Re: Therapie?!
Geschrieben von Trollibär am 11. November 2011 21:19:10:
Als Antwort auf: Therapie?! geschrieben von Molly am 09. November 2011 19:42:39:
Hallo Molly, wenn du doch schon über eine weitere Therapie nachdenkst, belastet dich das doch. Von außen ohne jegliche Informationen kann man natürlich nicht viel sagen, aber was hast du zu verlieren?
Was du geschrieben hast, hat mich schwer beeindruckt. Du hast es sehr gut auf dem Punkt gebracht. Eine gute Therapie liefert auch keine Antworten oder Lösungen, sie stellt nur die richtigen Fragen (Oh, wie ich manche/viele davon hasse. Aber vielleicht sind es genau diese Fragen, die was bewirken). Therapie ist harte Arbeit und die wird man nur leisten wenn man was verändern will. Ich finde die Sprüche zum Schluß genau passend.
Therapie braucht auch Zeit, sehr viel Zeit, Geduld. Das muss ich mir auch immer wieder sagen, wenn ich zu ungeduldig werde und denke das bringt alles nichts. Es sind ganz kleine Schritte, die man vielleicht auch erstmal gar nicht selber wahrnimmt. Oder auch gar nicht wahrnehmen will/darf.
Es gibt Rückschläge, von den man sich nicht entmutigen lassen darf, aufstehen und weiter gehen immer wieder.
Ich finde Therapie bedeutet auch Mut und ist respektvoll. Mut sich drauf einzulassen, Mut zu sprechen, Mut einen Fremden seine Seele offen zu legen, Mut hinzuschauen, Mut Gefühle zuzulassen, Mut zu Veränderungen und diese zuzulassen, Mut seinen geschaffenen Rettungsring loszulassen um die rettende Hand zu greifen die einen zum Ufer bringt, Mut zum Glücklichsein, usw. Ich habe noch nicht zu allem den Mut gefunden, aber ein Schritt nach dem Anderen (wenn ich das nur mein inneres auch begreiflich machen könnte).
Glücklich seinen zu dürfen. Es zu begreifen, dass es mir Gut gehen darf. Ja, das ist immer wieder ein großes Thema bei mir. Nicht mehr ganz so wie am Anfang (ha, ein kleiner Schritt der eigentlich gewürdigt werden sollte), aber ich habe immer ein schlechtes Gewissen wenn es mir gut geht, schlechtes Gewissen wenn ich anderen erzähle (auch meinen Thera gegenüber), das und das ist aufgetreten (also wenn ich ein kleinen 1. Schritt nach vorne gemacht habe). Vor allem wenn es demjenigen gerade auch nicht so gut geht. Das geht mir auch hier im Chat so. Ich weis nicht wie oft mein Thera schon gesagt hat „ Frau Trollibär es darf ihnen auch gut gehen“, „Frau Trollibär es darf Ihnen auch gut gehen, auch wenn es anderen schlecht geht. Das sind…..“ Irgendwie schäme ich mich auch meinen Thera gegenüber, wenn ich ihm positive Sachen berichte, fühlt sich verkehrt an.
Gerade in den letzten Wochen, kommen so einige Gefühle hoch die ich in meinen ganzen Leben noch nicht gespürt habe, das macht mir Angst, Hoffnung, Verwirrung, traurig, neugierig. Es sind einmalige Erlebnisse, die ich mir madig rede nicht zulassen kann und gleichzeitig die Angst das es bei einmalig bleibt. Ich wusste gar nicht, zu welchen Gefühlen der Mensch alles in der Lage ist zu fühlen. Ich dachte immer ich weis wie sich alle Gefühle anfühlen. Nee, nichts musste/weis/fühle ich, absolut nichts. Die paar Gefühle, die ich ansatzweise kennen lernen durfte (positive wie negative), hauchen mich einfach um (wou), sind kaum zu ertragen und ich weis nochnichtmals ob es da noch eine Steigerung von gibt. Wie fühlen sich die ganzen anderen Gefühle an?
Aber in der Therapie schaffe ich es immer noch nicht meine Gefühle dazu zu überreden mit rein zu kommen, diese warten brav draußen vor der Tür.
GLG
Anja
- Re: Therapie?! Molly 12.11.2011 17:42 (0)