Re: therapieform
Geschrieben von Trollibär am 11. November 2010 14:46:17:
Als Antwort auf: therapieform geschrieben von tiegerkätzchen am 11. November 2010 11:24:28:
Hallo tiegerkätzchen, das ist eine schwierige frage. Mich hat das damals auch verrückt gemacht, was ist am besten. Die einen sagen das die anderen sagen das. Ich habe mich damals viel damit beschäftig und bin für mich, und damit meine ich für mich persönlich darauf gekommen, dass ich Tiefenpsychologisch am besten finde. Das heißt aber nicht das es für dich auch das beste ist. Gelandet bin ich letztentlich bei Analyse, der aber auch Trauma- und Gestalttherapeut ist (nur reine Analys bei Trauma finde ich sehr gefährlich).
Im Grunde ist es nur wichtig das er/sie ein Traumatherapeut ist.Ich setzte dir mal die Antwort von Frau Minor-Püllen hier rein, die sie mir auf meine Frage diesbezüglich am 05.11.2008 geantwortet hat (ich hoffe, ich darf das so?)
LG
Anja
Hallo,ja, es ist schon nicht einfach in unserem Therapeutendschungel.
Aber da ja bekanntlich „viele Wege nach Rom“ führen,kann wohl auch niemand sagen, der oder der ist der richtige Weg für Dich,
dazu ist jeder Mensch und jede Biografie doch zu individuell.
Ich denke aber, wer eine Lungenerkrankung hat, geht ja auch nicht zu einem Allgemeinmediziner, sondern zu einem Lungenfacharzt,
oder er wird dorthin überwiesen. Und so sollte jemand, der ein Trauma hat auch zu einem Traumafach“arzt“/Therapeuten gehen,
wobei auch das allein natürlich kein „Garantieschein“ für ein Gelingen der Therapie ist.
Es ist längst bewiesen, dass fast 80% des Therapieerfolges auf die positive „Wellenlänge“ zwischen Patient und Behandler zurückzuführen ist ,
der Rest besteht aus dem „richtigen Handwerkzeug“ und das sollte,meiner Meinung nach, in diesem Fall aus Traumafachwissen
und speziellen Distanzierungs/Stabilisierungs/Konfrontations-und Intergrationsmethoden bestehen.
Mache bieten auch "Innere-Kind-Arbeit" und "Ego-State-Arbeit" an.
Dennoch kann ein einfühlsamer Hausarzt , der weiß, was belastende Lebensereignisse anrichten können manchmal mehr bewirken
als ein hochdekorierter empathieloser Prof.Dr.Dr. soundso mit einer Wand voller Zertifikate. Also immer auf die Wellenlänge achten !
Es gibt übrigens keine klassisch direkte Ausbildung zum Traumatherapeuten, es gibt „nur“ Zusatzausbildungen im Bereich Trauma . Natürlich gibt es da reine Wochenendfortbildungen , aber auch welche, die ganze Jahre dauern und logischerweise weitaus mehr Fachwissen vermitteln.
Diese Zusatzausbildungen können nicht nur Psychologen machen, aber nur die „dürfen“ sich dann Traumatherapeut nennen.
Aber auch Gesprächstherapeuten, Analytiker,Heilpraktiker,Körpertherapeuten, Gestalttherapeuten,Kunsttherapeuten,Tanztherapeuten,
Verhaltenstherapeuten, Hypnotherapeuten usw. können die selben (!) Fortbildungen machen, sich aber dann nicht Trauma-Therapeuten nennen.
Diese oft kniffeligen Unterscheidungen – z.b. wer darf sich wie nennen - werden durch das Psychotherapeutengesetz geregelt
und sind für Laien meist ganz schwer zu verstehen.
Vielleicht hilft es Dir,zu überlegen, welches Medium Dir am besten liegt – Reden, Kreatives Umsetzen,
oder eher kognitives oder körperliches und danach einen Therapeuten, eine Therapeutin auszuwählen,
die Traumazusatzausbildung hat.
Leider werden von der Kasse nur die Kosten der kassenzugelassenen Psychotherapeuten/Verhaltenstherapeuten bzw. Methoden,
übernommen,andere allenfalls im sog. Einzelfallentscheid.Mit herzlichem Gruß
Dagmar Minor-Püllen
Fachberater-Team
- Re: therapieform tiegerkätzchen 11.11.2010 17:27 (0)
- Re: therapieform Trollibär 11.11.2010 15:07 (0)