Re: Angst, nicht gemocht zu werden
Geschrieben von Nadja am 09. Juni 2011 11:04:35:
Als Antwort auf: Angst, nicht gemocht zu werden geschrieben von Aufgetaucht am 08. Juni 2011 15:55:08:
Liebe Aufgetauchte, die Angst, nicht gemocht zu werden, kennen vermutlich viele von uns.
Dabei stellt meiner Meinung nach gerade diese Angst häufig ein Problem in Beziehungen dar. Denn diese Angst kann Verhaltensstrukturen auslösen, die wirklich dazu führen können, nicht gemocht zu werden.
Solche Verhaltensstrukturen wären z.B. grenzüberschreitendes Verhalten in Beziehungen (die Forderung, dass andere Menschen mit einem reden müssen, von sich erzählen müssen usw.).Es gibt in der heutigen Gesellschaft sehr viele Patienten, und wenige Therapeuten. Die Wartelisten der Therapeuten sind leider lang.
Welcher Therapeut würde unter solchen Umständen noch einen Patienten therapieren, den er nicht mag?Du hattest Beziehungen mit Menschen, die Du Dir nicht ausgesucht hast? Ist das überhaupt möglich?
Du findest es schön, bewundert zu werden. Hast Du Dich nicht daher unbewusst selbst für diese Beziehungen entschieden, die Dir schmeicheln?
Hätte es diese Beziehungen jemals gegeben, wenn Du Dich unbewusst nicht dafür entschieden hättest?Kein Mensch ist perfekt.
Ich bin der Meinung, dass wir trotzdem alle liebenswert sind.
Daher sollten wir versuchen, uns selbst zu mögen, denn dadurch erhalten wir die Möglichkeit, unsere Angst, nicht gemocht zu werden, zu überwinden.
Liebe Grüße
Nadja
>Hallo Nadja,
>ich glaube, meine größte Angst ist, nicht gemocht zu werden. Das kann ich kaum aushalten. Es war mir nie so richtig bewusst früher, aber jetzt merke ich, dass ich damit echt Probleme habe. Ich kann offenbar auch schlecht einschätzen, ob mich jemand wirklich mag oder nicht. Ich war immer viel alleine und Außenseiterin.
>Das führt dann zu so komischen Reaktionen wie bei meinem Therapeuten, wo ich das auch nicht einschätzen konnte, ob er mich jetzt nervig/schwierig/ganz nett findet. Er hat sich dazu natürlich auch nicht geäußert, und ich sagte so komische Sachen wie: er würde es ja für Geld machen (wogegen er protestiert hat). Auch bei einer anderen Therapeutin hab ich es kaum ausgehalten, nicht zu wissen, ob sie mich nett findet. Auch sie tat mir nicht den Gefallen, mir zu sagen, sie findet mich nett. Sie sagte nur sowas von: Ich behandle nur die, mit denen ich es mir vorstellen kann.
>Oder ich hatte Beziehungen mit Menschen, die ich mir weder ausgesucht habe noch gut fand. Sie fanden mich gut, und das hat mir so geschmeichelt, dass ich eingewilligt habe. Es ist natürlich schön, bewundert zu werden. Aber es wäre auch gut gewesen, wenn ich mich gefragt hätte, ob ich die Beziehung wirklicih will.
>Diese Angst, eventuell abgelehnt zu werden, ist sehr groß bei mir und leider auch zu großen Teilen unbewusst.
>Liebe Grüße von der Aufgetauchten