Re: stationäre, medizinische Reha mit Schulkind: Wer, wo, wie?

Geschrieben von blackroselila am 01. November 2010 06:22:37:

Als Antwort auf: Re: stationäre, medizinische Reha mit Schulkind: Wer, wo, wie? geschrieben von Eric am 31. Oktober 2010 20:13:56:

Hallo Eric,
zunächst mal freue ich mich sehr über dein Feedback! Da ich schon des öfteren Kommentare/Re`s von dir in den Foren gelesen habe, schätze dich sehr als kompetenten, hoch empathischen, menschlich koscheren Erdenbürger mit ganz gesundem Menschenverstand! Diesen Eindruck habe ich zumindest, wenn ich deine Beiträge lese und ich wollte dir dies einfach mal so rückmelden!
Was meinen bevorstehenden Klinikaufenthalt anbelangt, möchte ich noch einige Inputs geben: ich war bereits schon 3x in psychosomatischen Kliniken, jeweils im Abstand von ca. 10 Jahren. Ich nahm auch immer mal wieder ambulante psychotherapeutische Behandlungen in Anspruch (wie bereits erwähnt, bin ich aktuell seit Anfang diesen Jahres wieder ambulant in Behandlung). Ich habe demnach, wie viele andere hier, diesbzgl. bereits eine längere Reise hinter mir.
Mein Missbrauchthema wurde zwar sowohl von mir, als auch in einer Klinik bzw. bei meiner aktuellen Therapeutin, lediglich angesprochen/erwähnt, aber noch nie weiter thematisiert. Ganz konkret habe ich bei meinem letzten Klinikaufenthalt vor 7 Jahren meine sexuellen Missbrauchserfahrungen (in der Kindheit) im Lebenslauf stichpunktartig aufgeschrieben, das was ich eben noch weiß darüber, da ich damals noch sehr klein war. Die fortlaufenden Erfahrungen (Schulkindalter) von damals konnte ich etwas näher erläutern, ist aber trotzdem vieles aus der Erinnerung für mich nicht mehr bzw. noch nicht greifbar ( Thema Selbstschutz).
Da ich selbst nicht adäquat damit umgehen konnte -bis dato noch nicht (für mich ausreichend)- hatte ich bisher die Erwartung, den unausgesprochenen Wunsch an die Therapeuten (egal welche), mir diesbzgl. behilflich zu sein; das sind doch die Experten, die Objektiven, die Supervisoren!Ich selbst bin die Betroffene und dadurch viel zu stark befangen!
Zu meiner (aktuellen) Therapeutin sagte ich mal:“ Was bringt mir das letztenendes, wenn ich lediglich um meine Missbrauchserfahrungen weiß (um die Erinnerungsstücke) und um die daraus von mir selbst vermuteten resultierenden Befindlichkeiten, Empfindungen, Aktionen und Reaktionen, Haltungen u.ä. unter denen ich selbst und auch meine Umwelt leidet bzw. das Miteinander dadurch erschwert bzw. gestört ist/wird? Das kanns doch noch nicht gewesen sein! Daraus müßte/sollte etwas, irgendetwas,resultieren!“
Ich selbst weiß aber nicht, was und vor allem nicht wie! Ich habe einfach nur den starken Wunsch, heile bzw. heiler zu werden um den Leidensdruck sowohl für mich selbst als auch für mein direktes Umfeld zu minimieren!! Brauche dabei aber Hilfe!!
Durch meinen Beruf (Heilerziehungspflegerin), durch literarische Auseinandersetzung mit diesem Thema und u.a. durch meine bisherigen therapeutischen Erfahrungen weiß ich um div. psychologische Hintergründe, Fakten, Phänomene …; arbeite m.E. zum Teil auch sehr hart an mir, stoße dabei aber immer wieder an Punkte, wo`s eben alleine nicht weiter geht!
Mein Lebenskonzept ist das einer Spirale (nehme an, das sagt dir einiges), bei der der Weg von innen nach außen geht, der Lebensweg eben (faktisch ja auch) immer weitergeht. Und dabei gibt`s immer wieder „Stop`s“, Themen, die ich schon kenne, die mich mein Leben lang schon begleiten. Ich kann „Hallo!“ sagen oder „Ach,da bist du mal wieder, mein Lebensthema!“; kann`s mir anschauen und feststellen, dass ich mich weiter ent-wickelt habe (u.a. ja auch altersmäßig); kann reflektieren, wie ich mit meinem Thema aktuell umgehe; welche Werkzeuge ich mittlerweile benutze ect.
Das alles mache ich aber bis dato (weitgehenst) alleine!Da ist niemand, der mir zur Seite steht, an die Hand nimmt, der mich auffangen und halten kann, wenn ich trudele, stolpere oder ab-stürze! Punktuell, in akuten Situationen gibt`s das zwar mal für kurze Zeit, dass da jemand ist, dass ich jemanden finde, der zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz ist. Und nun kommt mein dickes „Aber“: aber eben nicht, wie von mir gewünscht, über einen längeren, stabilen Zeitraum!
Und genau an diesem Punkt stimme ich z.B. mit dir überein, was angemessene Erwartungen an eine ambulante Therapie sind!
Den Klinikaufenthalt sehe ich lediglich als Zeitfenster, momentan hauptsächlich als Möglichkeit einer dringend nötigen Auszeit-Möglichkeit in geschütztem Rahmen.
Obwohl ich nun noch viel mehr schreiben könnte (es scheint so, als habe ich Nachholbedarf), möchte ich es jetzt einfach mal so stehen lassen und einen Punkt setzen. Das Schreiben strengt mich auch etwas an, der Text ist nun lange genug (hat m.E. bereits Überlänge)...
Mal sehen, vielleicht nehme ich mir dieses Wo.ende nochmals Zeit, bzgl. meiner Überlegungen, Sorgen zu schreiben, was die „Gesundheitsstörungen“ meiner Tochter anbelangen. Ich fühle mich nämlich anhand deiner Anmerkungen hierzu etwas missverstanden.
Aber wie gesagt, hierzu evtl. ein ander Mal mehr!
Ein ganz herzliches Dankeschön und liebe Grüße!
blackroselila


„Alles, was man vom Leben lernen kann ist in 3 Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!“




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