Re: Vorschlag für Thema des Monats: Glücklich sein - wie geht das?
Geschrieben von wölfyn am 30. April 2009 09:01:22:
Als Antwort auf: Vorschlag für Thema des Monats: Glücklich sein - wie geht das? geschrieben von Eric am 29. April 2009 22:14:15:
Glück ist sicher,wenn man aus den gegebenen Umständen das Beste machen kann.Wenn man eine dem Leben zugewandte positive Haltung einnimmt.Wenn man eine gewisse Ruhe,Gelassenheit hat.
Ghandy fällt mir sofort ein..unter den Bedingungen,die er teilweise hatte,wären viele von uns mehr als unglücklich gewesen.
Es gibt arme Menschen,die dennoch glücklich sind,es gibt hoch Traumatisierte,die es irgendwann geschafft haben und weit geheilt sind.Die aus Schwäche Stärken machen konnten.Die Frage ist..wie kommt das?Daß es einem gelingt und dem anderen nicht? Sagen wir mal,daß beide sich bemühen.Beide unermüdlich am "Positiven" arbeiten.Dennoch scheint Einem das Unglück nagende im Pelz zu sitzen,immer wieder mal,dem Anderen macht es deutlich weniger aus.
Wir sind alle verschieden.Auch in uns selbst, in unterschiedlichen Prozessen,die wir grade durchlaufen.Wir reagieren mit verschiedenen Mechanismen ,unbewußten und bewußten Verhaltensweisen auf bestimmte Ereignisse.Glück ist,wenn etwas in mir so stark ist,daß es immer wieder etwas Positives erblicken und auch anstreben und fühlen kann.
Glück ist,wenn ich durch Alles hindurch immer wieder Liebe empfinden kann.
Ich glaube,es gibt viele Vorbedingungen.Zum einen angeborene Temperamente,zum andren Vorbilder in uns(wie Ideale,gute Glaubenssätze) oder/und von Außerhalb beeinflusste.
Rückblickend kann ich z.B. auch mitunter das Gute in einer verheerendeen schweren Zeit sehen.Wenn ich aber hingegen mitten in einer starken Depresssion oder Panikattacke stecke,wenn ich quasi frisch getriggert oder dissoziiert wurde,ist es fast unmöglich ,derzeit das Gute zu sehen.
Meist hilft dann das ,was ich "zuvor" gelernt habe,gelesen habe,erfahren habe...meine Ressourcen.
Und wenn ich die nicht sehe,helfen Freunde,Therapeuten,Räume wie diese hier. Es ist Glück,diese zu haben..sowohl Ressourcen,als auch die Erinnerung daran,die man bemühen kann,--als auch Freunde,hilfreiche Anlaufstellen ,und dass man solche kennt.Glück hängt also in erster Linie für mich und sicher Viele nicht vom Materiellen ab.Es ist allerdings schon erschwerend,wenn es da auch hapert,das spüre ich aus eigener Erfahrung.Dennoch bin ich deswegen nicht stets unglücklich.Wenn ich mit mir im Reinen bin,bin ich einfach glücklich,meine Kinder zu haben,meine Wohnung,einen Job,Freunde,einen Glauben,Foren wie dieses,wenn meine Kinder Chancen auf einen Job haben und gesund sind und selbst zufrieden. An anderen Tagen,wo ich endlich endlich mal meine Talente,mein Wissen,meine langjährigen Träume,mein Können oder wie man das nennen soll,leben und auch beruflich verwirklichen möchte,und dies nicht geht ,weil es an Diesem und Jenem hapert..dann bin ich auch schonmal unglücklich deswegen.Wenn dann noch meine Freunde mir Angst statt Mut machen,wird das verstärkt.Wenn ich danach eine muntere Kassiererin höre,die völlig zufrieden mit ihrem Leben ist,weil sie relativ gesund ist und ein Dach über dem Kopf hat,schäme ich mich fast und bin gleich wieder motivierter.
Also gibt es viele Faktoren zum Glücklichsein.Ein sehr wichtiger ist sicher die Wahrnehmung..wie nehme ich die Umstände war,in denen ich grade bin,und in denen ich war. Dass ich diese so oder auch anders sehen kann,empfinden kann,hängt von den genannten Umständen/Vorbedingungen ab.Deswegen ist es wiederum wunderbares Glück,WENN ich es anders,positiver sehen und wahrnehmen kann.Und in diesen Zeiten bin ich sehr dankbar dafür.Und auch das fühlt sich schön an.Liebe Grüße
wölfyn
>Liebe Schotterblumen,
>in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts fragte die damalige Leiterin des Instituts für Demoskopie in Allensbach noch ganz indirekt und verschämt anmutend, ob sich die Menschen damals als glücklich bezeichneten.
>Sie fand heraus, dass sich 25% der Befragten als glückliche Menschen sahen.
>Diese Umfrage wurde alle 10 Jahre wiederholt, bis in die heutige Zeit.
>Damals hatten die Menschen in unserem Land praktisch nichts, die Infrastruktur war mit der heutigen gar nicht vergleichbar, ein Kraftfahrzeug war ein Luxus, ein eigenes Telefon auch.
>Heute hat jeder mindestens ein Handy, Computer, Fernseher usw. usw.
>Demzufolge müssten die Menschen heute doch wesentlich glücklicher sein als damals.
>Weit gefehlt! Der Anteil glücklicher Menschen hat sich seit damals praktisch nicht verändert!
>Deswegen fände ich es interessant, mal darüber zu diskutieren.
>Liebe Grüsse
>Eric