Ein schmaler Grat

Geschrieben von Eric am 17. Oktober 2011 18:48:50:

Liebe Schotterblumen,

viele Menschen trachten danach, das Leben anderer Menschen nicht nur zu beeinflussen, sondern sogar zu bestimmen. Wahrscheinlich hat jeder von uns schon mal diese Erfahrung gemacht, sonst wäre er wohl nicht hier.

Diese Menschen versuchen uns ein geistiges Gefängnis zu bauen, indem sie uns einreden dass es keine anderen Wege, keine anderen Ansichten gibt als die ihren. Dass es keinen Ausweg gäbe, keine Befreiung aus ihrem Einflussbereich.

Wenn wir uns dagegen wehren liegt es ja nahe, die Sichtweisen anderer Menschen generell abzulehnen, nicht wahr? Müssen wir das nicht, um uns zu befreien? Das werden sich viele fragen.

Wenn wir das aber tun und nur noch auf das vertrauen was wir selber glauben zu wissen, dann können wir nicht mehr von anderen lernen. Dann schicken wir uns selbst in ein Abseits, in eine andere Art von Gefängnis als das, in dem wir vorher waren, aber trotzdem wieder ein Gefängnis.

Für viele Menschen ist das ein sehr schmaler Grat und die Versuchung ist groß, entweder im alten Gefängnis überkommener Ansichten und Begrenzungen zu bleiben oder sich in ein Gefängnis aus selbst geschaffener Abkapselung, aus selbst geschaffener Isolation zu begeben, weil wir unser Leben nicht mehr von anderen bestimmen lassen wollen.

Aus einem Klima der Gewalt heraus, in dem die meisten von uns aufgewachsen sind, ist es eben schwer, sich die Offenheit zurückzuerobern die notwendig ist um die Wege anderer zu betrachten, ihre Ansichten kennen zu lernen und dann einfach ohne Zwang zu entscheiden, was wir davon im Moment für uns selbst brauchen können und übernehmen und was nicht.

Denn es ist dafür etwas notwendig, das vielen Menschen sehr, sehr schwer fällt:

Zu fragen: "War mein Weg bisher wirklich zielführend? Hat er mich weiter gebracht oder bin ich auf der Stelle stehen geblieben? Was muss ich los lassen, um weiter zu kommen?"

Denn das bedeutet das in Frage zu stellen, was viele Menschen als ihre eigene Persönlichkeit sehen. Viele Menschen haben Angst, sich dann selbst aufzulösen, wenn sie das machen.

Die meisten Menschen haben eben noch nicht die Erfahrung gemacht, dass sich hinter der Frage was wir selbst denn eigentlich sind, wer wir sind, eine höchst erstaunliche Antwort verbirgt. Eine Antwort, die unser Leben umkrempeln kann. In positivem Sinne.

Liebe Grüße

Eric




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