Re: Die Kirchen-AG?

Geschrieben von Andrea am 08. März 2010 19:53:59:

Als Antwort auf: Re: Die Kirchen-AG? geschrieben von Eric am 07. März 2010 13:47:38:

Lieber Eric,

zunächst einmal meine ich, dich einigermaßen richtig verstanden zu haben. Ich wollte mich nur begründet von der Idee einer Aktiengesellschaft distanzieren.

Ganz kann ich dir aber auch nicht zustimmen. Zumindest Personalfragen (Wen sollen wir als Pfarrer und GemeindereferentIn einstellen? etc.) haben mit Religion sehr viel zu tun, denn diese Leute sollen ja schließlich nachher anderen den Glauben vermitteln.

Und ist es wirklich so sinnvoll, der Kirche zu verbieten, ihren Besitz (z.B. Pflegeheime, Kirchengebäude etc.) selbst zu verwalten? Das darf doch sonst jeder andere auch... Und das sollte doch auch im Idealfall im Sinne der christlichen Religion geschehen, z.B. im Pflegeheim nach Möglichkeit nicht mit geringstmöglichem Einsatz an Pflegepersonal für größtmögliche Anzahl von Patienten etc. ... oder? Sollte sowas dann wirklich von einer externen Firma, oder sonst irgendeinem externen Akteur, gemanagt werden...?

Was ich glaube, ist, dass es höchste Zeit für ein Drittes Vatikanisches Konzil ist. *lächel*
Das letzte war Anfang der Sechziger, und inzwischen raubt die Sache mit dem Sexuellen Missbrauch der Kirche dermaßen die Glaubwürdigkeit, dass alle die Kirchenoberen, Kardinäle, Bischöfe, Papst etc. sich mal für längere Zeit treffen sollten und zusammen mit Experten (Rechtsanwälten, Traumatherapeuten, Opfervertretern) Alternativen zum jetzigen Handeln der Kirche diskutieren und beschließen sollten. Das wäre mal ne Maßnahme, finde ich...

>PS: Bist Du Dir sicher, dass wir nicht in Wahrheit die "Aktionäre" der gesamten Gesellschaft und damit auch der Kirchen sind?

Naja, zumindest vom börsenmäßigen Sinn des Wortes Aktionär würde ich mich da gerne distanzieren... vielleicht wäre Akteur das bessere Wort?

> Dass es nicht unsere eigenen Vorgaben sind, die deren Handeln bestimmen?

Dann hätten wir aber bei der Kirche jetzt nicht so viel zu meckern, wenn es wirklich unsere eigenen Vorgaben wären, die da das Handeln bestimmen...

> Dass dieser Zwang zur "Gewinnmaximierung" nicht unser eigener Zwang ist, den wir selbst ausüben?

Was meinst du damit, gesellschaftlich?
Verstehe ich dich richtig?

Lieben Gruß,

Andrea



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