Re: Was habe ich versäumt?

Geschrieben von Marah am 17. November 2010 19:06:04:

Als Antwort auf: Re: Was habe ich versäumt? geschrieben von Aufgetaucht am 17. November 2010 14:32:16:

Liebe Aufgetauchte

Erstmal möcht ich dich ganz tröstend umarmen wenn ich das darf.
Was du über Liebe, Partnerschaft schreibst empfinde ich ganz genauso,
weil auch ich weiß nicht was das ist und ich sehne mich sosehr danach.
Ich habe da grade die letzten drei Jahr viel drunter gelitten und oft geweint.
Ich kenne das Gefühl das du beschreibst, ich war als junger Mensch zu traumatisiert
um ausgelassen oder lebensfroh oder verliebt zu sein und das hat wieder neues Leid angezogen.

Ich habe eine Tochter aber da ich damals nicht in der Lage war zu ihr eine Bindung aufzubauen,
habe ich das Jugenamt um Hilfe gebeten und Sie in eine Familie gegeben.
Sie hat Chancen die ich nie hatte und lebt ihr Leben inzwischen sehr selbstbewußt,
aber Sie verachtet mich dafür wie mein Leben teilweise aus den Ruder lief.

Ich habe mich aus vielen rausgekämpft,an mir gearbeitet
mir auch eine Selbtsändigkeit aufgebaut aber wofür?
Es reicht nicht um geliebt zu werden, es reicht nicht um mal eine Chance auf ein bißchen Normalität zu bekommen.
Ich sehe mom viele Perspektiven und Chancen die ich nie hatte und vieles um das ich vergeblich gekämpft habe

Mara


>Hallo Eric,
>obwohl ich verstehe, was du schreibst, und es irgendwo auch alles richtig ist, kann ich nur sagen, ich trauere schon den Dingen nach, die ich nie hatte.
>Wenn andere sich unterhalten oder in einem Seminar jemand sagt: Denkt doch mal an das Gefühl, als ihr das erste Mal verliebt wart, dann denke ich voller Tränen: Ich war noch nie verliebt. Ich musste dieses Gefühl im Alter von 5 Jahren abspalten, um überleben zu können. Ich weiß nicht, was Liebe ist. Klar, eine Ahnung davon habe ich, und durch viel Therapie und Selbsterfahrung komme ich langsam dahin. Aber ich blicke auf ein (wie ich finde) ungelebtes Leben zurück, und das macht mich sehr traurig (und oft auch wütend).
>Ich konnte nie eine Beziehung haben, und wenn, dann hab ich mir Leute ausgesucht, die mir nicht gut tun, und die Beziehung dauerte nur kurz. Ich hätte gerne Kinder gehabt, das ist jetzt nicht mehr möglich. Ich hätte gerne Freunde, wirkliche Freunde, aber auch mit Freundschaften tue ich mich extrem schwer.
>Das alles habe ich in diesem Leben versäumt, und es tut mir verdammt weh, das versäumt zu haben. Auch wenn es ab morgen anders wäre, würde ich immer in Trauer an all die schlimmen Jahre denken. Mir tut es immer weh, Pärchen zu sehen, Familien.
>Ich weiß, wenn ich gut bei mir wäre, in mir ruhen würde, so wie du es vielleicht tust, dann würde mir das vielleicht nicht weh tun. Aber es tut mir weh, und es zeigt mir immer wieder mein Leben, in dem ich eben so vieles versäumt habe.
>Im Beruf wird mir vorgeworfen, nicht selbstbewusst zu sein. Wie soll ich mit so einem Trauma selbstbewusst sein???
>Ich finde es fast ein bisschen wie Hohn, wenn du sagst, jeder kann selbst entscheiden, wie er zukünftig leben möchte. Das ist so einfach nicht wahr. Keiner von uns würde das Leiden wählen.
>Eric, ich weiß was du meinst und will dich nicht angreifen. Bin heute besonders schlecht drauf, hab gerade auf dem Büro-Klo geheult.
>Die Aufgetauchte




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