Re: Selbstverantwortung und/oder Hilfe annehmen?

Geschrieben von DRSBo am 15. Februar 2008 14:51:48:

Als Antwort auf: Re: Selbstverantwortung und/oder Hilfe annehmen? geschrieben von Eric am 12. Februar 2008 22:49:09:

Hallo, lieber Eric,

ich finde es mal wieder interesannt wie wer was sieht und empfindet.

>Hallo lieber Dirk,
>ich sehe es tatsächlich auch so, dass Eigenverantwortung bedeutet, für sich selber verantwortlich zu sein.
>Aber AUCH, dass es nicht ausschliesst, Hilfe zu bekommen oder sich diese zu holen.
>Ob ich mich von einem Helfer abhängig mache oder nicht, das liegt an meiner eigenen Einstellung zu dieser Hilfe. Das kann der Helfer noch nicht mal beeinflussen bzw. kaum beeinflussen.

- Ja es liegt an jedem selber wie er das sieht und wie er damit umgeht und bin der Meinung dass dies auch erlernbar ist, man muss die innere Einstellung dazu haben, vielleicht so, wie wenn man mit dem Rauchen aufhören möchte aber es immer noch nicht kann da meiner Meinung nach der feste Wille dazu noch nicht gegeben ist oder auch, weil irgendwie der Ersatz dafür nicht da ist was man sehr oft meint, haben zu müssen.

>Wie Sehnsucht schon schrieb, kann sinnvolle Hilfe nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.

- Das bezweifele ich auch überhaupt nicht

Ich denke es kann nichts besseres geben als sein Leben selbst zu bestimmen, wie, wo und wann ich lebe.
Nur, wie ja schon geschrieben ist es halt schon schwer so etwas erst einmal zu erkennen und dann auch noch um zu setzen, kostet viel Kraft und Arbeit (soweit ich es sagen kann).

>A) Wenn mir jemand meine Hemden bügelt, dann bin ich selber nicht abhängig von dieser Person, denn erstens könnte das auch jemand anders machen und zweitens auch ich selber. Es bin ja auch nicht ich SELBT, um den es geht, sondern es sind meine Hemden. Wir diskutieren ja hier Selbstverantwortung, nicht Hemdenverantwortung

*grins*
Ja sicher. Das ist auch ein großer Unterschied, stimmt.

>B) Wenn es um mich SELBST geht, muss ich selbst lernen mit meinen Problemen fertig zu werden. Nur ich kann das nämlich tun, kein Helfer. Wenn ich stattdessen darauf bestehe, dass mein Helfer meine Probleme löst, dann bin ich in einem sehr ungesunden Abhängigkeitsverhältnis und auch der Helfer.

Ok, da bin ich Deiner Meinung.
Um es nochmals zu entzweihen, mit Eigenverantwortung meine ich nicht die Materiellen Dinge.
Eigenverantwortlich zu sein bedeutet schon, nur für mich da zu sein, etwas für mich zu machen usw.

Die Fremdverantwortung (oder anders gesagt, Hilfe von außen) bedeutet für mich auch die Rahmenbedingungen.
Kleine Raupe hatte dazu etwas geschrieben, ich hatte das Beispiel der Dritten Welt und die Weltkriege genannt, dass sind Umstände die eine Eigenverantwortung sehr einschränken als Verfolgter oder Gefangener usw., also Umstände die ich selber nicht beeinflussen kann, damit zusätzlich zurecht kommen muss, kleine Raupe schrieb dazu, dass dennoch jeder für sich das best mögliche versuchen kann zu machen, sicher, das stimmt.
Aber was ist, wenn es so hoffnungslos geworden ist für jemanden? Was sagst Du diesem?

>Ein Helfer kann mir nur Schritt für Schritt zeigen, wie ich meine Probleme lösen kann.

- Ja aber auch konkret dann helfen.
Oft reicht das nicht die Schritte auf zu zeigen. Oft kann man diese vielleicht gar nicht umsetzen.

>Die Schritte gehen, das muss ich selber machen.

- Ja sicherlich, wenn man dann dazu in der Lage ist.
Ich finde es schlimm wenn ich sehe wie jemand in sein Unglück rennt aber dass könnte ich unter Umständen auch akzeptieren wenn ich selber mit der Hilfe an meinen grenzen gekommen bin.


>Ich erlebe das öfter auch in der Nachbarschaft. Da gibt es Leute, die sind abhängig davon, einen Partner zu haben. Sie können nicht mal für ein halbes Jahr alleine auskommen.
>Diese Menschen erwarten Hilfe von ihrem Partner, haben ein Verhältnis mit Suchtcharakter zu ihm.
>Diese Menschen haben ihre Selbstverantwortung nicht übernommen, denke ich.
>Wahrscheinlich sehen einige in ihrem Partner eine Art Eltern-Ersatz, aber das ist ja eigentlich nicht die Rolle eines Partners.
>Wenn diese Menschen aber dann einen Partner haben, der die Rolle eines Partners auch so sieht, dass es ein Elternersatz sein soll, dann gibt es erst recht Probleme. Denn der jeweils andere soll Elternersatz werden, aber er will es nicht selber sein!

- ja! Noch ein gutes Beispiel dafür ist wenn Frauen geschlagen werden (auch bei Männern) und diese aber dennoch beim Partner/In bleiben.
Genau da ist die Eigenverantwortung zu sehen, denn in solchen Fällen kann nur ich mit einer Beratung und Hilfangeboten etwas bewegen und aus dieser Situation heraus kommen, nur ich selber muss diese annehmen und darin vertrauen, dass es mir auch besser geht.

>Sei es bei Leuten, die sich total überversichern, weil sie den Schutz und die Geborgenheit ihrer Eltern suchen. Die Versicherungsmakler freut es.

- Ts ts ts... dass ist aber sarkastisch zwinker
Ich denke es hat schon seine Gründe warum wer so ist. Ich denke das siehst Du auch so.

Eigentlich ist es doch so:
Zuerst einmal muss man selber erkennen dass es so nicht weiter gehen kann, man muss es auch im Gefühl haben, dann muss man sich im klaren werden wie komme ich denn da raus? Wenn dass einem klar ist, dann versuchen sich Informationen zu holen, also Hilfsadressen und sich ggf. auch an Freunde und Bekannte wenden (also auch Vertrauen haben), dann versuchen den nächsten Schritt zu gehen und selber ja zudem sagen, dass man also Hilfe an nimmt.

Liebe Grüsse
Dirk



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