Nähe

Geschrieben von Helena am 02. November 2009 12:07:18:

bei diesem Thema geraten meine Gedanken und Gefühle in Aufruhr. Bei einem ungewollten Kind, wie ich eines bin, hat allein das Wort Nähe eine unendlich große Kraft. Um Nähe zu erreichen, ein damals aussichtsloser Kampf, habe ich mich in den Gefühlen meiner Mutter verloren, habe erspürt, was sie braucht und es ihr natürlich versucht, zu geben. Entwickelt hieraus hat sich ein angepaßtes Kind ohne eigene zugelassenen und zulassenden Gefühle, die waren ja immer nicht "richtig", bzw. eingebildet. Nähe habe ich dann bekommen, wenn ich so war, wie sie mich brauchte. Deshalb bedeutet Nähe für mich auch heute eine Bedrohung, umso mehr ich in meiner inneren Arbeit an diese unheilvolle Verbindung drangekommen bin. Heute versuche ich, eine Distanz zu wahren, was nicht immer gelingt, sie hat dieses Muster bis heute nicht aufgegeben und leidet darunter, daß ich nicht mehr diesselbe bin.
Ja und was ist mit den Menschen um mich herum, mit den vielen (zerbrochenen) Beziehungen, die ich eingegangen bin? Ich konnte und kann nicht den Satz begraben: "wenn du das tust, was ich möche, dann hab ich dich gerne". Dieser "innere Richter" hat mich in weitere unheilvolle Verbindungen verstrickt, wobei meine Sehnsucht immer stärker wurde, je weiter diese Menschen sich entfernten. Das Resultat war unendliche Traurigkeit. Wenn in meiner heutigen Beziehung die Harmonie zu kippen droht, weil es zwei Meinungen zu einem Thema gibt, bekomme ich gleich Verlustängste... Manchmal gelingt es mir, aus diesem Muster auszusteigen, aber noch viel zu selten. Das ist so wichtig zu erfahren, mein Partner verläßt mich nicht, wenn ich mich zeige. Nähe kann pur sein ohne Bedingungen und trotzdem macht sie mir Angst.
liebe Grüße Helena



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