Re: Chancen: wieder der selbe Startpunkt?

Geschrieben von raschida am 14. Juni 2010 10:41:07:

Als Antwort auf: Re: Chancen: wieder der selbe Startpunkt? geschrieben von Helena am 14. Juni 2010 10:12:47:

>hallo Raschida,
hallo helena,
>>Aber durch die erkenntnis meiner selbst, sah ich plötzlich dass ich mir eine "ersatzfamilie " geschaffen habe.
>>Zu sehen, dass sich dinge aus der kindheit im real life widerholen um mich erneut in "existentielle" Nöte zu bringen machte mir angst.

>mir ist nicht ganz klar, was an der "ersatzfamilie", die du suchst so schwierig ist. Das Wort Familie ist es wohl. Man könnte es durchaus anders ausdrücken: du hast den Versuch gemacht, dir ein Netzwerk zu schaffen, was ist daran falsch? Das tun wir alle, denn ohne ein solches leben wir isoliert und dann kann keine Entwicklung stattfinden. Die persönliche Entwicklung stellen wir fest im Umgang mit anderen Menschen.

soweit sogut. Es ist nicht der begriff familie,...welches es schwierig machte.Falsch war daran auch soweit nichts,...denn ich brauchte diese begegnung ja, um wiedermal in dieselben Strukturen "verwickelt" zu werden, damit ich endlich begreife was ursprünglich der "Knacks" war. Nur die ewige widerholung derselben "begebenheiten" liess mich reifen,....leider. Zu sehen dass ich mit fast 50 wieder in einem Ding aus missbrauch und opferdasein stecke, bedauere ich so auch nicht weiter,....ich habe es ja immerhin erkennen "dürfen".Ganz deutlich ist mir im nachhinein, dass ich selber wie geschaffen für diesen job gewesen bin. Noch heute drücken kunden ihr bedauern bei mir aus...das macht natürlich traurig.

>Ich erlebe auch, daß sich Dinge aus der Kindheit im "real life" wiederholen. Ist nicht gerade das die Chance für mich, mich erneut damit auseinander zu setzen und mit meinen jetzigen Möglichkeiten, die ein Resultat meiner Entwicklung sind, anders damit umzugehen?

Ja natürlich helena,...bin auch dankbar, dass ich alles durchschauen konnte und mich getraut habe mich abzuwenden, denn auflösen konnte ich diese machtvollen strukturen da nicht. Aber zu sehen dass ich mit fast 50 wieder in sowas verwickelt bin, is einfach der hammer und nimmt mir jeden mut, einen erneuten versuch zu wagen und woanders unterzukommen.

>Und eben nicht wegzugehen? Es zieht sich durch deine Beiträge, liebe Raschida. Mir kommt es ein wenig so vor, als wünschst du dir oft, zu flüchten. Das scheint mir auch eine Wiederholung zu sein. Und die Konsequenz daraus ist, daß du dich finanziell schwächer fühlst.

ja,...die letzte arbeit half mir,...eben nicht mehr an kleidercontainern zu gehen und nicht mehr das verfaulte gemüse morgens am supermarkt zu holen,.....aber welchen preis habe ich dafür bezahlt?.....ich bin emotional wiedermal arg gebeutelt worden,...habe eine sündenbockfunktion übernommen,..mich sexuell ausbeuten lassen,....und am ende wieder das gleiche wie bei einem "missbrauch" in der familie.....ich stehe alleine da gegen alle....mit dem gefühl, es ohne die ja garnicht zu schaffen und bei dem Versuch, bleibt mir nur die wahl zwischen selbstaufgabe oder flucht. Ja helena so wird es auch als kind gewesen sein.

>>Ich sitze bis heute hier und weiss nicht wie es weitergehen soll, trotz selbserkenntnis.
>>Ich akzeptiere den umstand, dass ich in diesen machtvollen strukturen keine entwicklung meiner person erwarten kann. Die Konsequenz ist, dass ich mcih erneut meiner "armut" stelle, wie schon sooft in meinem Leben, wenn ich mich aus Abhängigkeiten befreite.
>In Bezug auf Erwartungshaltungen, sehe ich eine Chance darin, keine zu haben, denn sie binden dich sehr stark an die Personen, an die du welche hast. Und schon gibt es eine erneute Abhängigkeit.
>Die machtvollen Strukturen....schau mal, wo sie sich in dir befinden, daß du sie sogleich im Außen entdeckst. Vielleicht ist es dasselbe "in grün", wie Eric schreibt?

das verstehe ich jetzt nicht ganz,...wie meinst du "das selbe in grün"?
ich bin auch sehr gelassen,...mich wundert das selber,...entweder stehe ich vor einer auflösung der alten ängste und gefühle oder ich lasse keine gefühle zu, wegen der kommenden verlustangst bezüglich meiner tochter. Das kann ich noch nicht sagen. Aber die mir bekannte "panik" bleibt bis jetzt aus,....ich spüre kein jagen und keinen druck. Stell mir halt nur die frage, ob es sinnvoll ist, in dieser stadt zu bleiben oder nicht. Und da sind die meinungen sehr unterschiedlich. Mir wird einerseits dringend empfohlen alles abzubrechen und somit die stadt zu verlassen. Andererseits empfiehlt man mir dringend zu bleiben, da ich sonst garkeine Kontakte mehr hätte wie Freundin und deren soziales gefüge bzw. netz.

>>Meine Erwartungshaltung ist bedingt durch viele abhängigkeiten in meinem Leben sehr negativ geprägt,....ich glaube einfach nicht an eine "gesunde familie" im arbeitsleben, wo ich die möglichkeit erhalte, selbsterkenntnis und das ausleben meiner potentiale paralell laufen lassen zu können.
>Ich werde es allenfalls noch schaffen, meinem Leben einen "lichtblick" zu geben in freiwilliger ehrenamtlicher Tätigkeit. Und selbst da werde ich keinen Unterschlupf finden, da es viele Menschen gibt, denen eine solche stellung bevorzugt gegeben wird, weil sie eben rein "offiziell", aus "geordneten" Verhältnissen kommen.
>Ich glaube, eine ehrenamtliche Tätigkeit kann mehr sein als ein Lichtblick. Ich erlebe es in meiner Tätigkeit, auch sie ist eine Chance, mich mit Trigger-Themen auseinanderzusetzen in einem Netzwerk von Mitstreitern, die nicht alle die gleiche Meinung vertreten. Und ich weiß nicht, ob ich aus genügend "geordneten" Verhältnissen komme, es spielt zumindest in meiner Situation überhaupt keine Rolle, mit offenen Armen wurde ich empfangen.

Das freut mich wirklich sehr und lässt ja, das muss ich sagen, meine hoffnungen diesbezüglich wieder wachsen.
Auch ich verspüre den drang, anderen durch meinen zuspruch oder mein tun Erleichterung zu verschaffen....

>Herzlichst Helena

alles liebe dir raschi




Antworten:


• Schotterblume Thema des Monats •