Re: Reflektieren über sich selbst
Geschrieben von Eric am 24. Mai 2010 14:13:31:
Als Antwort auf: Re: Reflektieren über sich selbst geschrieben von Nadja am 24. Mai 2010 13:46:53:
Liebe Nadja, ich stimme Dir zu.
Meiner Meinung nach bleibt Gefühlen von Isorliertheit und Abgetrenntheit gar nihts anderes übrig als sich aufzulösen, wenn ein Mensch sich selbst erkennt. Ja, ich glaube sogar dass so eine Erkenntnis auch die Erkenntnis anderer nach sich zieht. Wie also könnte unter solchen Bedingungen Isoliertheit weiter bestehen? Das geht gar nicht, glaube ich.
Du sprichst da auch ein wichtiges Thema an, das für das erkennen seiner Selbst sehr wichtig ist: das JETZT. Das Leben in diesem Augenblick.
Ich habe mir da ein paar Gedanken gemacht, was denn Menschen dazu bringt, im Jetzt zu sein.
Ein Erfolgserlebnis führt beispielsweise dazu dass ein Mensch sich glücklich und im Hier und Jetzt fühlt.
Aber weshalb?
Vielleicht weil es in diesem Moment nichts weiter zu wollen gibt? Das Ziel ist erreicht, das nächste noch nicht angepeilt. Dann ist ein Mensch glücklich.
Dieses Glücklichsein hält aber nicht lange an, wie wir wissen. Denn in kürzester Zeit suchen wir uns eine neues Ziel, verabschieden uns aus dem Hier und Jetzt, folgen wieder unserem Wollen, also unserem Ego und werden wieder unzufrieden, so lange wir dieses neue Ziel nicht erreicht haben.
Auch in der Liebe gibt es diese Höhepunkte, wo wir ganz im Hier und Jetzt und glücklich sind. Aber auch das hält nicht lange an, wie wir alle wissen.
Viele Menschen reagieren auf dieses "nicht lange anhalten" so, dass sie ihren Willen noch mehr Verstärken, solche Erfolgserlebnisse immer öfter zu erhalten.
Aber ist das wirklich sinnvoll?
Zum einen klappt das bekanntlich nicht immer mit dem Erfolg und außerdem gibt es ja eine andere Möglichkeit: dieses Verweilen im Hier und jetzt auszudehnen, so dass es nicht immer wieder zerstört wird. Vielleicht sogar so weit auszudehnen, dass es in jedem beliebigen Zeitpunkt erlebt werden kann.
Wir könnten einfach davon absehen, das erreichte durch immer neue Ziele zu entwerten.
Ich weiß, dass das in unserer Gesellschaft ziemlich revolutionär klingen muss, wo so viele nur irgend einem Erfolg hinterher hetzen, bis zum Herzinfarkt.
Genau deswegen muss ich aber noch eine Warnung aussprechen. Das Wollen überwinden bedeutet keineswegs, es zurück zu drängen oder es gar zu bekämpfen. Denn das wäre ja schon wieder ein Ausdruck des Wollens und würde uns von unserem Ziel entfernen.
Es geht glaube ich nur so, dass wir diesem Wollen, diesem Ego erlauben sich aufzulösen.
Oder kennst Du einen anderen Weg?Liebe Grüße
Eric
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