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Suizidalität



(Bericht einer Userin unserer Seite, den sie im Rahmen ihrer Ausbildung im Bereich Pädagogik/Psychologie geschrieben hat.)

Definition des Wortes Suizid:
Der Begriff Suizid (Selbstmord oder Selbsttötung) setzt sich aus den beiden lateinischen Ausdrücken sui cadere (sich töten) oder sui cidium (Selbsttötung) zusammen. Dementsprechend nennt sich die Suizidforschung Suizidologie - eine anerkannte, interdisziplinär arbeitende Wissenschaft des medizinischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Bereichs - und die Person, die einen Suizid begeht, Suizident.

Erscheinungsbild von Suizid:
Es gibt verschiedene Arten des Erscheinungsbildes des Suizid, obwohl das ja auch falsch ist, denn es kann ja gar kein Erscheinungsbild geben, denn wenn es erscheint, ist es ein ausgeführter Suizid.
Es gibt den Suizidversuch, der von den Suizidenten durchgeführt wird, aber so das sie noch eine Überlebenschance haben. Es ist eher der Hilferuf, nach Hilfe und Unterstützung einer anderen Person.
Desweiteren gibt es die Personen, die es für sich behalten, keine Andeutungen machen, einfach so sind wie sie immer sind und kurz bevor sie es vollziehen mögen, nocheinmal ein Verhaltenshoch bekommen um von allem und jedem Abschied zu nehmen.
Es gibt natürlich auch die Personen, die es verbalisieren und sagen, sie bringen sich um und wollen damit die Aufmerksamkeit erhaschen.

Ich werde mich im folgendem Bericht damit auseinandersetzen, wie man als Erzieherin Präventionsarbeit leisten kann, damit Jugendlichen und auch Kinder möglichst erst gar nicht in die Zwickmühle dieser Gedanken kommen.

Ursachen von Suizidgedanken:
Die Umstände der Selbsttötung sind vielfältig. Dabei wird der typische Suizid vom typischen Suizidversuch unterschieden. Der vollzogene Selbstmord kommt am häufigsten vor bei älteren Menschen, körperlich kranken, sowie depressiven. Wogegen man den versuchten Selbstmord häufig bei jüngeren Menschen in einer akuten Konfliktsituation (z.B. Schulprobleme, Liebeskummer) findet.

Der Suizid ist eine komplexe Handlung mit biologischen, psychischen und sozialen Ursachen. Aus psychiatrischer Sicht lässt sich beispielsweise feststellen, dass Suiziden meist eine tiefe Depression vorausgeht.

Jeder Suizidversuch ist ein Alarmzeichen für eine gestörte Persönlichkeitsentwicklung und muss ernstgenommen werden. Der Selbstmörder sucht meist nicht den Tod, sondern einen Ausweg aus einer für ihn unerträglichen Situation. Häufig wird dabei eine Rettungsmöglichkeit offen gelassen, so dass die Handlung als ein Ruf nach Hilfe verstanden werden kann. Missachtet man den Hilferuf, so kann ein „erfolgreicher“ Suizid die Folge sein. Solche Hilfeschreie dürfen aber nicht mit den eher manipulativen Formen aufmerksamkeitsheischender Suizid-„Versuche“ oder -Drohungen verwechselt werden, die dazu dienen sollen, Macht über die Gefühle und das Verhalten anderer Menschen, in der Regel der Familienmitglieder, zu gewinnen.

Der Suizid ist eine Flucht aus einer als schmerzlich empfundenen Situation; er kann dabei auch als Racheakt an der Person gedacht sein, die für das Leiden, von dem die Selbsttötung befreien soll, verantwortlich gemacht wird.
Solche Gefühle werden manchmal in Abschiedsbriefen formuliert. Zumeist aber dürfte der Suizid eine Reaktion auf das fortgesetzte Empfinden sein, dass das Leben zu viele Schmerzen bereithält, und dass nur der Tod dauerhaft Erleichterung verschaffen kann.

Unter schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen steigt die Suizidrate oft sprunghaft an.
In Deutschland sterben jährlich ca. 15.000 Menschen durch Selbsttötung. Männer bevorzugen dabei die sog. harten Methoden (z.B. Erschießen), Frauen eher die sog. weichen Methoden (z.B. Überdosis Schlaftabletten). Eine Risikogruppe stellen die Jugendlichen im Alter von 10 bis 25 Jahren dar. Hier ist der Suizid die zweithäufigste Todesursache.

Handlungsmöglichkeiten der Erzieherin:
Bevor man sich über die Möglichkeiten der Prävention Gedanken machen sollte, sollte man sich über die Warnzeichen Gedanken machen, wie man es evtl. Erkennen könnte.

Der Ausruf: „Ich glaube ich mache allem ein Ende, sollte besonders ernst genommen werden!“

Jedoch sind dies auch Warnzeichen:

  • Deprimiertsein oder Verschlossenheit
  • Leichtsinniges Verhalten
  • Dinge in Ordnung bringen und Wertsachen verschenken
  • Eine merkliche Veränderung im Verhalten, in den Einstellungen oder des Aussehens
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch
  • Erleiden eines größeren Verlustes oder einer Lebensumstellung
  • Große Angst und unruhige Körperhaltungen

Durch solche problematischen Situationen kann der Jugendliche in die Gedanken des Suizid hineingeraten:
  • Sexueller oder körperlicher Missbrauch
  • Selbstmord oder Gewalt in der Familie
  • Tod eines nahestehenden Freundes oder Familienangehörigen
  • Scheidung oder Trennung, Beendigung einer Beziehung
  • Versagen auf akademischem Gebiet, bevorstehende Prüfungen, Prüfungsergebnisse
  • Kündigung, Probleme auf der Arbeit
  • Bevorstehende Gerichtsverhandlungen
  • Kürzliche Inhaftierung oder bevorstehende Freilassung

Diese Verhalten und körperlichen Veränderungen könnten auch ein Anzeichen sein:

Verhalten:
  • Weinen
  • Prügeleien
  • Gesetzesübertretungen
  • Impulsivität
  • Selbstzerstörung
  • Schreiben über Tod und Selbstmord
  • Früheres lebensmüdes Verhalten
  • Extremes Verhalten
  • Verhaltensänderungen

Körperliche Veränderungen:
  • Energiemangel
  • Schlafstörungen – zu viel oder zu wenig Schlaf
  • Appetitlosigkeit
  • Plötzlicher Gewichtsverlust oder starke Gewichtszunahme
  • Zunahme kleinerer Erkrankungen
  • Veränderungen des sexuellen Interesses
  • Plötzliche Veränderung des Aussehens
  • Mangelndes Interesse am eigenen Aussehen

Gedanken und Gefühle:
  • Selbstmordgedanken
  • Einsamkeit – fehlende Unterstützung von Familie oder Freunden
  • Zurückweisung, Gefühl der Marginalisierung
  • Tiefe Traurigkeit oder Schuldgefühle
  • Unfähigkeit, über das eigene eingeschränkte Blickfeld hinaus blicken zu können
  • Tagträume
  • Angst und Stress
  • Hilflosigkeit
  • Verlust des Selbstwertgefühls

Als Erzieherin muss ich das Selbstbewusstsein der Jugendlichen und Kinder fördern! Die Frage ist nur, wie ich das am besten Bewerkstellige, wichtig ist von Kindern und Jugendlichen die Grenzen zu akzeptieren, die sie mir aufzeigen.

Angebote in den Einrichtungen wo Kinder ihre eigenen Grenzen und Gefühle erfahren können und auch ausprobieren.
Sehr wichtig ist es auch Kinder das eigene Ich zu vermitteln, ich find es gut, dass Kinder Erfahrungen machen können, wie weit sie gehen können.
  • die Möglichkeit erhalten, offen über Sexualität und Erlebnisse zu sprechen;
  • in ihrer jeweiligen Eigenheit respektiert werden;
  • sich selbst und andere akzeptieren lernen;
  • das Recht auf den eigenen Körper begreifen lernen;
  • ein gesundes Schamgefühl entwickeln;
  • ihre Fähigkeiten und ihren Kenntnisstand ergänzen und erweitern können;
  • ihre eigentlichen Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken lernen;
  • unterschiedliche Gefühle kennen und einschätzen lernen;
  • über Zärtlichkeiten und Berührungen selbst entscheiden dürfen;
  • zwischen guten Geheimnissen, die Freude bereiten, und schlechten Geheimnissen, die Kummer machen, unterscheiden lernen;
  • lernen, dass aufgezwungene Geheimnisse weitergesagt werden dürfen;
  • auch "Nein sagen" und Grenzen ziehen lernen;
  • wissen, wie sie sich jederzeit Hilfe holen können;
  • in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden etc.

Wenn wir den Kindergarten- oder Schulalltag mit wachen Sinnen verfolgen, dann können wir beobachten, dass die Kinder immer wieder Anlässe bieten, um Prävention in den Tagesablauf zu integrieren. Situationen wie Streitigkeiten, Raufereien und Belästigungen, die leider zum Alltagsleben von vielen Kindern gehören, sollten deshalb aufgegriffen und thematisiert werden. Indem konkrete Anlässe im Stuhlkreis oder Unterricht besprochen und beispielsweise durch Übungen, Geschichten und Rollenspiele umgesetzt werden, lernen die Kinder u.a., ihre Erlebnisse und Gefühle mitzuteilen, ihre Ängste zu überwinden, Nein zu sagen und sich klar abzugrenzen.

Zur Zielsetzung der Präventionsarbeit gehören vor allem die Förderung der Lebenskompetenz, die Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstvertrauens, der Beziehungsfähigkeit und des Verantwortungsbewusstseins.


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