Re: Neues Thema des Monats: Heilungswege

Geschrieben von gummientchen am 04. April 2009 18:06:47:

Als Antwort auf: Re: Neues Thema des Monats: Heilungswege geschrieben von renata am 02. April 2009 19:15:00:

Liebe Renata,

das Problem mit der Vergebung kenne ich leider nur zu gut. Auch ich bin ein gläubiger Mensch und ich wünsche mir so vergeben zu können, wie ich mir wünsche, dass mir vergeben wird.
Allein das Wünschen hilft aber nichts. Irgendwann habe ich angefangen darum zu bitten und zwar im Detail - was vergebe ich...jede einzelne Handlung, an die ich mich erinnere...das kostet
viel Kraft und wühlt ersteinmal ziemlich auf. Deshalb mit kleinen Schritten. Mir ging es danach aber wesentlich besser und ich fühlte mich befreiter. Ich bin aber noch nicht durch.
Zum Thema "Beichtvater" / Seelsorger kann ich dir nur raten gründlich zu überlegen, wem du dich anvertraust. Soweit ich weiß unterliegen alle Konfessionen der Schweigepflicht, aber nicht jeder wird dich als Mensch verstehen (ich trenne zwischen menschlichem Verstand, körperlichem und der Seele, wenn auch beides natürlich eng verknüpft ist.) und somit ist auch immer die Gefahr einer Entäuschung recht groß. Aber manchmal wird man auch zum richtigen/ zur richtigen gelenkt.

Ist nun die christliche Vergebung eine Art der Verdrängung? Ich glaube nein. Wenn man sich ernsthaft damit auseinandersetzt, d.h. sich überlegt, was zu vergeben ist und was Vergebung bedeutet, man vergißt dadurch ja nichts. Und die Wut? Sie kommt irgendwann. Da hilft mir zu wissen, dass auch mir vergeben wird...die Wut ist menschlich. Jesus ist nicht für die perfekten Menschen am Kreuz gestorben...wie passend, dass gerade Ostern kommt :)

Ich wünsche dir, dass du die, für dich richtige Entscheidung triffst, und viel Kraft und Licht damit du den Weg siehst
liebe Grüße,

gummieentchen



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