Re: Mitgefühl für jeden?
Geschrieben von Molly am 01. Mai 2012 21:40:42:
Als Antwort auf: Re: Mitgefühl für jeden? geschrieben von Eric am 01. Mai 2012 19:19:16:
Okay, ich geb's auf.
>Liebe Molly,
>anscheinend ist unsere Verständigung wirklich nicht ganz einfach
>Aber ich versuche es trotzdem noch einmal.
>Du schreibst, Du bringst es nicht fertig, jeder Rechtfertigung mit Mitgefühl zu begegnen. Das tue ich auch nicht, denn Rechtfertigungen haben meiner Ansicht nach auch kein Mitgefühl verdient. Denn sie sind im Grunde nichts, sie sind ein paar Ideen, die in den Köpfen einiger Menschen herum spuken. Wieso also sollte ich mein Mitgefühl an ein Nichts verschwenden?
>Wem mein Mitgefühl gilt ist aber der Mensch, der diesen Rechtfertigungen auf den Leim gegangen ist. Auch dann, wenn er aufgrund seines Glaubens an diese Rechtfertigungen schlimme Dinge getan hat. Denn im Grunde hat meiner Ansicht nach kein Mensch die Absicht, anderen Menschen zu schaden. Und wenn er es aufgrund dieser Rechtfertigungen doch tut, dann schadet es ihm genauso wie den Menschen, denen er Schlimmes angetan hat, auch wenn er es vielleicht bewusst gar nicht merkt.
>Schon der Glaube an Gut und Böse ist genau so eine Rechtfertigung. Wie viele Verbrechen sind schon im Namen des "Guten" verübt worden? Ich glaube, sie zu zählen wäre ein unlösbare Aufgabe.
>Deswegen lehne ich diese Rechtfertigungsideologie "Gut/Böse" ab.
>Wenn ein Mensch zu Schaden kommt, dann ist das für mich ein schlimmes Ereignis, ganz unabhängig davon, was diese Rechtfertigungsideologie gerade dazu sagt.
>Oder bist Du etwa bereit, die Ermordung von Menschen als etwas Gutes zu betrachten und damit zu rechtfertigen, wenn diese Ideologie auf die Morde gerade den Aufkleber "Gut" drauf klebt?
>Liebe Grüße
>Eric