Re: Was habe ich versäumt?

Geschrieben von Marah am 21. November 2010 00:14:11:

Als Antwort auf: Re: Was habe ich versäumt? geschrieben von Eric am 20. November 2010 20:03:56:


Lieber Eric

Bei mir war es meistens anders.
Ich habe gegeben und konnte für mich um nichts bitten oder auch mal einfordern.

Ja, ich habe mir diese Fragen schon gestellt und jedes mal auf neues investiert und gegeben.
Meist habe ich gegeben was der andere nicht bereit gewesen wäre für mich zu tun.

Ich lerne langsam meine Bedürfnisse zu äußern und Grenzen zu ziehen,
aber leicht ist das immer noch nicht.

Das was du über die Achtsamkeit geschrieben hast stimmt
und jeder sieht einen aus seinen eigenen Standpunkt,
da können die Wahrnehmungen manchmal ganz unterschiedlich sein

Liebe Grüße von Mara


>Liebe Mara,
>damit Freunde Dich auf etwas hinweisen können müssen sie dies erst einmal bewusst wahrnehmen. Das ist nichts selbstverständliches, sondern erfordert viel Arbeit, Achtsamkeit und Beharrlichkeit. Ich kenne sogar Menschen, die wohl sogar das meiste nicht bewusst wahrnehmen, sondern einfach nur instinktiv reagieren.
>Wann verbiegst Du Dich? Verbiegst Du Dich, wenn Du auf dem Markt etwas von einem Händler haben willst, der aber Geld dafür verlangt? Verbiegst Du Dich, wenn es Dir zu teuer ist und Du deshalb darauf verzichtest? Verbiegst Du Dich, wenn Du den geforderten Preis trotzdem bezahlst, weil Du das Teil haben möchtest?
>Im Zwischenmenschlichen Bereich ist das nämlich meiner Ansicht nach genauso.
>Willst Du vom anderen viel nehmen, dann musst Du auch viel geben, sonst sagt der vielleicht "das ist mir zu teuer" und geht. Oder aber Du forderst nichts, brauchst dann aber auch nicht viel zu geben. Oder Du sagst von Dir aus "nein, das ist mir zu teuer" und verzichtest auf eine Beziehung.
>Das klingt vielleicht erst mal ziemlich nüchtern, aber im Endeffekt ist es wohl so.
>Um da nicht die Perspektive zu verlieren finde ich es immer wieder nützlich, sich bei allem die Frage zu stellen: "Wenn ich nun an Stelle meines Gegenübers wäre, was würde ich dann tun? Würde ich das selbe fordern wie er? Würde ich das selbe bereit sein zu geben?".
>Das sind möglicherweise noch viel wichtigere Fragen als die Frage nach dem ich, das sich verbiegt oder nicht. Denn die Antworten auf die Frage, was denn dieses ich wirklich ist, gefallen vielen Menschen nicht, die diese Antworten finden.
>Liebe Grüße
>Eric




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