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Schotterblume zu Besuch im Musiktheater in der Schweiz




Gewalt- eine häufige Folgeerscheinung der Missbrauchserlebnisse in der Kindheit! Bei vielen Menschen besteht die Tendenz, wieder und wieder bekannte Situationen aufzusuchen, und nach dem zerstörerischen Motto zu leben: "Lieber das bekannte Unglück, als das unbekannte Glück." Welche schrecklichen Folgen dieses Motto haben kann, versucht das Musiktheater Bern anhand des Musikdramas "Salome" aufzuzeigen. Die Handlung basiert auf dem biblischen Stoff um Herodes, seiner Ehefrau und der Stieftochter Salome.

Menschen, die als Kinder die Sprache der Gewalt gelernt haben, akzeptieren sie "irgendwie als normal", und können zu Opfern oder zu Tätern werden, wenn sie ihr Trauma nicht aufarbeiten. Vorsicht! Der Inhalt des Musikdramas könnte Betroffene triggern. Denn das Musiktheater Bern hat sich genau mit dieser Thematik auseinandergesetzt.

Katja Bury hat recherchiert, und ist auf die Gedichte von "unserer Dagmar" gestossen - es scheint, als ob die Gedichte "Prinzessin" und "Gummibärchen" haargenau die Gefühle der "Figur der Salome" beschreiben würden. Aus diesem Grund, hat sie diese dazu verwendet, um die Gefühle von Salome im Programmheft näher zu analysieren.

Stieftochter Salome wird von ihren Eltern nicht geliebt. Sie muss "lüsterne Blicke" ihres Stiefvaters ertragen, und bekommt jeden Wunsch erfüllt, wenn sie für ihn tanzt. Also tanzt sie unter einem weißen großen Tuch für ihn.

Als das Tuch entfernt wird, und die männlichen Personen darunter gezeigt werden, tragen diese alle keine Hemden mehr. Welche widerlichen Dinge sind wohl unter diesem weißen Tuch wirklich passiert?

Salome ist in den Propheten Jochanaan verliebt, der im Gefängnis ist, da er Herodes' Frau der Unzucht und Blutschande beschuldigt. Mit immer stärker werdender Leidenschaft und Begierde verlangt Salome, Jochanaan zu küssen, doch dieser weist sie konsequent zurück. Diese Ablehnung "triggert" Salome unvorstellbar schmerzlich, da sie niemals wahre Liebe von ihren Eltern erfahren durfte. Ihr Schmerz über die Ablehnung eines von ihr geliebten Mannes ist so riesig, dass sie blind vor Schmerz, Rache fordert, und sich den Kopf Jochanaans in einer Silberschüssel als Entlohnung für ihren Tanz unter dem weißen Tuch, von ihrem Stiefvater wünscht. Sie möchte ihn endlich küssen können. Sie ist somit zur Täterin geworden, und hat den "Teufelskreis vom Missbrauch" nicht durchbrechen können, obwohl sie einsieht, dass es Liebe hätte werden können, wenn sie den Mann ihrer Träume nicht hätte töten lassen. Herodes hingegen ordnet voll Abscheu den Tod der eigenen Stieftochter an, ohne zu begreifen, dass sein eigenes Verhalten seiner Stieftochter gegenüber ebenso abscheulich ist.

Herzlichen Dank an Katja Bury, Musiktheaterdramaturgin, und an das Musiktheater Bern, für die Einladung zur Vorführung von "Salome", und die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit von Schotterblume zum Thema Kindesmissbrauch durch die Verdeutlichung der Gefühle von Salome, und die Weiterverbreitung unserer Schotterblume Flyer!