Re: Mutter *ttt*
Geschrieben von raschida am 23. Juli 2009 21:34:29:
Als Antwort auf: Mutter *ttt* geschrieben von Gabi am 16. Juli 2009 07:49:58:
>Schlechte Erfahrungen mit Menschen hatte ich natürlich auch. Und umgekehrt haben Menschen auch mit mir schon schlechte Erfahrungen gemacht.Die Frage ist immer bei mir: kann ich es gleichsetzen: schlechte Erfahrungen - schlechte Menschen. Dies kann ich irgendwie nicht mal bei meinem Täter.
>Aber es gibt Menschen, die ich abgrundtief verachte. Das sind in meinem Leben drei Menschen: einen meiner Täter, außerdem einen Menschen, der mich im Beruf brutal gemobbt hat und nicht nur mich und meine Mutter.
>Meine Mutter zu verachten, das ist für mich eine große Belastung, denn ich habe fast 50 Jahre versucht mein positives Mutterbild zu erhalten, damit ich sie innerlich nicht verliere. Aber ich konnte es nicht länger halten und das ist jetzt auch einigermaßen in Ordnung so.
>Ich hoffe, dass ich zu dem Punkt komme, an dem ich sagen kann: sie kann eben auch bloß so viel Mutter sein wie sie es kann. Mein Therapeut meint, dass ich immer noch zu gut innerlich mit ihr umgehe, denn er sagt, dass sie viele Chancen gehabt hat an sich zu arbeiten und eben doch an sich zu erkennen, dass sie mir psychisch grausame Dinge angetan hat.
>Sagen zu müssen, dass man die schlechteste Erfahrung im Leben mit seiner eigenen Mutter hatte, das ist schlimm. Gleichzeitig aber deshalb nicht so unwahrscheinlich, weil die Mutter einem halt auch sehr nahe steht und damit besonders tief verletzen kann.
>An meiner Mutter ist das Üble, dass sie noch nie in ihrem Leben sich entschuldigt hat. Dass sie es fertig bringt mir Schlimmste Dinge auch jetzt noch anzutun um dann Tage später mir zu sagen, dass sie mich so liebt, aber nicht indem sie Bezug nimmt auf ihre Taten, sondern nur, weil sie wieder was von mir will.
>Immer muss es bei ihr dramatisch ablaufen. Die Ohrfeigen so wie die Liebesbezeugungen.
>Ich stelle mir dann immer vor wie es einstmals war: mit meinem Vater, dem Täter. Meiner Mutter, der uneinfühlsamen Dramaqueen. Und mir, die ich den beiden ausgeliefert war ohne Geschwister oder jemandem sonst. Dieses Kleinkind stelle ich mir vor. Meine Mutter, die eine Schule geleitet hat und die dort total beliebt war und das ganze Leben reingesteckt hat in andere Jugendliche und dann fix und alle heimkam und dann mich als Blitzableiter hatte. Meine Mutter, die nicht hinschauen musste, denn der Täter konnte nicht arbeiten und hatte daheim über mich die Aufsicht.
>Ich gehe jetzt nicht in Details, denn es geht hier ja um schlechte Erfahrungen mit Menschen.
>Ich habe im Leben auch viele Menschen kennenlernen dürfen mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Ich habe also zum Glück nie mein Vetrauen in andere Menschen verloren.
>Ich muss aber auch sagen, dass Menschen auch mit mir schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, besonders in einem Punkt.
>Ich bin jemand, der schnell sehr gut Anschluss findet und viele wollen dann ganz viel. Aber ich bin da oft überfordert, wenn Menschen zu viel Zeit von mir verlangen. Ich fühle mich dann wie aufgefressen von den Forderungen nach Zeit und Nähe.
>Aber statt ich in Ruhe Grenzen setze breche ich den Kontakt total ab, weil es mir peinlich ist Grenzen zu setzen. Auf diesem Weg habe ich schon viele gute Freunde verloren, die mit Recht sagen, dass sie das unmöglich von mir finden und eben auch verletzt sind.
>Sie meinen, dass ich untreu bin, aber sie wissen nicht wie ich innerlich dennoch bei denen bin auch, wenn ich sie Jahre nicht sehe. Aber ganz klar, dass es sehr schlecht von mir ist und eben ganz sicher etliche Menschen das als schlechte ERfahrung mit mir gemacht haben.
>Einige wenige Male habe ich das umgekehrt erlebt. Da habe ich mich voll engaiert und dann haben andere mich fallen lassen und das tut schon sehr weh.
>Und dann gibt es noch ein Phänomen. Man sagt ja, dass Menschen sich erweisen als Freunde in schweren Zeiten. Aber da hatte ich eigentlich bisher selten Probleme. Vielmehr habe ich schlechte ERfahrungen gemacht mit Menschen, wenn es mir gerade sehr gut ging.
>Also zum Beispiel bei Beförderung. Da habe ich gemerkt, dass Neid plötzlich eine Rolle spielt und das ist etwas, was mir fremd ist. Ich finde Neid nicht schlimm, wenn es nicht in Missgunst ausartet, aber eben diese Missgunst habe ich erlebt, dass Freunde sich eben nicht mitfreuen, sondern erst dann wieder da waren, wenn es mir schlecht ging.
>Das waren jetzt einfach ein paar Einfälle zu dem Thema, die spontan flossen.
Hallo gabi,
ganz spontan eine Antwort von mir:
Diese Gedicht fiel mir zwar nicht schwer zu schreiben, als ich dann endlich einmal dran wahr.
Aber daran gedacht, es zu tun, das hätte ich bis dahin nicht.http://www.bburghardt.de/gedichte/gedmiss7.htm#esre
Der Titel meines letzten Gedichtes heisst:Es reichtLiebe Grüsse
raschida