genau wie jedes kinderpornografische Bild, dem in der Regel ein sexueller Missbrauch vorausgegangen ist"...nur in der Regel? Wollen sie damit etwa sagen, dass es auch Ausnahmen von dieser Regel gibt???

"Es ist jedoch ein Unterschied, ob ein Täter ein Kind missbraucht und es dabei fotografiert oder ob er ein Bild eines solchen Missbrauchs besitzt."

NEIN! für das Kind auf dem Bild macht es KEINEN UNTERSCHIED!

Menschen, die solche Aussagen machen wie Sie, machen sich in meinen Augen zu Mittätern...sie tolerieren, was nicht tolerierbar ist!

Eva-Maria Bickel, Überlebende

Sehr geehrte Frau Ministerin Zypries,

auf dem Hintergrund meiner Arbeit mit traumatisierten Frauen halte ich Ihre Äußerungen für täterloyal, gewaltsam und unethisch.

Petra Hafele

Habe am Wochenende das Fernsehmagazin "Mona Lisa", daß am Wochende im ersten oder zweiten Fernsehprogramm ausgestrahlt wird gesehen. Dort sagt die Justizministerin Zypries, daß der Eigenverbrauch an K*nderp*rn*graph*sche*n Bildern oder Filmen straffrei sein soll, so habe ich es jedenfalls verstanden, und setzt diesen "Konsum" auf die gleiche Stufe mit Haschisch und anderen Drogen, die man zum Eigenbedarf nutzen darf.
Das taucht nirgendwo in den Nachrichten auf. Diese Ministerin muß nicht zurücktreten. Obwohl die ganze Nation sofort aufschreit wie schlimm es ist, daß K*nd*r so verkauft werden. Jeder ist dagegen, aber wenn es darum geht Strafen zu verhängen, oder in diesem Fall K+nderp*rn*gr*ph** zu legalisieren, dann kriegt keiner den Mund auf und es wird in den Medien einfach totgeschwiegen.
Sind ja auch nur K*nder und gleichzusetzen mit Verbrauchsmaterialien. Da geht es den Tieren hierzulande mittlerweile besser, denn die sind jetzt als Lebewesen anerkannt und keine "Sache" mehr.
Mich wundert es nicht, daß dann jemand bei E-bay sein K*nd als F*nkt*onssp*elz*ug anbietet, vielleicht auch um zu provozieren? Denn wozu so ein Geschrei bei E-bay, wo es doch im gesamten Internet nicht nur B*ld*r runterzuladen oder zu kaufen gibt. Was für eine Scheinheiligkeit.
mit freundlichen Grüßen
Matthies