Heilungstraum
Geschrieben von Aufgetaucht am 07. Oktober 2009 14:49:04:
hallo ihr,
ich schreib euch mal einen Traum von mir auf. Ein Heilungstraum. Bin heute noch glücklich, wenn ich ihn lese. Es triggert wahrscheinlich nicht, ist aber in der Mitte eventuell eklig. Also Vorsicht. Aber das Ende ist so schön.
Ich war einen Tag an der Ostsee mit einem Freund. Wir verpassten einen Bus und mussten auf den nächsten warten. Ich wartete in einer Kneipe, dort war ich alleine in einem Zimmer. Da lag am Fenster ein Verwesungsprozess. Hinter mir die offene Tür. Ich fühlt, das hier ist für mich, da muss ich durch. Es lag da so eine Leiche, aber ich dachte nie an einen ehemaligen Menschen, nur an Knochen und Fleisch. Es war nicht ganz so eklig, wie man denken könnte, es roch nicht. Wie ein Schauspiel, für mich inszeniert. Zwischendrin kamen Bekannte den Gang entlang, ich rief: Warte, ich komm mit! Doch sie hörten nicht, gingen weiter. Ich spürte ja auch, ich muss da durch. Erst war es das Warten auf den Freund, dann das Gefühl: Das ist hier für mich, ich muss das aushalten.
Es kam aus der Verwesungsecke ein Vorhang zu mir geflogen, ich wich zurück, ekelte mich, aber blieb. Er berührte mich gerade nicht.
Das Fleisch veränderte sich, blubberte wie kochend, breitete sich aus. Ich wusste, es ändert sich was, und gleich ist es fertig, das Ganze.
Dann kam von oben eine Dusche, nur für mich, reinigte mich, ich spülte auch den Mund aus, fühlte mich frisch und neu geboren. Ich flog aus dem Haus zum Meer. Das Fliegen war mühelos, ich lag mit der Brust auf einem Handtuch, das mich trug. Sonst war ich nackt. Die Erwachsenen am Strand konnten mich nicht sehen, nur die Kinder. Ich hatte Lust, mit den Kindern zu spielen oder Faxen zu machen. Das Meer war toll.