wo fängt heilung an und wo hört sie auf

Geschrieben von raschida am 20. August 2010 07:48:19:

hi,
den schock zu überwinden, dass einem soetwas passsierte, bedeutet rückblickend für mich einer der bedeutesten schritte zur heilung.
Dann zu spüren, dass es menschen um mich herum gibt, die mir die zuversicht gaben,....dass durchaus sein kann, was nicht sein darf, waren weitere schritte. Es bedeutete für mich äussere und innere sicherheit. Ebenso die sicherung der finanziellen mittel. So bewirkte zum beispiel ein rentenantrag, dass meine Existenzangst sich mindert.Den inneren kreativen prozess fliessen zu lassen wurde schnell zu einem teil der heilung für mich. Das erkennen, dass es da gefühle und träume gibt, die mir etwas sagen wollen und die suche nach einer Therapeutin gehörten dazu.
Zu erkennen, dass ich keine kompromisse mit den Tätern und mittätern machen kann und dass sie mich auf dem wege der heilung behindern, dauert bis heute an.
Auf den Mut hinzuarbeiten, den eric weiter unten erwähnte,ist für mich bis heute präsent.
Wenn ich bedenke, dass ich schon sehr früh und noch blind, immer nach Ausgleich suchte, was andere dann als "humbug" abstempelten, wie zum beispiel meditationen, positives denken oder auch orientalischen tanz oder yoga,..und und und,dann ist der beginn der heilung ja nicht erst nach auftauchen des ersten flash in bewegung.
Eine weile dachte ich, dass wenn ich zielstrebig dran bleibe, sich alles "in luft" auflöst.Ich verfuhr ähnlich, als würde ich auf meine gewohnte art und weise "etwas erledigen". Dass es sich dabei um einen "traumatischen druck" handeln könnte, auf die idee kam ich nicht, weil ich eben dachte, dass es eines meiner "talente" wäre. So nach dem motto, probleme sind dafür da, dass man sie aus der welt schafft. Damit habe ich mich selber unter druck gesetzt und ich nehme an, auch andere wie meine tochter oder auch hier bei schotter zuweilen "gewütet".
Der Tag X, also der tag an dem man sagen kann "ich bin geheilt",ist für mcih nicht mehr ausschlaggebend. Wie molly schon sagte, wir sind alle auf dem richtigen weg, das sehe ich auch so.
Mich in meiner haut wohl zu fühlen, bedeutet ein grossaer schritt der heilung für mich.
Wenn ich es schaffe, mein Potental des "durchhaltens" in seichtere Gebiete zu führen und Druck und Aggressivität in eine art Gelassenheit zu wandeln ist vllt ja ein weiterer grosser schritt getan.
Zu erkennen und zu fühlen, dass ich nicht mehr "schneller" sein muss als die täter, daran arbeite ich wohl im moment. Auch dies ist ja im grunde ein "potential". So habe ich eben als kind versucht, eine ausweglose situation zu "retten".

Alles in allem steht der wunsch nach "absoluter" heilung für mich nicht mehr im mittelpunkt.Ich sehe deutlich, dass dies nicht ziel meines jetzigen lebens sein muss.
Vielmehr steht die freude im mittelpunkt, einzelne kleine oder auch grössere schritte zu tun und diese freude mit anderen teilen zu können.
Indem ich selber diese einzelnen abschnitte erlebe, trage ich ja auch dazu bei, dass sich im ganzen gefüge der menschheit etwas bewegt.
Dafür lohnt es sich für mich weiterzumachen und zeiten des "aufgeben wollens" zu überstehen.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich mich einiger unangenehmer gefühle entledigen konnte, das stärkt mich und gibt mir zuversicht, sodass ich nicht mehr den Zwang spüre, unter allen umständen "normal" sein zu wollen.

gruss raschi





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