Re: Was ich unter Selbstverantwortung verstehe
Geschrieben von Eric am 06. Februar 2008 22:12:03:
Als Antwort auf: Re: Was ich unter Selbstverantwortung verstehe geschrieben von DRSBo am 06. Februar 2008 20:51:29:
Hallo lieber Dirk,
das Lied, das Dir da in den Sinn gekommen ist "Wenn, Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst.." finde ich durchaus passend.
Und bei den Fragen, die ich da mal aufgelistet habe, führen mache wohl tatsächlich zu so einem Ergebnis.Bei den Zielen ist das wohl auch so.
Viele Ziele werden sich von Mensch zu Mensch unterscheiden.
Wenn ich mir das Ziel gesetzt habe, ich möchte ein bestimmtes Handy kaufen, dann ist das ein persönliches Ziel, das ich zwar mit einigen Menschen teilen werde, aber die meisten würden sich ein anderes kaufen.
Diese Ziele sind jedoch nicht so wichtig, dass sie wirklichen Einfluss auf mein Leben haben.
Die Frage ist halt, was sind die wirklich wichtigen Ziele und unterscheiden die sich dann immer noch bei allen Menschen?Genau da kommt mir Dein Beispiel wieder in den Sinn mit dem Menschen, der sich 30 Jahre abgerackert hat, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Danach stellt er fest, dass ihn das nicht wirklich weiter gebracht hat, dass er nicht wirklich was von hat.
Für mich ist das ein typisches Beispiel eines Menschen, der sich selber nicht erkannt hat und daher seiner Eigenverantwortung nicht nachgekommen ist.
Er hat viel Energie für etwas aufgewendet, das ihm dann nichts wichtiges gebracht hat.
Er hat diese Energie verschwendet.Eigenverantwortung hätte ihm viel sinnlose Mühe erspart.
Auch wenn es nicht immer leicht ist, diese zu akzeptieren, weil sie unserem Willen widerspricht.
Das ist es dann, was ihm "zu viel" ist.Stell Dir mal vor, Du würdest so einem Menschen raten, er solle aufhören, sich für so ein Ziel abzustrampeln, weil es sinnlos ist.
Er würde Dich wahrscheinlich wüst bekämpfen, weil er in Die jemanden sieht, der sich seinen Zielen in den Weg stellen will!Möglicherweise würde er sogar weitermachen, auch wenn er erkannt hat, dass es sinnlos ist, weil er sich das nicht eingestehen kann. Sein ganzes bisheriges Leben wäre sinnlos gewesen!
Sein Ignorieren seiner eigenen Erkenntnis würde in seinen Augen verhindern, dass sein bisheriges Tun seinen Sinn verliert.
Das hätte es zwar trotzdem und andere Menschen würden das erkennen, auch wenn er das selber nicht tut.Für ihn wäre diese Erkenntnis wohl hart.
Aber diese Härte kommt nicht von aussen. Schon gar nicht von dem, der ihn darauf aufmerksam macht.
Auch wenn er wohl andere dafür verantwortlich machen will, denn es ist ja bequemer, die Verantwortung auf andere zu schieben.
Sondern sie kommt vom Widerstreit in so einem Menschen selber.
Der Widerstreit zwischen seinem Willen und dem, was der mit diesem Willen erreicht.
Oder eben nicht erreicht.Und je härter er für seine Ziele kämpft, umso härter wird dieser Widerstreit und damit der Druck in ihm, denn er kämpft im Grunde gegen sich selber!
Natürlich ist so eine Erkenntnis nicht von heute auf morgen zu gewinnen.
Welcher Mensch erkennt sich schon spontan selber?
Das ist immer ein längerer Prozess.
Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch dazu fähig ist.Aus der Sicht eines Menschen, der noch voll in so einer Verblendung drin steckt wie eben dieser Mensch, der sich 30 Jahre abstrampelte, wäre ein Aufruf zur Eigenverantwortung vielleicht etwas, das ihm etwas nehmen will, nämlich seine ach so geliebten Ziele und ihm auch noch etwas aufbürden, nämlich die Verantwortung, die er ja nun gar nicht sehen will.
In Wirklichkeit ist es aber eine enorme Erleichterung. Er braucht sich nicht weiter abstrampeln, erkennt seine wirklichen Ziele und bekommt erstmals eine Chance, diese auch zu verwirklichen.
Das wird er jedoch erst dann erkennen und so sehen können, wenn er drauf und dran ist, diesen Weg zu gehen. Das jedoch wird durch etwas verhindert, das bei ihm möglicherweise sehr stark ist:
Sein eigener Wille!
Liebe Grüsse
Eric