Re: Mein Sehnen nach Nähe – ich wünsche mir Abstand

Geschrieben von Marah am 14. November 2009 19:57:53:

Als Antwort auf: Re: Mein Sehnen nach Nähe – ich wünsche mir Abstand geschrieben von Kyrill am 13. November 2009 22:13:43:


Lieber Kyrill

Danke für deine Zeilen und für`s Trostpflaster *lächel*.
Stimmt, offen über die eigenen Gefühle zu schreiben/sprechen ist auch schon Nähe zulassen
und das kann ich mittlerweise richtig gut *grins*

Ich möchte es auch so sehen das meine Seele gesund ist,
aber ebent durch das was alles passiert ist, ich`s bei manchen halt schwerer habe oder länger brauche.
Dazu gehört ganz sicher auch die eigenen seelischen Bedürfnisse wahr nehmen und sich erlauben
dann auch so zu sein wie man ist.

Liebe Grüße Mara


>Liebe Mara,
>schön dass Du mich teilhaben lässt an Deinen Erlebnissen - auch das ist für mich Nähe: durch meine Nähe zu meinen Gedanken und Gefühlen und in dem ich andere daran teilhaben lasse - kann Nähe entstehen. Daraus entsteht natürlich auch ein neuer Gedanke und daraus ein Gefühl: "Oh, ich bin verletzlich! smiley4" Und je nach dem - Vorsicht und Zurückhaltung oder Zurückweisung blaeh. So ich meine Balance zwischen Nähe und Abstand zu mir, meinen Gedanken und Gefühlen verliere, meinen Bezug zu meiner Umwelt - kommt mir der Gedanke etwas in mir ist erkrankt: kommt nicht mehr zu recht. Ich für mich habe entschieden: es ist nicht meine Seele, die ich als seelische Essenz verstehe - wohl aber kann ich es Psyche nennen. Ist meine Psyche erkrankt, scheint das Vermögen mit meiner Angst umgehen zu können gestört zu sein. Für mich ist diese Unterscheidung eine wesentliche und sie fühlt sich für mich stimmiger an. Ein schwarzes Loch ist nicht sichtbar - kann aber durch die Wirkung der sichtbaren Materie ziemlich genau bestimmt werden. Vielleicht kommt auch in der Psychologie eine "neue" Entdeckung hinzu.
>Zu all dem, was wir an Gedanken zu diesem Thema haben, halte ich es für wichtig zu verstehen, dass wir mehr sind. Wir sind nicht nur Menschen, die sich nach Nähe und Geborgenheit sehnen, in einem ausgewogenen Verhältnis zum "für sich sein"; wir sind auch Menschen mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen, was unsere Seele betrifft. Seele von mir als Unterschied zur Psyche verstanden. So scheint es mir, dass wir manchmal in einen Konflikt geraten zwischen unserem menschlichen Bedürfnis und dem Bedürfnis unserer Seele: Meine Seele sehnt sich nach Ruhe, ich als Mensch fürchte mich wohl möglich vor ihr.
>Eine andere Seele sehnt sich vielleicht nach Trubel, ich halte dies für keinen Qualitätsunterschied - unsere Seelen haben ganz einfach unterschiedliche Bedürfnisse.
>Und wir als Menschen schwanken manchmal: müsste ich mich nicht nach der Menschen-Masse sehnen, stimmt etwas nicht mit mir? Manche fühlen in der Masse tatsächlich Geborgenheit. Bewege ich mich jetzt aus der Masse heraus: huch steh ich alleine da. Im Grunde wie ein Kind (siehe Einleitung zu diesem Thema) auch ein Kind löst sich von seiner "All-Verbundenheit" und macht die Erfahrung: ich bin nicht alles und alles ist nicht ich.
>Lösen wir uns irgendwann noch mehr heraus und sehnen uns nach Ruhe, nach "Abstand"? Vielleicht. Kann es sein, dass wir uns in diesem Übergang stark verunsichert und zu weilen sehr ängstlich fühlen? Natürlich auch einsam. Vielleicht kommt hier etwas neues zum Vorschein in uns: die „All-Verbundenheit“ all_shapes ? Ein Trostpflaster nach all dem Mühen. geschenk
>Lieben Gruß
>Kyrill




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