Re: Theaterprojekt über Pados und deren Opfer
Geschrieben von Herr Rieder TchorT am 19. April 2011 19:12:18:
Als Antwort auf: Theaterprojekt über Pados und deren Opfer geschrieben von Eric am 18. April 2011 20:50:20:
>Hallo liebe Schotterblumen,
>per E-Mail erreichte mich einen Anfreage eines Theater- Regisseurs, der ein Projekt über Pädophilie und deren Opfer plant und dafür
Siehe Info Herr Rieder:http://www.stadttheaterbern.ch/241-johannes-rieder.html
Gesprächspartner sucht. Er versicherte mir, selbst nicht pädophil zu sein.
>Den Text der Anfrage habe ich unter dieses Posting kopiert.
>Was haltet Ihr davon?
>Liebe Grüße
>Eric
>INTERVIEWPARTNER GESUCHT
>Für die Recherchearbeit zu einem Projekt über die Opfer von Pädophilie und Pädophilen werden Interviewpartner gesucht.
>Den Anstoß zu diesem Projekt gab der Umgang mit Pädophilie in der Öffentlichkeit:
>Entsetzen und geifernde Sensationslust in den Medien, doch es fehlt in der öffentlichen Diskussion ein differenziertes Bild der Pädophilen und ihrer Opfer: sie erscheinen als große, graue Unbekannte, die den Volkszorn oder Mitleid auf sich ziehen, viel näher wird auf sie nicht eingegangen.
>Diese Darstellung verstellt den Blick auf eine Thematik, die so weder den Opfern noch den Tätern gerecht wird, die nur als Opfer oder Täter abgestempelt werden und nicht objektiver behandelt werden. Beide Gruppen leben mitten unter uns und haben dennoch kein differenziertes Gesicht, sondern bleiben von einem unklaren
>Geheimnis umwittert, das die Diskussionen und den Umgang mit dem Thema in der Öffentlichkeit erschwert. Eine informierte Gesellschaft kann die Gefahren und die Herausforderungen besser erkennen.
>Bei dem Projekt sollen verschiedene Erfahrungen aufeinander treffen. Es geht dabei nicht primär um den sexuellen Missbrauch, sondern vor allem um eine Dokumentation von persönlichen Schicksalen der Betroffenen und ihren
>Angehörigen (sowohl denen der Opfer als auch der Pädophilen) und ihrem Versuch, mit dem „normalen“ Leben umzugehen: Es geht weder um falsche Betroffenheit noch um falsches Mitleid, sondern darum, Menschen zu zeigen: ihre Liebe, ihre Traurigkeit, ihren Humor, und Schmerz und Angst auf beiden Seiten.
>Wir führen Interviews mit Missbrauchsopfern und Angehörigen aber auch mit Pädophilen. In Gesprächen mit den Missbrauchsopfern interessieren uns unter anderem folgende Fragen:
- Kann man "Kind sein" definieren?
- Hat man die Situation des Missbrauchs verstehen können als sie passiert ist?
- Welches emotionale Verhältnis hatte man vor dem Geschehen zu dem Täter?
- Wenn der Missbrauch innerhalb der Familie geschehen ist: Wie kann man danach in der Familie weiterleben, wenn man es muss?
- Inwieweit leidet man heute noch unter den Vorfällen? Seelisch? Körperlich?
- Hat man das Bedürfnis zu Verzeihen? Und wenn ja: Kann man verzeihen?
- Inwieweit man danach seine Sexualität definieren, und wenn man sie definieren kann, wie steht man zu seiner Sexualität?
- Wann hat man sich erstmals einem Dritten anvertraut, auf welche Weise, wieso gerade in diesem Moment? Wie war die Reaktion?
- Schämt man sich? Wenn ja, wofür?
- Spürt man Zorn? Wenn ja, auf wen?
- Wie denkt man heute über den Täter?
- Gibt es Momente, in denen Sie den Täter vermissen?
- Wie geht man mit der Stille um?
- Wenn man verliebt ist: wie geht man mit der Liebe um?
- Was bedeutet Liebe? Und was bedeutet lieben?
- Wohin würden Sie gerne in die Ferien fahren?
- Weshalb ausgerechnet dorthin?
>
>Aus den Gesprächen wird später eine Fassung für einen Theaterabend erstellt. Diese Textfassung wird dann von Schauspielern gesprochen.
>Die Anonymität der Interviewpartner wird dabei natürlich hundertprozentig
>gewährleistet.
>Kontakt:
>Johannes Rieder
>derjohannes@yahoo.de