Re: sich verliehren macht Angst - Triggergefahr

Geschrieben von Helena am 24. Juni 2010 10:28:52:

Als Antwort auf: sich verliehren macht Angst - Triggergefahr geschrieben von Dahama am 23. Juni 2010 15:51:22:

>Hallo ihr lieben,
>mir wächst mal wieder wie so oft alles über den Kopf. Und statt mir mal ne Auszeit zu nehmen, mach ich so weiter und hab dann, das Gefühl mich zu verlieren oder aufzulösen. Ich kann mich dann nicht wirklich zurück holen, nur ablenken - was ich hiermit auch mache.
>Von außen betrachtet schaffe ich fast alles. Bekomme deswegen auch bewunderte Kommentare. Aber ich bin nicht in der Lage, Menschen in meinem Umkreis etwas von mir mitzuteilen. So stehe ich, in diesen Situationen ganz alleine da. Kennt ihr das auch? Was macht ihr, wenn ihr solche Gefühle habt. Besser kann ich diesen Zustand leider nicht beschreiben.

Hallo Dahama,
wenn solche Gefühle kamen, dann hatte ich keine Wahl, es galt sie auszuhalten, bis ich mich beruhigt hatte. Ich habe versucht, Zahlen zusammen zu zählen, in den Momenten vorher, bei mir kündigten sich diese Gefühle irgendwie immer schon an.
Ich habe, wenn sich alles beruhigt hatte, einen sicheren Ort visualisiert, es ist auch heute noch ein Garten, da steht mein Lieblingsbaum, eine Weide, und da gibt es eine weiße Blume, die mit der Zeit immer ein bißchen höher gewachsen ist.

Versuch es, Dahama, vielleicht gibt es sogar einen realen Ort, an dem du dich sehr wohl und vor allem sicher gefühlt hast, oder du gestaltest dir einen inneren Ort. Ich habe diesen Ort oft aufgesucht, besonders dann, wenn es mir gut ging. Dann ist es einfacher, ihn zu "besuchen". Mit der Zeit, nimmt dieser Ort einen größeren Raum im eigenen Leben ein, er ist verbunden mit dem angenehmen Gefühl von Sicherheit.
Es ist so, daß man/frau in diesen Situationen ganz alleine da steht, das hast du ja auch geschrieben Niemand kann das Leben eines anderen Menschen wirklich nachvollziehen, da wir alle verschieden erleben, je nachdem welche Erfahrungen gemacht wurden.
Allerdings sehe ich es so, daß sich durch dieses Allein-Sein eine Stärke entwickelt, sein eigenes Leben in eine Unabhängigkeit zu bringen. Spüren zu können, daß ich es alleine geschafft habe, mit diesen Situationen klar zu kommen, bedeutet für mich einen Schritt in die Selbstbestimmung und damit in Richtung Heilen.
Ich kann heute für mich sagen, daß vorher immer Situationen waren, in denen ich nicht "bei mir geblieben" bin. Daraufhin hat mein Unterbewußtsein mir das unübersehbare Zeichen gegeben, indem ich gefühlsmäßig überschwemmt wurde. Schau dir die Situationen vorher vielleicht ein bißchen genauer an, was hast du vorher gemacht, warst du mit Menschen zusammen, wenn ja, was haben sie gesagt oder gemacht? Beziehungsweise, was hast du gesagt oder gemacht? So ergibt sich die Möglichkeit, den Ursachen ein Stück näher zu kommen.

Herzlichst Helena




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