Re: Heilungsweg Jesus Christus

Geschrieben von gummientchen am 24. April 2009 20:35:19:

Als Antwort auf: Re: Heilungsweg Jesus Christus geschrieben von Eric am 24. April 2009 02:14:39:

Hallo Eric,

>nehmenwir einmal an, jemand aus einer ganz anderen Kultur lernt gerade die christliche Tradition kennen.
>Er beobachtet und probiert alle möglichen Dinge aus.
>Er hat mitbekommen, dass Menschen am Sonntag Geld in einen Klingelbeutel werfen und nimmt an, dass dieses Ritual dazu dient, um ihm die Erlösung zu bringen...
>Klingt seltsam, oder?

Interessanterweise müßte Dasjenige noch nicht mal aus einer anderen Kultur stammen. Seit ich in eine erzkatholische Region gezogen bin, reizt mich die Wiedereinführung des
Ablaßhandels als Nebenverdienst ;) (Sorry, ich hab' nichts Grundsätzliches gegen die katholische Kirche, aber manche Rituale sind mir eben sehr fremd - übrigens auch die
Kirchensteuer im Allgemeinen). Die Tatsache, dass mein potentieller Nebenerwerb funktionieren würde, zeigt aber auch wie viele Menschen sich danach sehnen Erlösung zu finden und in
unserer Kultur ist es leider üblich alles mit einem Geldwert zu versehen. So eben auch auf dem "Esoterik-Markt". Meiner Meinung nach ist nicht nur dort vieles eine Geldmacherei auf
Kosten hilfesuchender Menschen. Ich finde beispielsweise buddhistisch geprägte Kulturen, wie die tibetische sehr interessant. Als westlich geprägter Mensch kann man sich viel von ihnen in Punkto Nächstenliebe abschauen. Trotzdem werden, so weit ich weiß (ich lass mich gern eines besseren belehren), die Seminare hier in Deutschland kostenpflichtig angeboten. Warum dass denn? Wer der Erleuchtung doch näher gekommen ist, wird sich doch bemühen, mehr zu geben als zu nehmen, oder? Die Seminarleiter u.ä. dürften sich doch dann keine Sorgen um ihr Überleben machen. Aber sie wissen vielleicht, dass sie dann doch verhungern könnten, wenn sie keinen Fixpreis verlangen. Warum? Weil Menschen nicht perfekt sind. Die Welt nicht perfekt ist.

Und das ist dann für mich aber auch der Punkt zu fragen, aus welcher Motivation bietet ein Mensch eine Hilfeleistung an? Am Anfang jeder zielgerichteten Handlung steht ein Motiv.


>Ich kannte mal eine Frau, die regelrecht süchtig war nach Beten. Sie betete tagein, tagaus Rosenkränze.
>Einen glücklichen Eindruck machte sie nicht gerade, aber sie war fest überzeugt, dass sie das tun müsse.
>Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein falsches Verständnis von Ritualen tatsächlich in die Abhängigkeit führen kann.
Es gibt aber eben auch Menschen, die diese Rituale brauchen um Halt zu haben. Für mich gibt es nur das Gebet aus dem Herzen. Es kommt auf das Herz an.


>Aber dabei spielt es eben keine Rolle, aus welcher Kultur diese kommen.
>Um das zu vermeiden müssen wir schon versuchen, hinter die Kulissen zu blicken.

Da stimme ich dir absolut zu. Das Problem dabei ist nur, dass wir meist zuerst mit dem Verstand diesen Blick wagen, was unablässlich ist, sonst würde man ja überall blind hineinrennen, aber um manches wirklich erleben zu können, muss man eben auch einmal loslassen. Denn es gibt einfach Dinge die unser Verstand nicht fassen kann. Wie würden die alten Philosophen heute über die Gentechnik staunen! Und da liegen nur ein paar hundert Jahre menschlicher Entwicklungszeit dazwischen.

>Gerade dabei kann es meinen Erfahrungen nach aber sehr hilfreich sein, das mit verschiedenen Religionen zu tun, denn meiner Überzeugung nach kommt die Wahrheit in dem zum Vorschein, was allen Religionen gemeinsam ist, nicht in dem, was sie trennt und unterscheidet.

Dann sind wir wieder beim Herz und der Liebe...
Es gibt da das alte Kinderlied: "Gott ist die Liebe..."

Liebe Grüße,

gummieentchen




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