Re: Was ich unter Selbstverantwortung verstehe
Geschrieben von sehnsucht am 06. Februar 2008 16:48:04:
Als Antwort auf: Was ich unter Selbstverantwortung verstehe geschrieben von Eric am 05. Februar 2008 22:58:21:
hallo ihr zusammen lieber eric
>Hallo lieber Dirk,
>hallo liebe Schotterblumen,
>Du hast Recht, das Wort "Heilung" in der Überschrift ist arg verkürzt und daher nicht ganz treffend.
>Deswegen schrieb ich im Text des Postings dann nicht von "Heilung" (die es bei einem Trauma ja sowieso nicht gibt, weil es keine Krankheit ist), sondern dass jemand, der Selbstverantwortung übernommen hat heil ist.
>Was also verstehe ich unter Selbstverantwortung?
>Um die Verantwortung für sich selbst übernehmen zu können, ist Grundvoraussetzung, dass ich überhaupt weiss, für WEN ich Verantwortung übernehmen will.
>Ich muss mich also zuerst selbst erkennen.
>Wer ist dieses ich?
>WAS ist dieses ich?
>Was will dieses ich?
>Was ist, wenn es seine Ziele erreicht hat?
>Wo bin ich dann?
>Ist das dann überhaupt ein Vorteil?
>Stehen die Ziele fest, sind sie bei jedem Menschen gleich, oder sind sie beliebig?
>Wenn sie beliebig sind, was haben sie dann überhaupt für einen Wert?
>Ist dieses ich eigenständig oder wird es durch meine Gedanken erst definiert?
>Wenn es durch meine Gedanken definiert wird, ist es dann nicht beliebig auswechsel- und wandelbar?
>Welchen Wert hat es dann überhaupt?
>Soll ich versuchen, meine Umwelt meinem "ich" anzupassen oder mein "ich" meiner Umwelt?
>Was ergibt das für einen Unterschied?
>Gibt es überhaupt einen Unterschied?
>Habe ich diese Fragen beantwortet, dann bin ich in der Lage zu erkennen, was die Konsequenzen meines eigenen Handelns sind. Das ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Punkte überhaupt.bis hier her gebe ich dir vollkommen recht. halte es sogar für eine gute entscheidung, wenn ich mir diese fragen immer wieder neu stelle. denn was heute für mich richtig ist, muss nach einiger zeit nicht mehr unbedingt den selben stellenwert haben für mich. würde unflexibel und starr werden, wäre nicht mehr bereit für neues.
>Geben ich die Verantwortung für mich selbst an andere ab, dann übertrage ich auch die Verantwortung für die Folgen meiner Taten an andere. (Es ist immer ein anderer "Schuld").für viele, denen es sehr schlecht geht, die unter der selbstverantwortung zusammenbrechen, ist das das beste was sie tun können. dadurch, dass sie die verantwortung abgeben, haben sie entlich die möglichkeit, wieder zur ruhe zu kommen. sie haben die möglichkeit zu sehen, dass entscheidungen die für sie entschieden werden gut für sie sind. sie haben dann die möglichkeit in ihrem tempo langsam lernen wieder selbst schritt für schritt selbst einen teil der verantwortung zu übernehmen, ohne sofort wieder total überfordert zu werden. bis sie allmählich in der lage sind ihre alleinige verantwortung zu übernehmen.
>Das bewahrt mich aber nicht davor, trotzdem mit den Konsequenzen meiner Handlungen leben zu müssen, denn diese lassen sich nicht übertragen.
nein lassen sie nicht, doch für die lassen sie sich besser entlich erträglich ertragen.
>Nur fühle ich mich dann immer ungerecht behandelt, weil ich die Verantwortung dafür nicht mir selbst zuschreibe und somit nicht erkenne, dass ich sie selber herbeiführe.
für welche die selbstverantwortung selbst tragen wollen, jedoch die nötige erkenntnis fehlt sicherlich. doch ist ein unterschied, werde ich wirklich ungerecht behandelt, oder empfinde ich dies so. dies alleine zu entscheiden ist je nach eigener wahrnehmung nicht immer selbst möglich.
braucht allso unterstützung von anderen.
>Erkenne ich aber die Konsequenzen meines eigenen Handelns, kann ich entweder mein Handeln und meine Entscheidungen verändern, um die Konsequenzen zu verändern oder ich bin in der Lage, die Konsequenzen zu akzeptieren, weil ich sie ja selber herbeigeführt habe.
hmm, wenn ich svv habe, essstörungen, ängste, emutionsstörungen... ist dies heftig zu lesen. mal ganz ehrlich.
>Ich erkenne meine Handlungsmöglichkeiten und fühle mich nicht mehr durch andere bestimmt.
>Und das wiederum ist der Grund für meine These, dass ein Mensch, der Selbstverantwortung übernommen hat, heil ist.
>Ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert geschrieben.für mich nicht zu kompliziert. doch für mich selber so noch nicht selbst machbar. ich brauche noch hilfe. würde mir schaden, wenn ich sie nicht annehmen würde. und allen die mir begegnen.
vielleicht noch zur erklährung zu dem was ich schrieb.
seit nov arbeite ich auch in einer einrichtung. bin für ein haus im hauswirtschaftlichen bereich zuständig. dort wohnen junge leute mit schweren psychischen problemen die auch drogenprobleme hatten. wenn ich dort diese leute mit dem was du schreibst so konfrontieren würde, wäre ich sehr schnell mein job los. für die ist es wichtig, ganz langsam zu erkennen, das das was du schreibst für sie gut ist. jetzt zur zeit brauchen die meisten genau das was ich geschrieben habe. jetzt stehst du auf, für dich ist es besser du legst dich lieber wieder hin. du bist in der lage dein zimmer selbst zu reinigen. bitte lasse dir dabei helfen, du würdest dich damit überfordern, du übernimmst das ....! versuche für dich verständnis zu haben, so wie es dir gerade geht ist es leider nicht möglich, du bist sehr wohl in der lage...
ist praktisch alles nicht so einfach wie schreiben.lesen doch nicht hier nur wir paar die hier auch schreiben. wenn wir nicht bereit sind auch an die zu denken, denen es gerade so was von schlecht geht, sind wir am sinn der schotterblume heftig vorbeigeschrammt. selbst wenn alles so stimmt und vollkommen richtig ist. auch meine erkenntnis kam stücklesweise. und fehlt noch ganzes stück.
liebe grüße von sehnsucht
- Re: Was ich unter Selbstverantwortung verstehe DRSBo 06.02.2008 21:17 (1)
- Re: Was ich unter Selbstverantwortung verstehe sehnsucht 07.02.2008 00:20 (0)