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Selbsthilfegruppen

Die Isolation ist eines der größten Hindernisse bei der Bewältigung sexueller Gewalterfahrungen. Verbündet Euch - redet miteinander!

Gruppenangebote

(teilweise fachlich angeleitet) für:
  • Frauen mit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit
  • Männer mit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit
  • Partner von Missbrauchsopfern
  • Eltern von Kindern, die missbraucht wurden
  • Frauen in / aus gewalttätigen Beziehungen
In unseren Gruppen finden Prozesse des Hilfe – Gebens und Hilfe - Annehmens wechselweise zwischen gleichermaßen Betroffenen statt, also durch Selbsthilfe - Vorbilder. Betroffene wissen einfach am besten selbst, wie es sich anfühlt und was es heißt mit ihrem speziellen Problem leben zu müssen.
Wir sprechen dabei zu recht, vom „Expertentum der Betroffenen“, von erlebter und erlittener Kompetenz. Eigenes Wissen und Erfahrungen werden in der Gruppe zusammengetragen und miteinander kombiniert. Alle Mitglieder sind aktiv und eigenverantwortlich beteiligt.
Eine solche Gruppe kann natürlich nicht alle evtl. notwendigen Hilfsmaßnahmen ersetzen.
Wir haben uns allerdings entschlossen, SH - Gruppen mit fachlicher Begleitung anzubieten. Eine Zusammenarbeit und ein Austausch, gemeinsame Gespräche und Diskussionen halten wir für sinnvoll. Expertenwissen der Professionellen und Erfahrung und Erkenntnisse von Betroffenen sollen sich in unseren Gruppen fruchtbar ergänzen.
Die Gründe für die Teilnahme an einer SH - Gruppe bzw. Therapiegruppe sind für jeden Menschen unterschiedlich und sehr persönlich. Beweggründe können beispielsweise sein:
  • aus Verzweiflung wieder herauszufinden und neuen Mut zu fassen,
  • das Leben trotz schwerer Probleme zu bewältigen,
  • Isolation zu überwinden,
  • der Wunsch, sich selbst durch die Begegnung mit anderen Menschen besser kennen zu lernen und zu verstehen,
  • Mehr Informationen zu bekommen,
  • Unterstützung, Anerkennung und vor allem Verständnis bei Menschen zu finden, die eine ähnliche Lebenssituation aus eigener Erfahrung kennen.
  • Anderen etwas weiterzugeben, sie ebenfalls zu unterstützen,
  • die Öffentlichkeit über Missstände, Probleme, deren Hintergründe und Ausmaße informieren.
Die Teilnahme an einer solchen Gruppe wird in der Regel aber letztendlich ausgelöst von zwei Haupt - Motiven:
Erstens vom „Leidensdruck“. Das heißt, die Betroffenen nehmen selber wahr, dass sie in eine undurchschaubare, schmerzhafte oder sogar bedrohliche Situation geraten sind, die oft ihr ganzes Leben in Frage stellt. Sie spüren, dass nicht weitergehen kann wie bisher, es muss etwas passieren, allein ist es nicht zu schaffen.
Man schaut sich nach Hilfe um, bei Freunden, Verwandten, bei professionellen Fachleuten und vielleicht eben auch bei einer Selbsthilfegruppe. Vielen Menschen fällt es äußerst schwer (besonders Männern!), das eigene Leiden, Hilfsbedürftigkeit und Ohnmacht , zunächst vor sich selbst und dann auch noch vor anderen einzugestehen. Es dauert meist lange, bis sie die Hürde überwinden und sich anderen öffnen, besonders wenn es sich, wie bei uns um er- und überlebte Verbrechen der körperlichen, seelischen und sexuellen Gewalt handelt.
Das zweite Motiv ist die Hoffnung - die Hoffnung, dass etwas zu machen ist, das es noch etwas anderes gibt als Resignation, Aufgabe, Verzweiflung.
Betroffene haben die Hoffnung, selbst etwas zu Besserung der Schmerzen und der Lösung ihres Problems beitragen zu können - im Unterschied zur Übergabe der alleinigen Verantwortung an professionelle Hilfssysteme, wie z.B. die Medizin.
Ob jemand dazu in der Lage ist, das eigene Leiden überhaupt zu spüren und den Mut aufzubringen, selbst aktiv zu werden, hängt allerdings ganz wesentlich von der eigenen Persönlichkeit ab, von der individuellen Lebensgeschichte, von Vorerfahrungen mit hilfreichen Beziehungen zu anderen Menschen und der sozialen Umgebung.


Betroffenen aus solchen Gruppen, berichten:

von eindrucksvollen Erfolgen der Selbsthilfe: hier wurden durchaus selbst lebensbedrohliche Krisen bewältigt vom Rückgang von Depressionen und Ängsten bei seelischen Störungen von einem anderen Umgang mit den oft verheerenden Folgeerscheinungen der Gewalterfahrungen, davon, dass durch heilsame Gespräche manches Beruhigungs- und Schmerzmittel ersetzt werden konnte davon, dass sie über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten besser informiert und zu einer/m „mündigen“ Patient/in wurden davon, dass sie (wieder) Dinge tun, die sich nicht (mehr) zugetraut hatten davon, dass sie sich wieder (lebendig) fühlen.
Näheres zu unseren eigenen Gruppen über den Verein.

© Schotterblume e.V.