eben, der ganz
Geschrieben von arkei31 am 28. März 2010 16:18:59:
Als Antwort auf: Kann einen runter ziehen geschrieben von Sisi am 27. März 2010 08:44:09:
Hallo liebe Sisi
Was Du/Ihr schreibt kann ich im großen und ganzen sehr gut verstehen.
Vieles fühlt sich hier genauso an. Besonders die Angst von der Du schreibst kann ich sehr nachvollziehen.
Versuch mal etwas genauer auf das was Du geschrieben hast einzugehen.Ihr/Du schreibt/schreibst
Ich habe es immer satt, zu erklären das ich raus gehe, weil ich das nicht aushalten kann, das dort Männer
sitzen und ich gleich dissoziere, ich schäme mich so sehr.Ja das stimmt, Wartezimmer beim Arzt sind hier auch ein großes Problem. Deswegen geht man nie alleine zum Arzt.
Wir gehen dann zusammen mit der Sozialarbeiterin/Betreuerin vom BeWo dahin, was die ganze Sache schon etwas erträglicher
macht und sie kommt auch in der Regel mit zu den Ärzten rein. Da man auch im Behandlungszimmer Angst hat, da bald noch
mehr mittlerweile,als im Wartezimmer. Denn im Behandlungszimmer mag ja jemand was, im Wartezimmer warten die Leute und
man weiß das man denen egal ist, was gut so ist.
Wenn was passiert im Wartezimmer ist ja dann auch die Betreuerin da um aufzufangen soweit es eben geht.Ihr/Du schreibt/schreibst
Ich verstehe mich selbst nicht, früher hatte mir ein volles Wartezimmer nicht ausgemacht, hatte da meine Kinder
um mich. Hatte dann zwar immer starke Kopfschmerzen bekommen, warum jetzt, warum jetzt passiert mir sowas.
Kann ich mich nicht zusammenreißen, vorher hatte es mir doch nichts ausgemacht, bin ich verrückt jetzt.
Es ist schlimmer geworden und habe Angst, Angst zusammen zu brechen.Hier habt ihr ja schon die Antwort geschrieben. Nie alleine sein, wenn man zum Arzt muß. Deine Kinder haben die Aufgaben
übernommen (unbewusst) die bei uns die Betreuerin übernimmt.
Warum passiert Dir das jetzt, das ist ne sehr gute Frage auf die ich auch keine richtige Antwort habe, leider. Denn die
Frage hab ich mir auch schon oft gestellt. Vielleicht,weil man es jetzt weiß - keine Ahnung. Aber es macht mir auch Angst,
da bist Du nicht alleine damit. Es macht Angst und man ist völlig überfordert. Aber was man jetzt inzwischen weiß ist, das man
nicht verrückt ist und das man auch keine Angst haben muß zusammen zu brechen. Nur was eben auch weiß ist, das es Zeiten gibt
wo die Kontrolle nicht da ist, was man leider hinnehmen muss. Vielleicht hilft es wenn Du/Ihr es akzeptiert, das es so ist wie es
ist, denn dann kann es alles etwas stabiler werden.Ihr/Du schreibt/schreibst
Ich gehe ja schon so selten hin zu einen Arzt, aber nun muss ich, habe versucht was ich konnte mich selbst zu behandeln,
auch Rückenschmerzen, habe Kraftraining gemacht und gegen Verspannungen mit Massage abgeholfen. Ich schäme mich so sehr.
Aber ich kann nicht darüber stehen, keiner versteht sowas, man wird für Blöd erklärt oder als jemand der vielleicht Drogen
nimmt oder was ähnliches, aber es ist nicht so, dass zittern kommt von ganz allein. Es kommt von ganz allein, es fällt
Anfallartig über einen, man steht ohnmächtig dagegen. Die Kraft immer zu schöpfen macht mich schon hoffnungslos, viele
denken wenn man solange Krank ist, die will nicht arbeiten, die zu faul, die kann doch noch, die fährt doch jeden Tag Fahrrad,
da sie doch hat noch Kraft.Selten zum Arzt zu gehen ist doch keine Lösung. Vermeidung so zu sagen. Okay das kann man schon nachvollziehen. Denn das ist ja
logisch das man so reagiert. Wer setzt sich schon gern Situationen aus, wo er weiß das sie weh tun werden?! Aber hier könntest/könntet
Du/Ihr eben probieren jemanden, den man mag mit ins Boot zu holen um die Arztbesuche zu überstehen. Dieser jemand sollte allerdings wissen,
was mit Dir/Euch los ist und man sollte ihn auch vertrauen können. Im BeWo gibts ja 2 Betreuer und da ist es auch so, das man nur zu einer so
viel Vertrauen wie nötig hat, um die Arztbesuche zu schaffen. Die andere Betreuerin wird auch nicht rangelassen.Das Thema sich erklären, ist ja teilweise auch noch ein Problem. Aber hm, erklären.... wozu. Man braucht nix zu erklären, denn die
Menschen haben uns zu nehmen wie wir sind. Wir müssen sie ja auch akzeptieren wie sie sind, naja und die erklären doch auch nicht warum
sie so sind wie sie sind. Aber die Angst und Scham auch nachvollziehen kann, das dauernde Denken das man was falsch gemacht hat. Es ist
ein Kampf, denn man gewinnen kann, indem man sich bei den richtigen Menschen Hilfe holt. Das müssen nicht unbedingt Ärzte,Therapeuten oder
Sozialarbeiter sein. Das können auch Bekannte sein, die wissen wie sie mit Dir/Euch umzugehen haben.Zum Thema arbeiten gehen hat man so seine eigene Meinung. Das Problem ist ja nicht die Arbeit, sondern die Leistungsgesellschaft die uns
unter Druck setzt, was nicht gut ist für uns. Es ist doch so, dass schon gesunde Menschen den Druck auf Arbeit kaum aushalten. Da braucht
man sich doch nicht zu wundern wenn, wir früher oder später zusammenbrechen. Wichtig ist, dass man weiß das man nicht faul ist und wenn andere
Euch/Dich so sehen, dann ist das ihr Problem. Denn Du/Ihr habt nichts falsch gemacht.AllesGute
arkei31
- eben, der ganz normale Wahnsinn (so sollte Beitragtitel lauten) arkei31 28.03.2010 16:20 (1)
- Hallo Sisi 29.03.2010 21:05 (0)