Re: is das auch abgrenzung oder gehe ich etwas aus dem wege?
Geschrieben von Helena am 18. April 2010 23:09:19:
Als Antwort auf: Re: is das auch abgrenzung oder gehe ich etwas aus dem wege? geschrieben von raschida am 18. April 2010 11:01:41:
Hallo raschida,
ich habe das Gefühl, daß es dir wichtig ist, Dialoge in Begegnungen mit Menschen wie vorwegzunehmen. Ich meine damit, daß du versuchst, die Gedanken des anderen zu denken. Sie, die Nachbarin wird fragen, warum du nicht gekommen bist, um etwas abzuholen, dann wirst du so und so reagieren oder,sie wird denken: "jetzt will man schon helfen und dann holt sie...." Ich glaube, daß ist es, was so kräftezehrend ist, nicht unbedingt die eigentliche Begegnung. Die könnte nämlich auch durchaus völlig anders verlaufen. Sie könnte z.B. denken:" meiner Nachbarin ist es sehr wichtig, sich umfassend und liebevoll um ihren Hund zu kümmern. Finde ich sehr schön, ihre Tierliebe zu spüren, ist ihr wichtiger, sich um ihr Tier zu kümmern als um sich selbst. Da sind die Möhren und das Brot nicht mehr wichtig, deshalb hat sie sich nicht mehr gemeldet".Du möchtest vorbereitet sein auf Situationen, das geschieht aus einem großen Selbstschutzbedürfnis heraus. Das wiederum kann ich sehr gut nachvollziehen. Dieses Rechtfertigungsbedürfnis, von dem sehnsucht geschrieben hat gehört als Konsequenz dann dahin. Ich kenne dieses Bedürfnis sehr gut, raschida, meine Erkenntnis ist aber auch die, daß es zu nichts führt, was hilft zu heilen.
Ich lasse vieles, an dem ich mich sonst aufgerieben habe, laufen und damit zu. Es ist nicht allein meine Verantwortung, wie sich Begegnungen gestalten, aber es ist eben auch meine Verantwortung. Es schwingt miteinander oder es schwingt nicht. Das ist zu spüren, bei Betroffenen richtig schnell. Empathie einzufordern ist nicht möglich, sie ist da oder nicht, das macht den anderen nicht per se gut oder schlecht für die eigene Entwicklung.Wenn du das Gefühl hast, abgewertet zu sein, in einer Begegnung, dann kann es sein, daß diese Person genau das in ihrer Biografie erlebt hat und unbewußt weiter gibt, um den eigenen Schmerz darüber nicht zu spüren. Wenn dem so ist, ist das nicht deine Verantwortung, aber genau das könntest du thematisieren, wenn es dir persönlich wichtig ist. Befinde ich mich in einer eigenen Abwertungsspirale, dann triggern mich solche Situationen und dann ist es an mir, meine Selbbstwertschätzung zu entdeckeln. Denn das alleine ist mein Recht.
Ich spüre jetzt die Grenze von Worten und laß das einfach mal so stehen mit der Hoffnung, daß es so ankommt, wie ich es meine.
Herzlichst Helena