Re: Verantwortung = Heilung

Geschrieben von kleineRaupe am 04. Februar 2008 17:26:44:

Als Antwort auf: Re: Verantwortung = Heilung geschrieben von DRSBo am 04. Februar 2008 13:01:02:

Hallo Dirk

Wenn ich darf, möchte ich gern versuchen etwas zu dem Schreiben, was du geschrieben hast.

Im Grunde geht es um die Theorie, diese in die Praxis umzusetzen ist um vieles schwerer...das ist wie mir hier jemand was schreibt, was empfiehlt, Worte sind immer um ein vielfacher einfaches, als sie umzusetzen. Hmm es geht darum, dass Kopf und Gefühl vielmals meilenweit voneinander entfernt ist.
So tut jeder Mensch das, was ihm gut tut....er hat in der Hand, wie er sich entscheidet, oder was er aus einer Situation macht...jeder Mensch handelt für sich aus bestem Gewissen heraus, weisst du in meinen Augen sollte da keine Wertung drinliegen...ob es gut oder weniger gut ist was Mensch macht.
Jeder Mensch macht soviel wie er kann, und das ist doch gut so :)
Weisst du, wenn es mir schlecht geht, spüre ich das...nun kann ich diesem Gefühl soviel Kraft geben, dass es mir noch sehr sehr lange schlecht geht, weil ich mich daran halte....oder ich nehme an, dass es mir Jetzt grad nicht gut geht, vielleicht auch morgen noch nicht gut gehen wird, doch ich gehe meinen Weg weiter, damit es mir wieder besser gehen kann.
Ich mache in dem Moment, das was für mich in meinen Augen am besten ist.

*Lächel* alles dafür zu gebend damit du glücklich werden kannst....weisst du was mir da so spontan in den Sinn kommt? ...die Kunst, das Glück im Kleinen wahrnehmen zu können. Weil Glück...ja das ist eine Definitionsfrage und für alle Menschen wieder mit anderm Inhalt gefüllt.
Wenn du 30 Jahre lang, dich zum Krüppel arbeitest, das nie reflektierst, nicht feststellst, dass du nicht glücklich bist, dann war es vielleicht zu dem Moment noch zu früh, um zu fragen, was deine wirklichen Werte / Ziele im Leben sind.
Vielleicht hast du soviel gearbeitet, weil du dachtest, das es gut für dich ist und nach 30 Jahren stellst du fest, dass es nun so nicht mehr stimmt. So übernimmst du doch auch wieder Verantwortung weil du hast es in der Hand daran etwas zu ändern. Manchmal braucht es ganz viel Zeit, bis Mensch erkennen kann, dass ihm / ihr was nicht gut tut. ;)

Die Vergangenheit kann man nicht vergessen, das sehe ich wie du, weil sie prägt...doch was ich aus dieser Prägung mache, das wiederum liegt in meinen Händen.
...und nein, das geht nicth einfach mal so von heute auf morgen....es ist ein Prozess, ein Lebensprozess. Auch wenn ich mal stehenbleibe, ist das für etwas gut.
hmm das wäre wenn....wenn ich eine andere Vergangenheit hätte, wäre ich heute vielleicht nicht hier und würde hier nicht schreiben (gut für euch vielleicht, dann ginge ich niemandem auf den Geist *zwinker*)
Weisst du....hmm ich geb dir gern meine private Ansicht dazu....nur ich denke das es auch viele schockieren wird.
Also, ja die Vergangenheit prägt mich, ich kann sie nicht verändern, das liegt nicht in meinen Händen, nicht in meiner Verantwortung. Aber was ich kann, ist daraus was gutes tun....ich kann sie so einsetzen, diese Erinnerungen und Erfahrungen, dass sie vielleicht eines Tages andern Menschen helfen kann, die in einer ähnlichen Situation sind.....das ist mein Ziel...was ich eines Tages erreichen möchte.
Merkst du den Unterschied? ....ja die Vergangenheit prägt, aber damit, dass ich sie auch umdrehe, also das positiv Umsetze...gibt es einen Sinn. Weil wegtun, werde ich diese Erfahrungen niemals können. Sie gehörten zu mir, wie zu einem andern Menschen wieder eine andere Vergangenheit gehört.

Ist es schlimm Hilfe anzunehmen? ....heisst du das die Selbstverantwortung aufzugeben oder dass ich mich nicht alleine "heilen" kann?
Hmm laut der Theorie ....die auch hinter der Anfangsfrage steht, geht vieles auch von dem Kohärenzdenken von Anton Anonovsky einher.
Hilfe annehmen ist total ok, (auch wenn ich selber total Mühe damit habe)

Ja, es macht traurig, wenn man immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommt ....und doch du entscheidest wiederum, wie du mit diesen Steinen umgehst und wenn erstmal Pause aufgeben angesagt ist....dann hat das seinen Sinn vielleicht weil du dann wieder ein bisschen auftanken kannst, bzw. darüber nachdenkst, wie es sonst auch weitergehen könnte.
Es stimmt schon, von aussen ist man immer wieder gefordert, ....dieses kann einem manchmal ganz schön den Boden unter den Füssen wegziehen...doch warum geht das? ...ich denke weil da einfach viele Dinge bei einem selber sind, die dadurch aktiviert werden.

In einem Satz gesagt, das Leben ist immer und immer wieder eine Herausforderung, Menschen können einem weh tun doch wichig finde ich, was ich daraus mache....auch wenn es Fehler sind manchmal, auch daraus kann ich wieder viel lernen.

...und das es nicht so einfach ist, wie ich es schreibe.....hmm das bekomme ich immer mal wieder zu spüren.

Das es weh tut, wenn andere Menschen sagen, dass man einfach nicht will.....das ist mir total verständlich, doch im Grunde haben sie gar nicht das Recht dazu, dich in etwas zu verurteilen wo du nur selber ein Urteil abgeben kannst.
Das es dir so weh tut, könnte vielleicht evt. daher sein, weil du ähnlich über dich denkst, und wenn das von aussen bestättigt wird, tut es extrem weh.
Nur....eben, im Grunde bist du so wie du bist ok :) ...und meist liegt es auch an sich selber, dass man sich selber nicht so sehen kann, dadurch auch eine perfekte Zielscheibe wird, wenn andere das noch im weitesten Sinne "bestätigen"

Wenn jemand ein Leid hat ist er selber schuld daran....sehe ich nicht so. Doch derjenige hat es in den Händen ob er darunter ein Leben lang leiden möchte, oder guckt, wie er es verarbeiten kann.....und das ist auch wieder ein Prozess...so schnell geht das nicht. Das wäre auch zu schön ....

Ja die Nazis haben einen Rassenwahn gehabt....hmm ich denke es geht mehr darum, unter den gegeben Umständen das für einen best mögliche zu machen und selbst das ist arg arg schwer unter solchen Umständen, schon rein darum weil die Todesangst dazukommt.
Doch die Salutogenese von Anonovsky wurde daraus gegründet.....

*Lächel* ich denke jeder Mensch braucht Rückhalt, Unterstützung und das das nette L.Wort .....doch wiederlegt das die anfängliche These?

hmm ich hoff ich hab mich richtig ausgedrückt.

mit lieben Grüssen
kleineRaupe



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