Re: Theorie und Praxis

Geschrieben von wölfyn am 16. Februar 2009 09:57:44:

Als Antwort auf: Re: Theorie und Praxis geschrieben von Eric am 14. Februar 2009 17:35:49:

Hallo liebe Gelberose und lieber Eric,


ich stimme dem,was Eric sagt,unbedingt zu--auch wenn ich es sicher oft genug noch nicht tue,nicht überprüfe.Aber es ist der Weg,der fruchbar ist.

Ich habe auch Byron Katie gelesen,und mag man glauben über ihre Geschichte,was man will,aber ihre Fragestellung finde ich hilfreich und mitunter Augen öffnend,selbst wenn sich bei manchen Antworten die Nackenhaare trotzig sträuben.Nicht immer allerdings finde ich eine Antwort,die wirklich paßt.

Auch Robert Betz oder mit seinem Humor Eckart von Hirschhausen finde ich beim Gedanken- und Gefühle-sortieren sehr hilfreich.Und diese holen mich mitunter aus einem negativen Zustand ein bißchen heraus.Natürlich erreicht Einen dies nicht immer,muß ich schon einräumen,--wenn man grade heftige Dissotiationen/Triggerauslöser hatte,ist man nicht recht imstande,das anzuwenden.Dann braucht man erstmal Trost,einen hilfreichen fürsorglichen Freund,um wieder das Licht zu fühlen in sich.

Doch insgesamt ist das der Weg,den ich auch neben u.U.schmerzhafter Aufarbeitung,Imaginationsübungen,Verständnis etc..unbedingt für positiv und anschubsend empfinde.

Grade ,wenn man sich immer an die Kandarre genommen hat,(reiß dic zusammen,verdränge,sei tapfer..)ist es mal nötig,jammern zu dürfen,seine Wut und Angst endlich herauszuschreien,zu weinen...um danach dann befreiter und aufatmend eine neuen Weg zu finden.
Für mich verläuft das,glaube ich ,in Wellen,in Phasen--und um das Postive in dunklen Zeiten nicht dabei zu vergessen,habe ich z.b.Karten,auf denen Schönes geschrieben oder gemalt steht--oder ich schreibe halt,um im Austausch wieder dorthin zu gelangen.

Ich glaube,die dunkleren Phasen sind auch nötig,man sollte und darf nur nicht darin verharren.

Und--manchmal dauert es tatsächlich ein bißchen länger,bis eine von mir neu gefundenen hilfreiche Affirmation/Erkenntnis bis in den Bauch klickert.Da kann ich mich auf den Kopf stellen,es dauert dann halt.Und das dann anzunehmen,zu akzeptieren,das ist dann auch wiederum hilfreich,finde ich.

Ich grüß euch herzlich

wölfyn

>Hallo liebe Gelberose,
>Theorien sind ja etwas, das aus der Wissenschaft kommt.
>Dort werden Theorien aufgestellt, um ein bestimmtes Weltbild zu schaffen und zu erweitern.
>Bei den meisten Theorien ist es nur ein ganz kleiner Teil des gesamten Weltbildes, aber das ist ja für die Vorgehensweise egal.
>Und dann wird die Theorie mit der Praxis konfrontiert.
>Dort muss sich dann erweisen ob die Theorie falsch ist oder ob sie soweit stimmt und einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung des Bildes von der Welt liefert.
>Dabei sind besonders wichtig die Versuche zu beweisen, dass eine Theorie falsch ist.
>Nur solange eine Theorie sämtliche Versuche sie als falsch zu "überführen" übersteht, kann sie als wahr und (ggf.) bewiesen gelten.
>Da wir alle ja auch ein Weltbild haben, haben wir also auch nichts anderes gemacht als die Wissenschaft:
>Wir alle haben eine Theorie darüber wie die Welt funktioniert, was sie eigentlich ist und auch darüber, was wir selbst sind und wie wir selbst funktionieren.
>Die Frage ist aber nun:
>Machen wir alle wirklich den zweiten, den wichtigeren Schritt?
>Prüfen wir wirklich, ob unsere Theorien falsch sind oder glauben wir sie weiter, nur weil das bequemer ist?
>Oder suchen wir gar nur nach Indizien die für unsere Theorien sprechen und lassen die Beweise gegen sie unbeachtet liegen?
>Glauben wir vielleicht unser ganzes Leben lang die Theorien, dass unsere Ängste, unsere Nachbarn oder wer oder was auch immer uns hindert, dieses oder jenes zu tun, zu erfahren, zu empfinden oder zu werden?
>Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Theorien mit denen ich mich selber konfrontiert hatte oder mit denen ich konfrontiert wurde nicht wahr sind.
>Denn für die meisten konnte ich mindestens eine Gelegenheit finden, wo sie eben nicht stimmten.
>Und damit ist der Beweis ja auch schon erbracht, dass sie keinesfalls allgemein gültig, dass sie keinesfalls Gesetz sind, als das sie so oft ausgegeben werden.
>Deswegen glaube ich, dass der Weg uns selbst zu befreien nur dann funktioniert, wenn wir auch den Mut aufbringen, uns von übernommenen, aber falschen Theorien zu befreien.
>Liebe Grüsse
>Eric



Antworten:


• Schotterblume Thema des Monats •