Re: Der Unterschied zwischen Wissen und Erleben

Geschrieben von Eric am 07. August 2010 23:12:09:

Als Antwort auf: Re: Der Unterschied zwischen Wissen und Erleben geschrieben von sehnsucht am 07. August 2010 19:39:19:

Liebe Sehnsucht,

Deine Aufzählung finde ich sehr amüsant und es sind sicherlich auch nützliche "Tricks" mit Angst umzugehen.

Angst war aber eigentlich nur als Beispiel gedacht.
Es geht auch um andere Emotionen wie Wut, Trauer, Frustration, Ohnmacht, Ärger usw.
Und sich über Ärger zu ärgern ist ja dann nicht unbedingt der Knaller zwinker

Ich dachte eigentlich, dass ich nun mit Vorschlägen überschüttet werde, aber außer von Dir habe ich nur eine Rückmeldung bekommen, die aber lediglich Interesse an möglichen Vorgehensweisen ausdrückt.

Dann werde ich halt mal ein wenig aus meinem "tägliche Fitnessprogramm" plaudern.

Emotionen können sich im Körper verfestigen.
Besonders die alten, die durch ein Trauma praktisch "eingebrannt" wurden, aber auch aktuelle Belastungen des täglichen Lebens (deswegen auch "tägliches Fitnessprogramm" zwinker).

Eine sehr einfache Methode ist, diese Emotionen einfach "fließen" zu lassen.
Beispielsweise wenn irgendwas mir "auf den Magen schlägt", dann lasse ich dieses Gefühl einfach nach oben wandern und sich im Himmel verflüchtigen.

Bei Gedanken funktioniert das genauso.
Einfach weiter ziehen lassen wie eine Wolke.

Ich habe jedoch mal gelesen, dass so etwas nicht allzu vielen Menschen möglich ist.
Denn Voraussetzung ist die Bereitschaft, diese Emotionen auch loszulassen.
Da sind möglicherweise umfangreiche gedankliche Vorbereitungen nötig.

Eine Methode, die da vielleicht zuverlässiger funktioniert wäre eine imaginative Technik, die aus dem "Somatic Experiencing" stammt.

Diese beruht darauf, dass ich mir die Emotion dann bildlich vorstelle.

Angst könnte dann vielleicht irgendein harter, kantiger Gegenstand sein.
Die Art des Gegenstandes können wir aber nicht vorgeben, sondern müssen suchen, welcher wirklich passt und die jeweilige Emotion, die wir befreien wollen, widerspiegelt.
Das ist relativ leicht zu merken, wenn diese sich beim Gedanken an diesen Gegenstand verstärkt.

Dann suche ich einen Gegenstand, der das Gegenteil davon verkörpern soll.
Als Gegenteil von einem harten, kantigen Gegenstand könnte ich mir beispielsweise eine Wattebausch vorstellen.
Aber auch hier gilt es zu probieren, bei welchem Gegenstand die Angst dann völlig verschwindet.

Ist dieser gefunden, dann stelle ich mir diesen für ein paar Sekunden lang vor, dann wieder den kantigen Gegenstand für ein paar Sekunden, dann wieder den Wattebausch. Das alles so 10 oder 20 mal im Wechsel.
Wobei wichtig ist, bei jedem Wechsel das zugrunde liegende Gefühl auch wirklich zu empfinden.

Bei jedem Wechsel wird dann die Angst schwächer, bis sie fast gar nicht mehr zu empfinden ist.
Wichtig ist, die Übung mit der Vorstellung des Wattebauschs zu beenden.

Das ganze funktioniert auch mit Situationen, die wir uns vorstellen können, dann eine gegenteilige, angenehme Situation usw.

Die unangenehmen Emotionen bleiben dann auch dauerhaft weg bzw. sind nur noch ganz schwach.

Es gibt natürlich noch weitere Methoden, aber ich glaube fürs erste lasse ich es mal hierbei.

Liebe Grüße

Eric




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