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Gibt es eine Kinderporno-Lobby?

Spekulationen über die Hintergründe der "Internetsperren"

Immer wenn Gesetzesvorhaben verwässert, verdreht oder sinnentstellt wirken, kommen schnell Spekulationen auf dass vielleicht eine Lobby dahinter steckt, die denn Sinn von Gesetzen im schlimmsten Fall in ihr Gegenteil verkehren kann.

Bei den sog. "Internetsperren" ist das nicht anders, denn viele Menschen fragen sich, wieso unsere Regierung stur an einem Vorhaben festhält, das dermaßen umstritten ist und dermaßen viele Nachteile hat.

Aber denken wir doch einmal genauer darüber nach und spekulieren, was denn eine Kinderporno-Lobby fordern würde, wenn es sie denn gäbe:

1. Einen eigenen, geschützten Bereich im Internet der verhindert, dass "Normalbürger" immer wieder Anzeige erstatten oder die Löschung von Kinderporno- Sites erwirken.

Dies wird vom Vorhaben unserer Regierung in perfekter Weise umgesetzt. Ohne Vorkehrungen landet jeder Bürger auf einer "Stopp-Seite", wenn er versehentlich eine Kinderporno-Site anklickt. Gleichzeitig wird aber sichergestellt, dass Kinderporno- Konsumenten mit wenigen Handgriffen ihren PC so umstellen können, dass sie ungehindert auf "ihre" Kinderporno- Sites zugreifen können. Das bestätigten unlängst auch Richter des Landgerichts Hamburg, denen dies selbst innerhalb von Minuten gelang, obwohl sie in solchen Dingen ungeübt sind.

2. Eine Bestandssicherung für Kinderporno- Sites.

Jeder der eine eigene Website betreibt und diese schon einmal zu einem anderen Provider umgezogen hat weiß, dass das oft ein wenig umständlich und nervig ist und manchmal auch noch zusätzlich Geld kostet. Davor wollen Kinderporno- Betreiber sich natürlich schützen. Und genau das wird mit dem Vorhaben unserer Regierung in "vorbildlicher Weise" bewirkt. Denn einmal auf der "Sperrliste" wird nichts mehr gegen die Website und deren Betreiber unternommen, wie Erfahrungen aus Ländern beweisen, die solche "Sperren" schon eingeführt haben. Andernfalls wäre die Liste ja auch sinnlos, denn was soll eine Liste von Sites, die bereits gelöscht wurden?

3. Ein Inhaltsverzeichnis aktueller Kinderporno- Sites.

Jeder Internetnutzer weiß dass es oft schwierig ist, in der Fülle der Informationen des Internet das zu finden, wonach man sucht. Bei Kinderpornos ist das noch schwieriger, denn Suchmaschinen wie Google ergreifen Maßnahmen um zu verhindern, dass Kinderpornos über die Suchmaschine gefunden werden können, auch wenn diese nicht perfekt sind und immer wieder Sites "durchrutschen". Die Gemeinschaft der Kinderporno- Konsumenten hat es also nicht immer leicht, zueinander und vor allem zu den Sites ihrer Begierde zu finden. Aber auch hier schafft unsere Regierung Abhilfe, die man aus Sicht einer Kinderporno- Lobby nur als "vorbildlich" bezeichnen kann. Denn die Liste der zu sperrenden Websites, die unsere Regierung zu verbreiten gedenkt, erfüllt ja genau die Aufgabe eines Inhaltsverzeichnisses. Natürlich wird behauptet, die Liste wäre geheim und unzugänglich. Im Web kursierende Listen anderer Länder beweisen jedoch das Gegenteil.

Die Wünsche und Forderungen einer Kinderporno- Lobby werden also durch die geplanten "Internetsperren" unserer Regierung perfekt erfüllt. Wer will angesichts dieser Fakten noch glauben, dass es eine solche Lobby nicht geben soll?

Aber wo ist die Lobby unserer Kinder?

Wer sorgt dafür, dass die Kinder in unserem Land nicht missbraucht werden?

Wer sorgt dafür, dass sie nicht zusätzlich gedemütigt werden weil die Bilder ihres Missbrauchs im Internet herumschwirren, wenn sie schon missbraucht wurden?

Wer löscht den Müll aus dem Internet, statt ihn nur mit "Sperren" zu verschleiern?


Allenthalben ist zu hören und zu lesen, dass unsere Regierung zu wenig Know-How hat, um die anstehenden Probleme zu bewältigen. Das ist an sich ja noch nichts schlimmes. In jeder Firma in unserem Land ist das genauso. Und weil das so ist, werden Experten für bestimmte Aufgaben "eingekauft".

Wieso kann unsere Regierung das nicht auch so machen?

Wieso holt sie sich nicht ein paar Experten von Google und greift auf deren Ressourcen zu, um Kinderporno- Sites schnell aufzufinden? Wieso wird keine Software erstellt, mit der ein Regierungsbeamter nur noch einen kurzen Blick auf die jeweils aufgeführten Websites werfen und dann einen Button anklicken muss, der automatisch eine Lösch- Anforderung an den jeweiligen Provider schickt, bei dem die Website gehostet ist? Wieso werden diese Websites nicht einfach am nächsten Tag auf "Wiedervorlage" genommen um zu prüfen, ob sie schon gelöscht sind, so dass ggf. weitere Maßnahmen ergriffen werden können? Damit könnte ein einziger Beamter an einem Tag tausende Kinderporno- Sites prüfen und löschen. So viele, wie es schätzungsweise überhaupt gibt. Irgendwann gibt jeder Site- Betreiber auf, die Site bei immer neuen Providern aufzumachen, wenn er merkt, dass er gegen ein weitgehend automatisches System ankämpft.

Aber das ist nur die technische Seite des Problems, die viel zu oft als Vorwand genommen wird, mehr Geld zu fordern. Das Problem scheint jedoch nicht zu wenig Geld zu sein, sondern zu wenig Ideen!

Viel wichtiger sind Präventionsmaßnahme in den Schulen. Die Strafverfolgung der Täter. Eine Zwangstherapie, um die Rückfallgefahr herabzusetzen. Aufdeckung der Tauschnetzwerke, die meist per Post laufen usw. usw.

"Internetsperren" sind zu einfach gedacht und der falsche Ansatz, der nicht geeignet ist, die Kinderpornografie einzudämmen.

Schotterblume e.V.