Re: Ein Mädchen ohne Chance?

Geschrieben von Sisi am 24. Juni 2010 19:51:34:

Als Antwort auf: Ein Mädchen ohne Chance? geschrieben von Eric am 20. Juni 2010 13:13:05:

>Hallo,
>gestern erhielt ich die Nachricht, dass ein Madchen, das lange Zeit in der Wohnung unter meiner mit ihren Eltern gewohnt hatte, in Untersuchungshaft sitzt.
>Ich kannte sie von klein auf, aber vor Jahren habe ich den Kontakt verloren, denn sie wohnt nicht mehr hier.
>Ihr Vater ist ein Mann, der immer alles 150%ig macht, aber auch deutlich andere kritisiert, die alles etwas lockerer sehen. Er will anscheinend immer "mit dem Kopf durch die Wand" Als Industriearbeiter verdient er recht gut und will, dass seine Tochter das auch tut. Er sprach nie über persönliches. Probleme schien er im Alkohol ertränken zu wollen, den er nicht immer, wenn dann aber im Übermaß "genießt".
>Ihre Mutter ist eine chronisch unzufriedene Frau. Sie ließ sich scheiden nachdem sie einen Mann kennengelernt hatte, der noch einiges mehr an Geld verdiente als der Vater ihrer Tochter. Und er war auch noch Erbe eines Hauses, auf das sie mehrmals recht deutlich anspielte. Als ihr damaliger Mann das Haus jedoch nicht von seinen Eltern überschrieben bekam, endete diese Ehe auch recht schnell wieder und sie ging wieder auf die Suche. Alkohol und Nikotin sprach sie regelmäßig und im Übermaß zu. Vielleicht auch für sie ein Versuch, ihre Probleme mit diesen Drogen zuzudecken?
>Liebe?
>Ich konnte nie erkennen, dass diese im Leben beider eine Rolle spielte.
>Zufriedenheit?
>Fehlanzeige.
>Die Tochter jedoch begann eine Lehre als Frisörin und hatte alsbald einen Freund, mit dem sie zusammen zog.
>Geld war jedoch immer ein bestimmendes Thema in ihrem Leben. Irgendwie erinnerte mich ihr Verhältnis zum Geld an das eines Abhängigen zu einer Droge. Für sie war es offenbar mehr als nur ein Mittel, um Miete und Essen zu bezahlen.
>Ihr Vater kaufte ihr auch noch ein Auto, obwohl ersichtlich war, dass alleine der Unterhalt sie mit ihrem Lehrlingsgehalt an den Rand des finanziellen Abgrunds bringen musste. War es ein Mittel des Vaters, mit dem er sie zwingen wollte, seinen eigenen Weg einzuschlagen und mehr Geld zu verdienen?
>Alkohol und Nikotin waren auch für die Tochter anscheinend wichtige Mittel, um ihre Probleme "unten zu halten". Ihre Beschaffung jedoch machte ihre finanzielle Situation nur noch prekärer. Im Laufe der Zeit kamen wohl auch noch andere Drogen dazu.
>Ich kenne jemanden, den sie regelmäßig "anpumpte", das Geld aber natürlich nie zurück zahlte. Jedoch passierte das seit ein paar Monaten nicht mehr.
>In dieser Zeit scheint sie sich nun darauf verlegt zu haben, mit Drogen zu handeln und sie über die nahe Grenzen zu schmuggeln. Dabei wurde sie vor ein paar Tagen erwischt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
>Ihr Vater ist natürlich schockiert und "musste" dieses Erlebnis gleich mal "in Alkohol ersäufen".
>Seitdem redet er davon, dass seine Tochter nun "Aufsicht" benötigen würde.
>Aufsicht?
>Das ist genau das, was sie nun hat. Im Gefängnis.
>Will er dieses Gefängnis nun auch auf ihr ganzes Leben ausdehnen?
>Seinen eigenen Anteil erkennt er nicht.
>Für mich stellt sich die Sache so dar, dass dieses Mädchen keine Möglichkeiten erlernt hat, mit Problemen umzugehen, denn es wurde nie über persönliches gesprochen. Geschweige denn, Probleme gelöst.
>Stattdessen vermittelten ihr beide Eltern, dass Drogen dazu da waren, um Probleme zuzudecken.
>Sie bekam von beiden Eltern vermittelt, dass Geld das wichtigste im Leben war.
>Und mindestens von ihrem Vater, dass der Weg sich durchzusetzen der richtige und allein mögliche sei. Ich nenne das immer den Weg "mit dem Kopf durch die Wand".
>Nimmt man diese vier Faktoren zusammen, was blieb dem Mädchen denn noch außer dem Weg, den sie nun eingeschlagen hat?
>Was sie nun bräuchte wären Menschen, die ihr eine andere Sichtweise vermitteln könnten. Die ihr andere Wege aufzeigen könnten. Die für Gespräche offen sind.
>Aber leider hat sie sich im Laufe der Zeit mit Menschen umgeben, die fast genauso sind wie ihre Eltern.
>Und ich sitze hier und überlege, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, wie ich diesem Mädchen helfen kann, ihre Chancen zu erkennen.
>Liebe Grüße
>Eric

Hallo Eric
es ist wird schwer sein, diese Sichtweise ihr zu vermitteln, das außer sich mit Drogen zu zu deckeln.
Aber du kannst sie ja im Gefängnis besuchen und die Möglichkeit ihr anbieten, andere Wege zu gehen.
Ich denke das sie da auch einen Entzug machen muss, weil sie dort nicht an diesen Stoff Droge rankommt.
Ich weiß nicht wie du das immer anstellen wirst, aber sie braucht ganz viel Zuwendung, ein Stück der Geborgenheit und das jemand da ist. Man kann die Adresse ausfindig machen, wo hat sie gewohnt oder an den Eltern.
Ich finde das gut was du machst und das du Gedanken darüber machst, es sind wenige die solche Menschen helfen.
Eric da hst du eine schwere Aufgabe, ich hoffe das du viel Erfahrungen hast und du dir auch Hilfe holst,
man kann die andere Sichtweise vermitteln und das sie die Möglichkeit hat und du ihr helfen möchtest, es wird schwer sein.
Wichtig du bist da und gibst ihr Mut, das sie diese Chance hat.
Bei uns in der Familie war nur das Geld wichtig, leider. Es gibt auch Sichtweisen wo auch andere Aspekte wichtig waren, aber wenn ich da an meinen Sohn denke da haben die versagt. Der Stiefvater hat sich mit Alkohol zu gedeckelt und viel verdient für seine Sucht und die Mutter hat sich mit Arbeit zu gegedeckelt und so getan als sei alles OK.
Es wird schwer sein, hier wirklich das wichtigste zu geben, denn das ist die Liebe, die Fürsorge miteinander und dann zu schauen wieder neu zu beginnen, ich kenne Menschen die es daraus geschafft haben. Eric ich wünsche das du da bist für sie, aber sorge auch für dich das du die Kraft hast, für sie da zu sein.
Bei Menschen wo nur das Geld zählt, das kann einen traurig machen, man braucht es zwar aber so das man Essen auf dem Tisch hat und ein Dach über den Kopf, also für das Notwendigste.
Ihr da was Neues zu vermitteln die Lebensinsel zu zeigen, die Hoffnung, das Ziel für was bin da und was will ich aus meinen Leben machen, wird schwer sein.
Ich geben dir ganz viel Mut dazu, Kraft und dein Ziel immer vor den Augen zu halten, Eric das ist ganz bewundernswert von dir, halte dir immer das Ziel vor deinen Augen, es gibt ein Weg daraus.
Es grüßt Dich ganz lieb
die Sisi




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