Lösung von der Familie: was bedeutet das?

Geschrieben von Babs66 am 07. September 2009 20:40:56:

Als Antwort auf: Neues Thema des Monats: Sich von der Familie lösen geschrieben von Eric am 03. September 2009 01:55:33:

Das Thema diesen Monats hat mich nachdenklich gemacht.
Was ist überhaupt sie Lösung von der Familie? Ist es das Ausziehen, das Eigenständig werden oder gar der totale Bruch?
Und: Für wen ist denn die Lösung von der Familie wichtig? Für alle Menschen? Für Menschen die MB erlebt haben? Für Menschen, die MB in der Familie erlebt haben?
Was meinst Ihr?

Meine Gedanken dazu:
Ich denke, dass eigentlich jeder Mensch sich von seiner Familie lösen muss. Dieser Prozess gehört zunächst einmal zum ganz natürlichen erwachsen werden. In der Pubertät beginnen wir, andere Vorstellungen auszuprobieren, als die, die in unserer Herkunftsfamilie üblich sind. Wir gehen in Opposition, besonders was unsere Eltern betrifft.
Und in der nachfolgenden Zeit, nachdem der junge Mensch zunächst einmal das "Gegenteil" von der Auffassung der Eltern ausprobiert hat, beginnt er theoretisch und experimentell seinen Weg zu finden....
Soweit die Theorie.

Ich hatte diese Pubertät in diesem Sinne nicht. Ich war zu "klein", zu fertig, zu mut- und kraftlos, um in Opposition zu gehen. Ich hatte gelernt, dass ich mich in Gefahr begebe, wenn ich versuche, meinen eigenen Kopf zu entwickeln. Mir fehlte komplett die Vorstellungskraft, wie denn ein Leben in anderen Vorstellungsmustern als denen, die mir meine Eltern vermittelten, aussehen könnte.
Ich brauchte bis zu meinem 36. bzw. 38. Lebensjahr, um diese anderen Ideen überhaupt zu entwickeln, nämlich als ich in der Lage war, zu sehen, dass die Vorstellungsmuster meiner Herkunftsfamilie nicht ein Naturgesetz waren, dass es Wege außerhalb dieser Vorstellungen gab. Wenn man so will, geriet ich dadurch so mit 36 - 38 in die Pubertät, indem ich begann, andere Muster zu sehen und dann auch auszuprobieren.

Solange ich noch Teile dieser Muster in mir trage, ist die Lösung von der Familie nicht komplett. Und ich denke, niemandem gelingt es, ALLE Muster der Familie zu beseitigen (und wahrscheinlich ist das meist auch gar nicht wünschenswert). Somit ist für mich logisch, dass auch die Loslösung von der Familie niemals 100 % sein wird.

Aber einen guten Teil kann man schaffen, einen großen Anteil....so, dass ein Großteil der Vorstellungen die man lebt, letztendlich doch eigene sind. Und der Rest....ja, den Rest gilt es zu akzeptieren und auch zu sehen, dass eben evtl. auch gute Teile an den Welten der Herkunftsfamilie war.

Liebe Grüße
Babs



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