Re: wann reden die mitwisser und mittäter?
Geschrieben von Helena am 29. April 2010 09:44:46:
Als Antwort auf: Re: wann reden die mitwisser und mittäter? geschrieben von raschida am 28. April 2010 22:26:02:
Hallo Rachida, hallo Schotterblumen,
ich empfinde genauso, wie du es ausgedrückt hast.
Einerseits erkenne ich unheilvolle Strukuren in Beziehungen, die förmlich danach schreien, thematisiert und im besten Falle aufgearbeitet zu werden, andererseits habe ich mein eigenes Schutzbedürfnis, das mir in solchen Momenten oft abhanden kommt. Da bin ich ein Gefühl und sinke hinein, mein Anker sucht auf Geröll seinen Halt und droht, wegzurutschen. Ich brauche viel Zeit, um eine Distanz zu bekommen, die meinem Verstand wieder mehr Raum gibt, daß ich übehaupt handlungsfähig werde.
Wenn ich dann in der Lage bin, zu thematisieren, stelle ich fest, es wird weiterhin weggeschaut, geht mittlerweile auch in die Richtung, daß ich das Gefühl habe, gemieden zu werden. Es wird weiterhin der Fokus darauf gelegt, das Haus, das Auto, das Boot zu retten. Und mittendrin die Kinder, die nächste Generation, die auf genau diesem Pfad weitergehen wird, den ihnen die Eltern und andere sog. Erwachsene vorleben.
Diese Wahrnehmung bringt mich an meine Grenze des Erträglichen, denn auch mein Kind ist mittendrin und trifft jeden Tag mit Kindern zusammen, für die soziales Miteinander keinen Platz zu haben scheint. Ich kann es jeden Tag aufs Neue beobachten. Stellt sich für mich die Frage: "Wird mein Kind zum Außenseiter, weil wir als Eltern uns bemühen, der Mitmenschlichkeit mehr Platz zu geben, Unzulänglichkeiten von uns wahrzunehmen und auszusprechen, statt sie zu bewerten und in das gesellschaftlich etablierte Muster einzureihen:" wer Schwächen zeigt, wird nicht anerkannt"?Ich habe das Gefühl, ich kann meine Tochter nicht stark machen für dieses Leben, da ich selbst nicht stark genug bin, den o.g. Strömungen Stand zu halten, die einzig und allein das Materielle als erstrebenswert und soziale Kompetenzen als Störfaktor ansehen. Wird meine Tochter später von einer Therapie in die nächste müssen, um ihr inneres Zuhause zu spüren, das sie im Außen nicht finden kann, weil die Strukturen so sind wie sie sind? Wird sie die Balance finden, um zu sagen:"Ich lebe gern".
Liebe Grüße an euch
Helena
- Re: wann reden die mitwisser und mittäter? raschida 29.04.2010 12:10 (3)
- oh einige tippfehler wohl raschida 29.04.2010 15:52 (2)
- Re: oh einige tippfehler wohl Helena 01.05.2010 21:53 (1)
- sich ebenfalls verneigende raschida 02.05.2010 18:12 (0)