Re: Täterbeauftragter !!!!

Geschrieben von TchorT am 27. März 2012 21:07:15:

Als Antwort auf: Re: Täterbeauftragter !!!! geschrieben von Eric am 24. März 2012 00:33:20:

Hallo Eric,

Stephan Ackermann: "Er könnte dann zu dem Schluss kommen, dass es besser wäre, alles so gut wie möglich zu verheimlichen, weil niemand schreit, wenn niemand etwas weiß."

Du beschreibst die Täter- und Lobbypraxis sehr treffend.

Der Adressat ist in allen Einträgen hinreichend vermerkt, und ich bin in der Hoffnung, dass du im stillen darum weißt, was gemeint ist.

Völlig ohne Geschrei und Wut - dem Folglich muss beides auch nicht "künstlich" initiiert werden wink

TchorT


>Hallo TchorT,
>Verallgemeinerungen wie die Bezeichnung "die Gesellschaft" können einem Menschen durchaus dienlich sein, wenn er seiner Enttäuschung und seiner Wut Ausdruck verleihen möchte. Und da sich damit niemand angesprochen fühlt, beleidigt er damit auch niemanden.
>Aber mit der Wut ist es wie mit einem Brief:
>So lange nicht der korrekte Empfänger drauf steht, kommt er immer wieder zurück.
>Wie jeder andere Mensch kannst auch Du Deine Wut nur los werden, wenn Du sie mit genau den Menschen in Zusammenhang bringst, die Dir Schlimmes angetan haben. Sie auf eine "Gesellschaft" zu projizieren hilft Dir nicht.
>Und andere Menschen mit Pauschalvorwürfen zu konfrontieren hilft auch niemandem. Im Gegenteil: ein Mensch, der so etwas tut, wird meist nicht mehr ernst genommen.
>Leider gibt es beim Thema Missbrauch sehr viele Menschen, die einfach nur laut schreien. Die einfach ihre eigene Wut hinaus schreien.
>Und die es auf diese Weise leider nicht leichter machen, mit unserem Thema ernst genommen zu werden.
>Auch ein Bischof Ackermann braucht für sein Handeln eine Perspektive, die es ihm ermöglicht, seine Arbeit erfolgreich zu gestalten. Erfolgreicher als er das bisher getan hat, natürlich. Denn er hat den Schutz potentieller Opfer wohl nicht ernst genug genommen.
>Wenn wir jedoch nur immer laut schreien, dann könnte er zu dem Ergebnis kommen, dass er seine Arbeit niemals richtig machen kann und dass wir (und damit meine ich alle Opferorganisationen) immer schreien werden, egal was er unternimmt.
>Er könnte dann zu dem Schluss kommen, dass es besser wäre, alles so gut wie möglich zu verheimlichen, weil niemand schreit, wenn niemand etwas weiß.
>Vielleicht sind diese Vorgänge, die nun zurecht kritisiert werden, auch aus solchen Gedankengängen entstanden?
>Deshalb sollten wir einen Bischof Ackermann nicht pauschal in die Täterecke verbannen, sondern auch ihn ernst nehmen. Wir müssen seine Menschenwürde ernst nehmen, denn auch diese ist unantastbar, nicht nur unsere.
>Das klingt jetzt für Dich möglicherweise so, als ob ich sein Handeln verteidigen möchte oder selber Katholik wäre.
>Nichts von beidem trifft zu.
>Wir müssen jedoch bei allem was wir tun eine Balance finden zwischen unserer Würde und der Würde anderer Menschen, denn sonst laufen wir Gefahr, selber so zu werden wie die Täter, die uns Schlimmes angetan haben.
>Liebe Grüße
>Eric




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