Versäumtes.....Gelebtes......
Geschrieben von Helena am 01. November 2010 22:25:21:
Ich bin in meiner Lebensmitte, vielleicht darüber hinaus, vielleicht schon morgen an meinem Lebensende, wer weiß das? Da greift so etwas wie ein Resümee in bezug auf Vergangenes und Jetziges. Ich habe mir oft die Frage gestellt, wo wäre ich, wer wäre ich, wenn ich diese Vergangenheit nicht gehabt hätte? 48! Jahre bin ich alle anderen gewesen, angepaßt, harmoniesüchtig, nicht bei mir. Ja, es schwingt eine Bitterkeit in diesen Worten, weil es so sehr lange brauchte, um mir ein Stückchen näher zu kommen und in meinem jetzigen Umfeld zu spüren, wie es von Kindheit an gut und wichtig gewesen wäre, um das eigene Potential spüren zu können, das in jedem Menschen ist und durch bestimmte Erfahrungen abgewürgt wird, auf ewig. Ich verzeihe mir nicht, wenn ich hinsichtlich meines Kindes viel zu spät merke, daß in meinem Verhalten die verinnerlichten Eltern immer noch sehr präsent sind, wenn es Momente gibt, in denen ich reagieren muß, spontan, weil Spontanität etwas ist, was Kindern absolut eigen ist und mir der Zugang fehlt...und dann geht es los mit dem Hinterfragen. Aus dem Bauch heraus eine Entscheidung zu treffen, geht mir ab, das habe ich nie leben dürfen und ich empfinde es als ein Manko, nicht nur für mich, für mein Kind, dem ich etwas ersparen möchte... dieses Etwas kann ich noch nicht mal benennen. Ich empfinde das als ein Versäumnis.
Die gelebten Perspektiven, hmh, jetzt gerate ich echt ins Stocken. Dazu kann ich momentan nur schreiben, daß ich so langsam dahin komme, daß ich eigene Perspektiven erkenne und entdecke, was wirklich "meins" ist.
Herzlichst Helena