Re: Mitgefühl hat einen Schalter

Geschrieben von tiegerkätzchen am 08. April 2012 18:15:01:

Als Antwort auf: Mitgefühl hat einen Schalter geschrieben von Eric am 06. April 2012 15:18:26:

lieber eric,

ja, so wie du es schreibst hat mitgefühl tatsächlich einen schalter. allerdings finde ich das dieser schalter auch irgendwie zum selbstschtz da ist. denn wenn man mit einem täter das totale mitgefühl hätte, könnte man (denke ich) auch nicht einen gesunden abstand und ein gesundes wutgefühl entwickeln. zumindest sollte man dieses gefühl doch erstmal zulassen können, oder findest du nicht? das man im "zweiten schritt" dann vielleicht mal drüber nachdenkt warum, wiso, weshalb und dann vielleicht auch soetwas wie mitgefühl, für eine vorherige situation die letztlich dazu gefürt hat das er/sie zum täter wurde, entwickeln kann ist dann ja vielleicht auch möglich.
ich will mit dieser aussage keinen täter in schutz nehmen, denn dann könnte ja auch jeder der was blödes erlebt hat damit kommen: aber mir wurde doch auch etwas getan! doch ich finde das dieses verhalten ein sehr kindliches und unreifes verhalten ist und nicht als entschuldigung durchgehen kann. ich will damit ledeglich sagen das man in so einem fall auch für diese person (täter) mitgefühl für seine/ihre erleideten dinge empfinden kann.
doch wie gesagt erst im zweiten, dritten oder sonst einem folgenden schritt und nicht von anfang an.
denkst du nicht auch?

liebe grüße!
tiegerkätzchen

>Liebe Schotterblumen,
>Mitgefühl ist etwas, das wir uns alle wünschen - von anderen.
>Das kann aber nur funktionieren, wenn wir auch bereit sind, Mitgefühl zu geben, mitfühlend zu anderen zu sein.
>Sind wir das?
>Kaum ein Mensch wird diese Frage wohl mit "nein" beantworten. Nur leider ist es nicht ganz so einfach, denn unser Mitgefühl hat einen Schalter, mit dem wir es quasi ein- und ausschalten können. Die meisten Menschen sind sich der Existenz dieses Schalters nur leider nicht bewusst.
>Ein Schalter?
>Ja, ein Schalter, der unser Mitgefühl von jetzt auf gleich ausschalten kann, bestimmten Menschen gegenüber. Dieser Schalter besteht aus unseren Bewertungen, mit denen wir gewohnheitsmäßig unsere Mitmenschen überziehen.
>Ist unser Gegenüber nun Freund oder Feind?
>Ist er Mitstreiter oder Gegner?
>Ist er gut oder böse?
>Diese Bewertungen machen sich meist an einem einzigen Aspekt der Persönlichkeit eines Mitmenschen fest. Steht sein Auto auf meinem Parkplatz, dann ist er mein Gegner, oder? Bewirbt er sich um den gleichen Job wie ich, dann ist er mein Feind, nicht wahr?
>Diese Beispiele klingen zugespitzt, sind aber leider zu jeder Zeit genau so anzutreffen.
>Was passiert nun, wenn ich einen Menschen zu meinem Gegner erklärt habe?
>Dann habe ich das Recht, gegen diesen Gegner vorzugehen. In welcher Form auch immer. Zumindest denken sehr viele Menschen so.
>Mein Gegner hat also kein Recht mehr auf mein Mitgefühl.
>Mein Schalter steht auf "aus".
>Schon ist es passiert - unser Mitgefühl ist dahin. Zumindest diesem Menschen gegenüber, den wir als Gegner klassifiziert haben. Höchstwahrscheinlich sieht unser Gegner uns selbst genauso - auch als Gegner - und hat sein Mitgefühl uns gegenüber genauso auf "aus" geschaltet.
>Was passiert aber nun mit zwei Gegnern ohne Mitgefühl zueinander?
>Der Streit kann eskalieren. Von verbalen Angriffen über Handgreiflichkeiten bis zu lebensgefährdenden Aktionen kann alles dabei heraus kommen, wie wir wohl alle schon viele, viele male entweder selbst beobachtet oder in Zeitungen gelesen haben.
>Unser Mitgefühl hat also tatsächlich einen Schalter, gelle? zwinker
>Liebe Grüße
>Eric




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