Re: Was ist Normalität?
Geschrieben von Sisi am 09. Oktober 2011 20:16:30:
Als Antwort auf: Was ist Normalität? geschrieben von Eric am 09. Oktober 2011 18:19:13:
>Liebe Schotterblumen,
>es gibt Menschen, die leben auf einer kleinen Insel mitten im indischen Ozean. Sie haben nie Schnee gesehen und ihre Welt ist nach 500 Metern zu Ende, weil dort ihre Insel aufhört. Wenn sie noch nie eine Reise gemacht, sondern immer nur vom Händler auf seinem Boot Dinge gekauft haben, dann ist das ihre Welt, dann ist das "normal".
>Es gibt Menschen, die leben im Eis und mehr als 6 Wochen Sommer, wo auch mal eine grüne Wiese sprießt, haben sie noch nie gesehen. Palmen sind ihnen ganz unbekannt und zum Baden ins Meer zu springen würde ihnen angesichts der Temperaturen nie einfallen. Für sie ist das normal. Für sie ist das "die Welt".
>Es gibt Menschen, die vielleicht Mathematik an der Schule unterrichten und für die alles in ihrer Umgebung als Mathematik erscheint. Sehen sie ein Gebäude, rechnen sie schnell das Verhältnis zwischen Höhe und Länge aus oder die Dachneigung. Sehen sie ein Blatt einer Pflanze, sind sie fasziniert von der fraktalen Struktur (Fraktal = geometrisches Objekt, das sich aus einer mathematischen Formel ergibt). Für sie ist das normal und die ganze Welt besteht aus Mathematik.
>Es gibt Menschen, die sind Künstler. Mit Mathematik haben sie nichts am Hut. Für sie ist die Welt eine bunte, faszinierende Ansammlung von Formen und Farben, die sie versuchen, auf ihren Bildern festzuhalten. Formen müssen für sie nicht unbedingt eine Funktion haben. Sie schaffen Objekte, die absichtlich keine Funktion erfüllen. Das ist ihre Welt, das ist "normal" in ihren Augen.
>Es gibt Menschen, die wurden gezwungen, eine "Funktion" für andere zu erfüllen. Sie sehen das Leben als etwas an, das unbedingt einen bestimmten Zweck haben muss. Sie selber müssen einen Zweck erfüllen. Für was oder wen ist egal. Ob sie dabei Gewalt erleiden oder sich selber zufügen ist egal. Das ist für sie "normal", das ist ihre Welt.
>Jeder von uns wächst in so einer begrenzten Welt auf. Wobei es noch viele andere gibt und diese Beschreibungen aus Gründen der Unterscheidbarkeit zugegeben etwas platt sind, aber alle haben lediglich eine begrenzte Sichtweise. Und sie ermöglichen uns erst einmal nur einen begrenzten Erfahrungshorizont.
>Ist unser Vater beispielsweise dieser Mathematiker, den ich oben beschrieb, dann wird er uns seine Eindrücke von der Welt vermitteln. Die sind in sich logisch und wir werden sei als Kind als richtig akzeptieren.
>Da die früheren Nachbarn von seiner Sichtweise genervt waren, sind sie schon lange weg gezogen und unsere neuen Nachbarn haben die gleiche Sichtweise wie unser Vater. Wir werden die Welt also als etwas mathematisches sehen und jeden für verrückt halten, der uns etwas anderes erzählen will.
>Wie also wollen wir jemals in eine der anderen Welten kommen? Wie können wir sie überhaupt akzeptieren, wo wir sie doch aufgrund unserer Sichtweise als "falsch" einschätzen?
>Wie wollen wir das schaffen, wenn wir uns doch Freunde suchen, die selbst Mathematiker sind? Künstler würden einen Bogen um uns und unsere Sichtweise machen, die sie für absolut deprimierend und uninspiriert halten.
>Wir werden es schwer haben, Menschen kennen zu lernen, die keine Mathematiker sind.
>Im Moment fällt mir nur ein einziger Weg ein, wie wir es schaffen können:
>Indem wir unsere Bewertungen anderer Menschen und ihrer Welt aufgeben. Indem wir ihre Welt nicht von vorne herein als "falsch" ablehnen, sondern uns auf sie einlassen. Indem wir unsere eigene Sichtweise, unseren eigenen Weg los lassen und den Weg anderer Menschen mindestens ein Stück mit gehen und sehen, ob uns deren Welt gefällt.
>Auf diese Weise können wir uns dem Einfluss entziehen, unter dem wir durch unsere Umgebung stehen.
>Das ist nicht einfach, weil es ein komplettes Umkehren erfordert. Zumal die meisten von uns ja nicht wirklich aus der Welt des Mathematikers kommen, die ich hier als Beispiel genommen habe, weil das vielleicht leichter fällt. Sondern eher aus der fünften Welt, nicht wahr?
>Und aus der raus zu kommen ist besonders schwer.
>Liebe Grüße
>Eric
Lieber Eric
was ist wenn man da verschiedene Welten gesehen hat, zwar auch die 5.Welt gesehen hat die als Kind normal war, aber auch andere Welten die man gesehen hat die auch ganz normal waren. Wenn man da sich die bessere Welt nimmt wo keine Gewalt ist, dann hat man schon was geändert, wenn man nicht auf der 5. Welt aufbaut, sondern dann zu sich sagt nein, diese Welt will ich nicht und diese Welt will ich auch nicht meinen Nachkommen zeigen, das sowas normal ist.
Als Kind dachte ich das das sowas normal ist diese 5.Welt, aber als ich raus kam aus dieser Welt lernte ich etwas anders kennen, andere Welten. Dann hatte ich als Kind da noch eine Zufluchtswelt, die mich geschützt hat. Eric aus dieser 5.Welt raus zu kommen, konnte man nur im Jugendalter und es wurde da Zeit, frei zu sein von Gewalt. Es ist nicht schwer da eine neue Welt zu errichten und nicht seine Nachkommen die Gewalt als Normalität zu zeigen, sondern das die Liebe über alles geht und auf dieser Liebe dann die Welt aufbaut, das ist Normalität.
Es grüßt Dich ganz lieb die
Sisi
- Re: Was ist Normalität? Eric 10.10.2011 01:24 (0)