Verzeihen aber nicht entschuldigen - TRIGGERGEFAHR
Geschrieben von Nadja am 23. März 2012 15:04:42:
Als Antwort auf: Verzeihen ohne Reue? - TRIGGERGEFAHR geschrieben von Molly am 19. März 2012 19:53:00:
Liebe Molly, die Taten der Täter sind und bleiben schrecklich und unmenschlich.
Das Verzeihen, welches wir hier diskutieren, hat mit einer "Entschuldigung der Tat" nichts zu tun.
Verzeihen definiert als "nichts mehr nachtragen" steht in keinem direkten Zusammenhang zum Täter.
Denn dem einzigen Menschen, dem wir Schmerzen zufügen, wenn wir nicht verzeihen, sind wir selbst.
Denn ich finde, wir sollten uns selbst wichtig genug sein, um zu verzeihen, was uns passiert ist.
Wir sollten uns selbst "nichts mehr nachtragen", z.B. keine Selbstverachtung mehr empfinden.
Wenn wir unser Trauma aufgearbeitet haben, dann lassen sich z.B. Gefühle wie Wut, Hass oder auch Angst endgültig in uns auflösen, indem wir verzeihen, was uns passiert ist.Liebe Grüße
Nadja>Liebe Schotterblümchen,
>ich gebe zu, ich habe nicht alle Forenbeiträge gelesen, weil mich das im Moment wohl überfordern würde. Erst am Samstag hatte ich mit meiner Schwester, der einzigen aus meiner Familie, mit der ich über das Geschehene gesprochen habe, ein Gespräch über das Thema Verzeihen.
>Nun bin ich in der Situation, dass die Täter tot sind, doch ich denke, auch wenn sie noch leben würden, könnte ich ihnen nicht verzeihen. Nicht, wenn ich keine ehrliche Reue von ihnen erfahren würde. Vielleicht nicht einmal dann. Einer von ihnen war schon übergriffig, als meine Großmutter noch eine junge Frau war. Er hat das immer so gemacht und nie als falsch empfunden.
>Vielleicht stellt sich bei mir auch eher die Frage, ob ich meinen (Groß-)Eltern verzeihen kann. Sie haben gewusst wie diese Menschen sind. Auf meine Frage, warum die dennoch zu Feiern eingeladen waren bekam ich die Antwort "Ich konnte sie doch nicht ausladen, sie gehören zur Familie." Scheiß drauf!!!
>Sorry, aber das macht mich echt wütend. Jahrzehnte lang haben sich die Frauen meiner Familie von diesen Männern belästigen lassen (müssen) und nichts unternommen. Verdammt, das hätte mir alles erspart werden können. Zu allem Überfluss wurde mir noch eingeimpft ich dürfe mich nicht wehren. "Das sind Erwachsene. Zeig ein bisschen Respekt." Wie soll ich das verzeihen?
>Scheiße, jetzt heule ich.
>Ich wünschte, ich wäre wie meine Schwester, der es immer egal war, was unsere (Groß-)Eltern gesagt haben. Sie hat sich trotzdem gewehrt. Das habe ich mich nie getraut und als ich es einmal getan habe hat mein Vater mich so angeschriehen, dass ich dachte, wenn ich einfach nur still halte wird es schon nicht so schlimm werden. Schließlich hat mein Vater gesagt ich hätte ihn provoziert.
>Ach Mist, wie soll ich sowas verzeihen?
>Gruß
>Molly
- Re: Verzeihen aber nicht entschuldigen - TRIGGERGEFAHR Molly 26.03.2012 10:31 (1)
- Re: Verzeihen aber nicht entschuldigen - TRIGGERGEFAHR Nadja 31.03.2012 17:35 (0)