Re: Blindheit: emotional oder nicht emotional?
Geschrieben von Gabi am 22. August 2009 09:07:48:
Als Antwort auf: Blindheit: emotional oder nicht emotional? geschrieben von Eric am 20. August 2009 21:19:25:
Hallo Eric,
ja, also um das Spiegeln mal gleich anzuwenden *lächel* : wenn ich dich richtig verstehe, dann sagst du, dass "kalt sein" deshalb nicht mit "emotionslos" gleichzusetzen ist, weil "kalt" ja bereits eine Emotion ausdrückt. Das sehe ich genauso.
Und ich sehe es auch so, dass ganz viel Verstehen und Ernstnehmen dadurch entsteht, wenn Menschen sich in den anderen einzufühlen bereit sind, sich mal kurzzeitig in den Blickwinkel des Gegenübers begeben und wirklich versuchen dadurch den anderen zu verstehen.Bloß: da ist in meinen Augen der springende Punkt: das ist für viele Menschen unheimlich schwer. Und mir ist oft nicht klar ob dabei Unlust und Gleichgültigkeit eine Rolle spielen oder manche Menschen es wirklich nicht können.
Vielleicht gibt es beides.
Klar, man kann es als Technik erlernen wie das die Therapeuten machen oder man entdeckt ganz automatisch im Leben, dass es ein wichtiger Weg ist überhaupt wirklich sich auf das Gegenüber einlassen zu wollen. Oder, was ich oft als Bequemlichkeit entdecke, dass Leute schon so fest in ihrer Meinung sind, dass sie gar nicht bereit sind sich in den anderen reinzuversetzen.Ich gebe dir vollkommen recht, dass ganz viel gelöst wäre, wenn wir alle so miteinander umgingen, ich entdecke aber auch bei mir da manchmal eine Erschöpfung. Manchmal weiß ich genau, dass ich mich mehr einlassen müsste, aber bin selbst vom vielen Einfühlen schon völlig erschöpft, weil eben zu viele Emotionen eine Rolle spielen.
Ich empfinde es als sehr befreiend, wenn Menschen bereit sind hinhören zu wollen was der andere sagt, das ist im realen Leben so selten der Fall. Viel eher wird gleich vom Gegenüber das, was ich sage mit irgendwelchen Formeln beschwichtigt oder es kommt eine Vertröstung oder irgendetwas, was mir sofort zeigt, dass ich besser meinen Mund halte, denn das Gegenüber will nicht wirklich hören, was ich gerade z.B. von meinem Zustand zu erzählen habe.
Ulkig ist auch immer wieder, wenn man die Floskel "wie gehts?" ernstnimmt und nun wirklich darauf antwortet.Da kann man in Sekundenschnelle erkennen, dass manche richtig erschrecken, weil sie mit einem lapidaren "sehr gut" gerechnet haben.ein gutes Wochenende,
herzliche Grüße,
Gabi
- Re: Blindheit: emotional oder nicht emotional? Eric 23.08.2009 13:49 (0)