Körperwahrnehmung

Geschrieben von Eric am 08. September 2008 14:44:26:

Hallo,

ich möchte das Thema von einer Seite beleuchten, die vielleicht nicht unbedingt der ursprünglichen Intention dieses Monatsthemas entspricht, die für mich persönlich aber sehr aufschlussreich war.

Vor etlichen Jahren sah ich Körper und Geist als zwei verschiedene Dinge an.
Den Körper betrachtete ich mehr oder weniger als eine Maschine, ein Werkzeug des Geistes.
Vielleicht war diese Einstellung auch beeinflusst von der Einstellung vieler Mediziner zu diesem Thema.

Dass der Geist eines Menschen relativ stark vom Körper abhängig ist, war mir zwar klar.
Das ist ja jederzeit nachzuvollziehen wenn man sieht, wie beispielsweise Alkohol die geistigen Fähigkeiten zu beeinträchtigen in der Lage ist.

Dass jedoch auch der Körper vom Geist abhängig ist, erfasste ich Anfangs aber wohl nur unzureichend.
Sicher, auch die Mediziner hatten festgestellt, dass gewisse Abhängigkeiten bestehen, dass beispielsweise eine Nervenverbindung zwischen Immunsystem und Gehirn besteht.

Solcherart Erkenntnisse waren für mich jedoch nur die Spitze des Eisbergs.
Je näher ich mich damit beschäftigte, desto mehr erkannte ich, wie umfangreich die Abhängigkeiten tatsächlich sind.

Dass beispielsweise psychosomatische Symptome oft Symptome des eigenen Willens sind, sich widersprechende Ziele zu verwirklichen.
Je intensiver dann die eigenen Ziele verfolgt werden, desto intensiver werden auch diese körperlichen Symptome.

Das kann zu ziemlich paradoxen Situationen führen, wenn beispielsweise ein Ziel darin besteht, diese körperlichen Symptome loszuwerden.
Dann kann es passieren, dass genau die Anstrengung die Symptome loszuwerden diese noch verstärkt.
Im Extremfall kann der Verzicht darauf, etwas gegen diese Symptome zu tun bewirken, dass sie verschwinden, weil der Zielkonflikt damit aufgelöst ist.

Gerade Menschen, die in der Kindheit am Erreichen ihrer Ziele gehindert worden sind und es daher gewohnt sind, verstärkt für die Erreichung ihrer Ziele einzutreten, sind daher meines Erachtens besonders anfällig für solche psychosomatischen Probleme.

Die oftmals sehr subtilen Zusammenhänge zu erkennen und auch zu akzeptieren erfordert jedoch etliches an Überwindung, Aufmerksamkeit und auch Selbstkritikfähigkeit, um zu erkennen, wann eine Umkehr nötig ist.

Ich sehe den Körper daher nicht nur als Spiegel der Seele, sondern auch als Spiegel des Geistes.

Das werden sicher auch Promi- Magazine und Schönheitchirurgen sagen, aber meine Auffassung unterscheidet sich da sehr.
In Menschen, die beispielsweise auf Äusserlichkeiten besonders viel Wert legen, ob sie nun Bodybuilding machen, Schönheits- OPs oder eben einfach perfekt aussehen wollen, sehe ich vor allem Getriebene ihrer eigenen, unaufgelösten Widersprüche.

Genau das schreiben im Grunde auch Promi- Magazine.
Wie viele von den sog. "Schönen" sind denn eigentlich wirklich glücklich?
Kann man sie an einer Hand abzählen?

Für mich ist es daher unwichtig, mein Äusseres möglichst perfekt nach den Vorstellungen und Vorgaben anderer zu gestalten.

Wichtig ist mir jedoch, meine Körper zu akzeptieren als Teil der Einheit, die Körper, Seele und Geist bilden.

Liebe Grüsse

Eric



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